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Sonntag, 27.05.2018

Podestplätze verfehlt

Die Piloten vom Bischofswerdaer Freudenberg-Team sind nach dem vierten WM-Rennen bei der Siegerehrung nur Zuschauer.

Von Christian Kluge

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Freudenberg-Pilot Luca Grünwald geht hier als Erster dieser Fahrergruppe voll konzentriert in die nächste Kurve. Er kam beim vierten Lauf der Supersport300-Weltmeisterschaft in England am Sonntag auf Platz zehn. Vorn war wieder Ana Carrasco.
Freudenberg-Pilot Luca Grünwald geht hier als Erster dieser Fahrergruppe voll konzentriert in die nächste Kurve. Er kam beim vierten Lauf der Supersport 300-Weltmeisterschaft in England am Sonntag auf Platz zehn. Vorn war wieder Ana Carrasco.

© PR/Mara Paulicek

  • Freudenberg-Pilot Luca Grünwald geht hier als Erster dieser Fahrergruppe voll konzentriert in die nächste Kurve. Er kam beim vierten Lauf der Supersport300-Weltmeisterschaft in England am Sonntag auf Platz zehn. Vorn war wieder Ana Carrasco.
    Freudenberg-Pilot Luca Grünwald geht hier als Erster dieser Fahrergruppe voll konzentriert in die nächste Kurve. Er kam beim vierten Lauf der Supersport 300-Weltmeisterschaft in England am Sonntag auf Platz zehn. Vorn war wieder Ana Carrasco.
  • Jan-Ole Jähnig (li.) im Gespräch mit Teamchef Carsten Freudenberg. Beim Rennen in Donington war der Jüngste im Bischofswerdaer Team als Siebenter der beste Pilot.
    Jan-Ole Jähnig (li.) im Gespräch mit Teamchef Carsten Freudenberg. Beim Rennen in Donington war der Jüngste im Bischofswerdaer Team als Siebenter der beste Pilot.

Motorradsport. Diesmal stahl der jüngste Pilot des Bischofswerdaer Freudenberg-Teams seinen beiden älteren Kollegen die Show. Der 17-jährige Jan-Ole Jähnig, der als einziger Schiebocker Fahrer schon im Vorjahr Erfahrungen auf der Rennstrecke im englischen Donington Park sammeln konnte, nutzte diesen Vorteil am Sonntag aus und belegte Platz sieben im Feld der fast 40 Fahrer. Damit hat Jähnig nun schon 27 Zähler auf seinem Konto bei der Supersport 300-Weltmeisterschaft und ist in der Gesamtwertung starker Neunter.

Grünwald bleibt Gesamtzweiter
Sein Teamkollege Luca Grünwald konnte bei angenehmen 23 Grad Lufttemperatur immerhin Rang zwei in der Gesamtwertung behaupten. Der 23-Jährige verlor allerdings gleich 19 Punkte auf die führende Spanierin Ana Carrasco, die nach 52,3 Rennkilometern erneut als Siegerin über die Ziellinie raste und nun 71 Zähler auf dem Konto hat. Dahinter folgt Grünwald mit 51 Punkten knapp vor dem Niederländer Scott Deroue (46), der in Doningten direkt vor Jan-Ole Jähnig Sechster wurde.

„Warum soll sie nicht genauso gut fahren können wie wir Männer“, blieb Grünwald nach dem zweiten Saisonsieg der 21-jährigen Carrasco gelassen. Kann er auch, denn die Amazone im Motorrad-Rennsport war schon 2013 beim Grand-Prix-Rennen in Malaysia die erste Frau überhaupt, die in der Moto 3-Weltmeisterschaft in die Punkteränge fuhr. „Es wird halt in der Gesellschaft anders aufgenommen, wenn eine Frau ein Motorrad-Rennen gewinnt. Aber da ist nichts dabei. Wenn ein Mann gewinnt und ich nicht, dann ärgere ich mich genauso.“

Viel Zeit zum ärgern hat Luca Grünwald allerdings nicht, denn schon am 10. Juni geht es mit dem fünften der insgesamt acht WM-Rennen im tschechischen Brünn weiter. Da könnte den Fahrern von Teamchef Carsten Freudenberg dann mal die kurze Anreise einen kleinen Vorteil verschaffen. Schließlich sind es „nur“ 370 Kilometer bis zum Automotodrom Brno.

Was den bisher besten Bischofswerdaer WM-Piloten derzeit viel mehr nervt als eine Spanierin auf Platz eins, dass sind die ständigen Veränderungen, die vor jedem Rennen an den Motorrädern vorgenommen werden müssen. Dabei werden die Maximaldrehzahl und das Gewicht der Renner aktuell angepasst. „Wenn man bei den Umdrehungen etwas wegnimmt, dann geht es auch bei der Übersetzung los und die vorab gemachten Berechnungen stimmen nicht mehr. Gut ist das nicht!“

Hauptproblem in Donington war am Ende aber auch die Tatsache, dass sowohl Grünwald als auch Max Kappler – die Nummer drei im Freudenberg-Team – sich nach einem mäßigen freien Training anschließend in der Superpole 1-Qualifikation nicht für die Superpole 2 qualifizieren konnten. Hier werden die ersten zwölf Startplätze für das Rennen vergeben. Nur die beiden schnellsten der Superpole 1 rücken auf – und Grünwald war nur Vierter.

Immerhin war Jan-Ole Jähnig dort dabei und konnte am Sonntag von Platz vier aus losdüsen. Grünwald fuhr von Rang 14 noch auf Platz zehn nach vorn und holte sechs Zähler, während Kappler als Neunzehnter startete und die Punkteränge auf Rang 16 knapp verpasste. Damit verfehlte Carsten Freudenberg auch das Ziel, Platz zwei in der WM-Teamwertung zu behaupten.

Hier fiel das Duo Grünwald/Kappler, das als Freudenberg KTM WorldSSP Team startet, mit 56 Punkten hinter Motoport Kawasaki (57) auf Platz drei zurück. Jan-Ole Jähnig wird als Freudenberg KTM Junior Team allein gewertet und ist mit seinen 27 Punkten Zehnter. Vorn ist das DS Junior Team mit Ana Carrasco und dem Portugiesen Dorren Loureiro (115 Pkt.) weit enteilt.

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