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Donnerstag, 17.05.2018 Gerichtsbericht

Possendorfer Dealer verurteilt

Ein junger Mann vertickt 158-mal Drogen an Kunden eines weiteren Rauschgifthändlers. Gegen diesen wird nun aber auch ermittelt.

Von Stephan Klingbeil

© Symbolbild: dpa

Possendorf. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt derzeit gegen einen Drogendealer, der vom Dresdner Alaunpark aus auch einen Possendorfer Zwischenhändler mehrmals mit Rauschgift versorgt haben soll. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Donnerstag auf eine Anfrage der SZ.

Zuvor hatte sich der Zwischenhändler aus dem Bannewitzer Ortsteil in dieser Woche am Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten müssen. Der 22-jährige Industrielackierer habe zwischen Sommer 2015 und Mai 2017 in 157 Fällen Marihuana und Haschisch an den Mann und die Frau gebracht. Oft handelte es sich um Päckchen mit je ein bis zwei Gramm. Und einmal wurden bei ihm Drogen „in nicht geringer Menge“ gefunden, weshalb der Deutsche auch mit einer Haftstrafe rechnen musste.

Vor Gericht gestand er: „Ja, das stimmt alles“, sagt der Mann. Er habe mehr Geld gebraucht, da er damals arbeitslos war, seinen Eltern nicht auf der Tasche liegen wollte und das Hartz IV nicht gereicht hätte. Über Bekannte in der Dresdner Neustadt habe er jenen Dealer kennengelernt. Der fragte ihn, ob er „Geld machen“ wolle. Der Possendorfer wollte. Er ging das Risiko ein. Obwohl er „nur Provision“ bekam, monatlich 50 bis 100 Euro. Ein Gramm verkaufte der Mann jeweils für zehn Euro. „Ich habe mir keinen Kopf gemacht“, erklärt er.

Die Kontaktdaten von Kunden sowie das Marihuana und Haschisch erhielt er bei Treffen in der Neustadt von dem Dealer mit orientalisch klingendem Namen. Dann stand er immer wieder mit den Kunden in Kontakt und verkaufte die Drogen an sie weiter – mal in der Budapester oder Tharandter Straße in Dresden, mal am dortigen Hauptbahnhof, aber auch am Buswendeplatz in Possendorf. Im Februar 2017 fand ihn morgens ein Polizist schlafend im Bus der Linie 360 in Altenberg. Insgesamt wurden beim Angeklagten Drogen und 790 Euro festgestellt, wohl von den Geschäften.

Laut Gericht sind die Drogen, die er verkauft hat, „keineswegs harmlos“, sondern oft Einstiegsdrogen und führten teils auch zu Psychosen. Es verurteilte den nicht vorbestraften Possendorfer dann nach Jugendstrafrecht zu zehn Monaten Haft – auf Bewährung. Auch soll er 1 000 Euro in Raten an eine Suchthilfeeinrichtung zahlen. (skl)