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Montag, 14.10.2013

Polizei trickst somalische Piraten aus

Der „Piratenkönig“ war offensichtlich dümmer als die Polizei erlaubt: Er flog nach Brüssel, um einen Filmvertrag zu unterzeichnen. Aber das war nur eine Falle. Jetzt sitzen zwei Piraten, darunter einer der wichtigsten somalischen Seeräuber, in Belgien hinter Gittern.

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Der Somalier Mohammed Abdi Hassan, auch als Afweyne bekannt, galt als einer der wichtigsten Piratenführer an den Küsten des Indischen Ozeans. Er trug den Spitznamen „Pirat 001“.
Der Somalier Mohammed Abdi Hassan, auch als Afweyne bekannt, galt als einer der wichtigsten Piratenführer an den Küsten des Indischen Ozeans. Er trug den Spitznamen „Pirat 001“.

© AFP

Brüssel. Mit einem erfundenen Filmprojekt haben belgische Polizisten zwei führende somalische Piraten nach Brüssel gelockt und bei der Ankunft auf dem Flughafen verhaftet. Dies teilte Staatsanwalt Johan Delmulle am Montag vor der Presse mit. Die beiden Männer sollen die Entführung des belgischen Schiffes „Pompei“ im April 2009 geleitet haben. Das Schiff war zwei Monate später gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder freigekommen.

Der Somalier Mohammed Abdi Hassan, auch als Afweyne bekannt, galt als einer der wichtigsten Piratenführer an den Küsten des Indischen Ozeans. Er trug den Spitznamen „Pirat 001“, berichteten belgische Medien. Auch bei der Kaperung und Entführung des belgischen Schiffs spielte er nach Zeugenaussagen des zweiten Steuermannes eine zentrale Rolle.

Nach Angaben des Staatsanwaltes machten die belgischen Polizisten dem Piratenchef in einer Undercover-Operation weis, dass sie einen Film über den berühmten Piraten Afweyne und dessen aufregendes Leben drehen wollten. Zur Unterzeichnung des Vertrages müsse er aber nach Brüssel kommen. Der Pirat sah darin kein Problem, flog von Nairobi in Kenia aus nach Brüssel - und wurde dort von einem Großaufgebot der Polizei erwartet. „Diese Leute bleiben ja meist außen vor, obwohl sie eine wichtige Rolle bei Kaperungen spielen und oft den größten Teil der Beute einstecken“, sagte Delmulle.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton begrüßte die Festnahme als einen „bedeutsamen Schritt im Kampf gegen die Piraterie“. Dennoch seien Gruppen von Seeräubern weiterhin aktiv. „Die EU wird deshalb in diesem Kampf nicht nachlassen“, sagte ein Sprecher Ashtons.

Abdi Hassan und sein Komplize drohen nun 15 Jahre Haft für das Aufbringen des Schiffes und 30 Jahre wegen Geiselnahme. Sie werden an diesem Dienstag einem Haftrichter in Brügge vorgeführt. In Belgien befinden sich bereits zwei Piraten, die ebenfalls an der Kaperung der „Pompei“ beteiligt waren, in Haft: Sie wurden zu neun beziehungsweise zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. Roba

    Einfallslosigkeit ist der deutschen Beamten Zier, die Belgier machen´s ohne "ihr".

  2. AR

    Es würde keine Piraterie geben, hätten beispielsweise europäische Supercrawler nicht sämtliche Fischgründe vor der somalischen Küste abgefischt! Ich würde gern die Verantworltichen dieser Firmen/Konzerne/Banken/usw. usw. zu hohen Haftstrafen verurteilen! Und dieser Raub läuft heute nach wie vor. Etwas abgeschwächt durch die Piraten, was natürlich den Gewinn mindert und deswegen auch ganz schön nerven kann. Nur deswegen wird in den Medien davon berichtet. Aber mit diesen Berichten entsteht ein komplett falsches Bild. Vielleicht müßte ich sogar selbst dafür büßen, auf Kosten dieser Menschen, "billigen" Fisch zu verzehren.

  3. Abor

    @Roba: Sie kennen wohl die deutschen Beamten ganz besonders gut, um einen so absonderlich kleingeistigen Kommentar abgeben zu können? Vermutlich gehen Sie mit gutem Beispiel, voller perfekter Einfälle, dem hiesigen Beamtentum voran. Hut ab!

  4. Martin D.

    Ich möchte an den Ankauf von Steuer-CDs erinnern. Die deutschen Beamten sind also auch nicht sooo schlecht.

  5. RZG168

    @ AR: Wie fängt man denn mit einem "Supercrawler" Fische?

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