erweiterte Suche
Montag, 09.07.2018

Radweg-Lücke an der B 96 geschlossen

Von Kerstin Fiedler

Der Radweg an der B 96 von Wartha nach Caminau wurde am Montag offiziell freigegeben. Dabei waren auch die Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Birgit Weber, und der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Stefan Brangs (v.r.). Foto: SZ/Uwe Soeder
Der Radweg an der B 96 von Wartha nach Caminau wurde am Montag offiziell freigegeben. Dabei waren auch die Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Birgit Weber, und der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Stefan Brangs (v.r.). Foto: SZ/Uwe Soeder

© Uwe Soeder

Königswartha. Die Sonne strahlte mit der Politprominenz um die Wette, als die ersten Radfahrer den kombinierten Rad-/Gehweg zwischen Wartha und Caminau befuhren. Lange genug hatte es gedauert bis zur Fertigstellung dieses 2,6 Kilometer langen Abschnitts zwischen Caminau und Wartha. Am Montag wurde er offiziell eingeweiht.

Jürgen Miersch ist froh. Der ehemalige Geschäftsführer des Kaolinwerks war vor fast zehn Jahren einer der Initiatoren für diesen Radweg. Vor allem Mitarbeiter des Kaolinwerks, die gern mit dem Rad auf Arbeit kommen wollten, fühlten sich an diesem Abschnitt der B 96 unsicher. Noch zumal sich dort die Straße in einer langen Kurve entlangzieht. „Diese Eröffnung musste ich mir heute anschauen, es war ein Herzenswunsch“, sagt Miersch. Und er erinnert sich, wie seine Mitarbeiter damals geholfen haben, mit den Landeigentümern zu reden, die ihre Flächen für den Radwegebau verkaufen sollten. „Sie profitieren nun ja selbst von der Sicherheit“, sagt Jürgen Miersch.

Mehr Sicherheit für Radler und Autofahrer

Um die Sicherheit auch für die Fahrzeuge zu erhöhen, gibt es dort aus Richtung Wartha kommend eine Linksabbiegespur. Das Engagement des Betriebes lobt dann auch Andreas Biesold, Bautzener Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, das für die Bundesstraße zuständig ist. Dieser Radweg habe jedoch nicht nur für die Kaolinwerker eine Bedeutung. „Wir haben damit wieder etwas für die Entwicklung des Tourismus im Naherholungsgebiet rund um Groß Särchen getan“, sagt Biesold. Mittlerweile gibt es zwischen Bautzen und Hoyerswerda nur noch zwei Abschnitte ohne Radweg. Das ist zum einen im Bereich Holscha am Abzweig Neschwitz. Hier läuft bereits das Planfeststellungsverfahren. Der letzte Abschnitt zwischen Groß Särchen und Maukendorf. „Hier läuft allerdings gerade erst die Planung“, sagt Andreas Biesold.

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Stefan Brangs (SPD), betont aber nicht nur die verbesserte Verkehrssicherheit, sondern auch die Verkehrsqualität an der B 96. 2,1 Millionen Euro hat der Abschnitt gekostet. 90 Prozent hat der Freistaat gefördert. „Die Bedeutung der Radwege im Freistaat erlangt eine immer höhere Bedeutung“, sagt Brangs. Bis zum Jahr 2025 werden rund 540 Kilometer Radwege und Bundes- und Staatsstraßen errichtet. Bis 2019 sollen möglichst alle sächsischen Radwege im „SachsenNetzRad“ einheitlich ausgeschildert werden. 2019 beginnt die Planung für die Landkreise Bautzen und Görlitz mit einer Strecke von etwa 850 Kilometern. In den sorbischen Gebieten erfolgt eine zweisprachige Ausschilderung.

Arbeiten ruhten wegen archäologischer Funde

Dass der Bau des Rad-/Gehweges zwischen Caminau und Wartha so lange gedauert hat, lag vor allem daran, dass ein Eigentümer nicht verkaufen wollte. Das letzte Gerichtsverfahren endete 2015. Da hatte sich im November erneut ein schwerer Unfall mit einem Radfahrer ereignet. Danach ging es schneller voran. Baubeginn war im Sommer 2017. Eine nochmalige Verzögerung ergaben Untersuchungen des Landesamtes für Archäologie. Gefunden wurden Reste von 68 Urnengräbern aus der Bronzezeit. Da ruhten die Arbeiten und dauerten jetzt zwei Monate länger als geplant. Für den Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (CDU), der von Anfang an das Vorhaben begleitete, ist es nun wichtig, Verfahren zu ermöglichen, die solche Vorhaben schneller umsetzen lassen. Auf ein Wort