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Dienstag, 15.05.2018

Radebergerin kauft 87 Tickets fürs Biertheater

Zum Start des Vorverkaufs standen die Fans Schlange. Für einen Moment waren sogar die Schauspieler verblüfft.

Blumen für die Fans: Biertheater-Schaupieler und Bierkutscher Ernst überreichten den ersten drei in der Warteschlange Blumensträuße. Melanie Schöne kam ganz früh. Sie stand schon ab 7.15 Uhr vor der Kasse.
Blumen für die Fans: Biertheater-Schaupieler und Bierkutscher Ernst überreichten den ersten drei in der Warteschlange Blumensträuße. Melanie Schöne kam ganz früh. Sie stand schon ab 7.15 Uhr vor der Kasse.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Flashmob an der Radeberger Hauptstraße? Nein, die Menschenmenge vor dem Kaiserhof kam nicht durch spontane Verabredung übers Internet zustande. Alle Beteiligten haben dem Termin schon lange entgegengefiebert. Punkt 10 Uhr begann am Montag der Vorverkauf für die nächste Saison im Radeberger Biertheater. In den Morgenstunden wurde die Schlange immer länger. Fast drei Stunden harrten die Fans aus, bis es endlich die begehrten Tickets gab.

Melanie Schöne aus Radeberg war die Erste, die um 10 Uhr die Tür zum Ticketservice betreten durfte. Sie hatte bereits ab 7.15 Uhr die Stellung gehalten und auch eine ganz besonders große Tasche mitgebracht. Denn sie kaufte schließlich 87 Eintrittskarten für verschiedene Vorstellungen für sich, für Freunde und Bekannte. Die Schönes sind besonders große Biertheaterfans. Schon im vergangenen Jahr hatte sich Mutter Sylvia früh angestellt und die „Pole-Position“ ergattert. „In diesem Jahr konnte sie aber nicht selber kommen, wegen ihres 50. Geburtstages“, sagte Melanie Schöne. Das ließ natürlich die Biertheater-Darsteller aufhorchen. Sie stellten sich spontan zu einem kleinen Chor zusammen und trällerten ein Geburtstagsständchen. Das wurde per Handy aufgenommen und dem Geburtstagskind zugesandt. Überhaupt waren die Schauspieler wieder sehr darum bemüht, den Fans die Wartezeit so kurzweilig wie möglich zu gestalten. Für die drei Ersten gab es Blumensträuße. Alle anderen bekamen ihr „zweites Frühstück“ überreicht. Bierkutscher Ernst verteilte die leckeren Treber-Brötchen. Die Biertheater-Schauspieler reichten dann je nach Wunsch Sekt oder Kaffee oder auch beides.

Jetzt heißt es für die Fans wieder warten. Denn die aktuelle Biertheater-Saison läuft noch bis Ende Juni. Die neue beginnt dann im September mit einer Aufführung des Stückes „Malzau, deine Kursachsen – Eine sächsische Schlammschlacht mit Heilwirkung“. Spielort ist die vergessene Kuranlage „Fichtensumpf“. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der undurchdringliche Urwald behördlicher Einwände. „Lassen auch Sie sich kurieren und sichern Sie sich einen Platz im Sumpf, so lange es noch geht“, heißt es in der Ankündigung. Ein Aufruf, der angesichts des Ansturms auf die Tickets nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat. (SZ/td, the)