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Freitag, 22.05.2015

Radeberg verbuddelt Million

Zwölf Jahre wurde diskutiert, geplant und gestritten. Nun gab’s das Happy End.

Von Jens Fritzsche

Anschnitt für die Einweihung der sanierten Straßen in der Siedlung Rossendorf: Oberbürgermeister Gerhard Lemm, Stefanie Berger von der Baufirma Eurovia und Ortsvorsteher Harry Hauck (v.l.)
Anschnitt für die Einweihung der sanierten Straßen in der Siedlung Rossendorf: Oberbürgermeister Gerhard Lemm, Stefanie Berger von der Baufirma Eurovia und Ortsvorsteher Harry Hauck (v.l.)

© Thorsten Eckert

Wenn eine Stadt eine knappe Million versenkt, ist das meist ein Skandal. In diesem Fall ist das hingegen eine positive Nachricht, auf die die Bewohner der Siedlung Rossendorf fast zwölf Jahre lang warten mussten. Die zum Radeberger Ortsteil Großerkmannsdorf gehörende Siedlung zeichnete sich in letzter Zeit vor allem durch eines aus: kaputte Kanäle und morsche Straßen. Das ist nun Geschichte.

„Wir haben hier für rund 850 000 Euro neue Kanäle und Straßen gebaut; jetzt folgen noch einmal weitere rund 72 000 Euro“, freute sich Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) am Freitagvormittag bei der offiziellen Übergabe. Und konnte sich auch einen kleinen Seitenhieb auf die Nachbarstadt Dresden nicht verkneifen. Denn sie ist nicht unschuldig daran, dass nach den ersten Diskussionen vor zwölf Jahren und dem Planungsstart im November 2003 erst vor einem knappen halben Jahr mit dem Bau begonnen werden konnte. Denn zunächst wurde bis 2009 mit Dresden diskutiert, wie das in der Siedlung anfallende Regenwasser abgeleitet werden darf – denn Dresden wollte die seit Jahrzehnten erfolgte Einleitung in den Teich am gleich gegenüber, auf der anderen Seite der B 6, liegenden Teich am Schänkhübel zunächst nicht mehr zulassen. Dann war man sich 2009 doch noch mit der Stadt Dresden einig geworden, „da hieß es dann plötzlich, aber die Wasserqualität müsse stimmen“, so Lemm kopfschüttelnd. „Wahrscheinlich wollen die dort drüben ein Freibad einrichten“, frotzelte der OB. Jedenfalls legte die Stadt Radeberg noch einmal 100 000 Euro drauf, um eine sogenannte Sedimentierungsanlage zu bauen, um Schwebteilchen aus dem Regenwasser herauszufiltern. „Dann durften wir endlich bauen“, so der OB noch immer hörbar erleichtert.