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Freitag, 27.07.2018

Problematische Kontakte

Justin Löwe will sich bei Dynamo durchsetzen. Nicht zum ersten Mal bremst eine rätselhafte Allergie das Talent dabei aus.

Von Cornelius de Haas

Gehört wieder zum Kader von Dynamo Dresden: Mittelfeldspieler Justin Löwe.
Gehört wieder zum Kader von Dynamo Dresden: Mittelfeldspieler Justin Löwe.

© Robert Michael

Diesmal soll der Sprung gelingen. Schon vor einem Jahr gehörte Justin Löwe zum Profikader von Dynamo Dresden. Doch der erste Angriff bei den Männern wurde zunächst von einer Allergie ausgebremst, dann laborierte der damals 18-Jährige an einem Anriss des vorderen Syndesmosebandes. Trotzdem hinterließ er in seinen wenigen Trainingseinheiten Eindruck: „Er hat mich total überrascht auch mit seiner Art und Weise, wie er sich in die Gruppe einfügt: zurückhaltend, aber nicht unterwürfig“, lobte Trainer Uwe Neuhaus. „Er hat sehr gute technische Voraussetzungen, flexibel einsetzbar.“

Dennoch, die Aussicht auf regelmäßige Einsätze blieb bescheiden. Im Winter ließ sich Löwe deshalb nach Neugersdorf in die Regionalliga ausleihen. In zehn Spielen machte der gebürtige Senftenberger drei Tore, ein weiteres bereitete er vor. „Ich bin sehr dankbar für das halbe Jahr, es war die richtige Entscheidung“, sagt der Mittelfeldspieler. „Ich habe dort meine Spiele gemacht, Spielpraxis und auch erste Erfahrungen im Männerbereich gesammelt. Ich würde es immer wieder so machen.“

Nicht ausgeschlossen, dass es im Sommer noch einmal zu eine Leihe kommt, auch wenn Löwe das nicht anstrebt. Er will in Dresden bleiben, die Vorbereitung bis zum Ende mitmachen. Was danach kommt? „Ich weiß auch, dass Fußball ein Tagesgeschäft ist. Es kann relativ schnell gehen. Aber es ist nix geplant“, sagt er, und verweist auf den „extrem großen Wohlfühlfaktor“. Alles, was er brauche, um glücklich zu sein, habe er in Dresden.

Doch auch in diesem Jahr ist die Konkurrenz auf seiner Position groß. Mit Patrick Ebert, Baris Atik, Rico Benatelli und Aias Aosman stehen vier Spieler vor ihm. Löwe bleibt realistisch: „Ich sehe auch, wenn jemand besser ist.“ Als junger Spieler habe er zudem noch nicht den extremen Anspruch, zu spielen, „so wie vielleicht ein Dreißigjähriger, der im zentralen Mittelfeld neu dazugekommen ist“.

Trotzdem blöd, dass die bereits aus dem Vorjahr bekannte Allergie das Talent erneut ausgebremst hat. Löwe kam lediglich im ersten Testspiel bei Stahl Riesa zum Einsatz, verpasste danach alle anderen Partien. Auch im Trainingslager musste er anfangs kürzer treten, absolvierte vor allem Laufrunden mit Physiotherapeut Tobias Lange. Erst am vergangenen Freitag stieg Löwe wieder voll ins Mannschaftstraining ein, wurde im Test gegen Kaiserslautern 13 Minuten vor Schluss eingewechselt.

Medikament steht auf Dopingliste

Das Problem ist ein schmerzhafter Hautausschlag. Woher der kommt, kann er sich nicht erklären. „Es ist so eine Art Kontaktallergie“, erklärt Löwe. „Aber ich weiß nicht, womit ich in Berührung gekommen bin. Es ist sehr hartnäckig und geht mit Brandblasenbildung einher und ist ziemlich unangenehm.“ Weil dagegen nur Medikamente helfen, die auch auf der Dopingliste stehen, musste er mit dem Training aussetzen. Als wäre das nicht schon Handicap genug, zwickte zusätzlich die linke Hüfte. „Deren Beweglichkeit war ein bisschen eingeschränkt und das hat mich zusätzlich zurückgeworfen“, sagt Löwe.

Trotz dieser Rückschläge will er sich bei Dynamo durchsetzen. Zu großen Druck macht er sich aber nicht. „Ich gehe diese Saison relativ entspannt an, gebe Gas, und dann wird man sehen, was es bringt.“ Sollte es sportlich nicht gleich so laufen wie gewünscht, sieht er es als großen Vorteil in der Stadt zu leben, die seit acht Jahren sein Lebensmittelpunkt ist. „Dann kann ich das dank meines Umfelds ein bisschen korrigieren.“

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