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Montag, 17.09.2018

Radebeul kassiert erste Niederlage

Von Jürgen Schwarz

Max Heyne vom Radebeuler BC versucht sich hier vor dem Tor von Michael Leszek Mikolajczuk beim Gastspiel gegen Einheit Kamenz. Der Keeper bleibt in dieser Situation Sieger – wie auch sein Team, das den RBC mit einem 1:4 nach Hause schickte. Foto: Sylvia Krüger
Max Heyne vom Radebeuler BC versucht sich hier vor dem Tor von Michael Leszek Mikolajczuk beim Gastspiel gegen Einheit Kamenz. Der Keeper bleibt in dieser Situation Sieger – wie auch sein Team, das den RBC mit einem 1:4 nach Hause schickte. Foto: Sylvia Krüger

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Der Radebeuler BC musste am 3. Spieltag der Fußball-Landesliga über die erste Niederlage quittieren. Die Mannschaft von Trainer Matthias Müller unterlag beim Oberliga-Absteiger SV Einheit Kamenz mit 1:4 (0:2). Vor nur 92 zahlenden Zuschauern im Stadion der Jugend trafen Daniel Huth (10.), Martin Sobe (15.), Christoph Rettig (53.) und Marcel Hänsel (64.) für die Lessingstädter, Yassen Hidaly war in der 72. Minute für den RBC erfolgreich. Die Schlussphase mussten die Gäste in Unterzahl bestreiten, nachdem der Kameruner Armand Leugoue Deugoue nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (80.).

RBC-Trainer Matthias Müller wirkte nach der ersten Saison-Niederlage gefasst: „Meine Erwartungen waren nicht allzu groß. Uns fehlten fünf Leistungsträger und da kann man keine Wunderdinge erwarten. Der torgefährliche Benno Töppel musste als linker Verteidiger beginnen und dann spielte der schnelle Rückstand natürlich den Platzbesitzern auch noch in die Karten. Die Kamenzer haben eine junge, spielfreudige Mannschaft am Start. Deren Sieg war hochverdient, wir müssen und werden unsere Punkte gegen andere Kontrahenten holen.“ Die Karl-May-Städter bestreiten jetzt zwei Heimspiele in Folge gegen Niesky und Rapid Chemnitz, danach folgt das Gastspiel in Glauchau. „Wir müssen sieben Zähler buchen, um im Kampf um den Klassenerhalt eine vernünftige Ausgangsposition zu haben“, so „Lotte“ Müller. Immerhin hat er am kommenden Wochenende Robert Lauterbach, Michal Adamczyk und Florian Müller wieder dabei, die alle aus dem Urlaub zurückerwartet werden – „hoffentlich gesund“, ergänzt der Trainer.

Erwartungsgemäß bestimmten die Kamenzer vom Anpfiff weg die Szenerie. Die Führung durch Huth, der eine Schaltpause der Gäste im Abwehrbereich bestrafte (Kopas, Deugoue), verlieh den Hausherren zusätzlichen „Rückenwind“. Bis auf Hidalys Schuss, der am Tor vorbeizischte (23.), kamen die Radebeuler vor der Pause nicht in die torgefährliche Zone. Ganz anders die Gastgeber, die nach Sobes 2:0 weitere Chancen durch Sandro Schulze, Christoph Am Ende und Christoph Rettig für einen verzeichneten. Der direkt verwandelte Eckball des jungen Rettig, Sohn von Co-Trainer Dirk Rettig, entschied die Partie kurz nach dem Seitentausch frühzeitig. „Da sah unser junger Torhüter nicht so gut aus, denn bei seiner stattlichen Körpergröße muss er den Ball haben oder vorher einen Mitspieler am langen Toreck postieren“, meinte Müller. „Aber aus solchen Fehlern müssen die Jungs lernen, dann haben auch solche Niederlagen einen Lerneffekt.“ Das gilt auch für die beiden Youngster Paul Richter und Max Heyne, die im Offensivbereich auf verlorenem Posten standen.

„Ich habe die Radebeuler in der Vorsaison im Pokalspiel beim 4:0 gegen Oderwitz gesehen, da waren sie wesentlich stärker. Die Abgänge von Heineccius, Richter und Schöne konnten sie offensichtlich nicht kompensieren“, meinte Frank Rietschel, Trainer der Kamenzer. „Unser Sieg hätte sicher auch noch zwei Tore höher ausfallen können. Barnickel und Am Ende verpassten in der zweiten Halbzeit weitere Chancen.“ Damit lag der 47 Jahre alte Ex-Profi sicher richtig, allerdings kann Rietschel beim SV Einheit personell auch aus dem Vollen schöpfen. In der Sommerpause kamen allein drei Spieler vom Regionalligisten aus Bischofswerda (Huth, Schulze, Hänsel) und zwei Akteure aus Bautzen (Schidun, Barnickel). Auch die Spreestädter sind bekanntlich in der 4. Liga unterwegs. „Über die Außenbahnen beschleunigen sie ihr Aufbauspiel in beeindruckender Art und Weise“, zeigte sich auch Müller über den spielstarken Auftritt des Titelanwärters beeindruckt. Der RBC-Coach indes hofft, dass der Argentinier Horacio Rosendo möglichst schnell zu seiner Bestform findet. „Man merkt ihm an, dass in der Vergangenheit wenig gespielt hat“, sagt Müller. Zudem erwartet der 63-Jährige Felix Helm sehnsüchtig in der Startelf zurück. In Kamenz reichte es für den Verteidiger nach langer Verletzungspause immerhin schon wieder für knapp eine halbe Stunde Einsatzzeit. Übrigens stand auch Co-Trainer Nikica Maglica, inzwischen 53, als Ersatzspieler auf dem Spielberichtsbogen.