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Dienstag, 22.03.2016

Pleiten, Pech und Pannen auf der Elbe

Alle paar Jahre kommt es in und um Dresden zu Schiffshavarien. Besonders an Brücken.

Von Lars Kühl

Auch vor 110Jahren sorgte eine Havarie auf der Elbe, wie hier an der Augustusbrücke, für Aufsehen.
Auch vor 110 Jahren sorgte eine Havarie auf der Elbe, wie hier an der Augustusbrücke, für Aufsehen.

© Sammlung: Holger Naumann

Eine Woche lang hielt die „Albis“ Dresden in Atem. Experten überlegten erst, probierten dann und schleppten den an der Albertbrücke gestrandeten Frachter schließlich am Montag wieder frei. Bis zum Schluss zog das havarierte Schiff die Schaulustigen und Hobbyfotografen magisch an. So, als ob es so etwas noch nie im sächsischen Elbtal gegeben hätte. Dabei kommen solche Havarien gar nicht so selten vor.

Erst im Dezember vorigen Jahres hatte eine Sandbank einen Schlepper an der Marienbrücke gestoppt. Eine aus Tschechien geschickte Welle konnte das Schubschiff letztendlich befreien.

Zu Pfingsten 2014 war ein Frachter in Kötitz bei Coswig gestrandet, ein Jahr zuvor erwischte es ein Motorgüterschiff an der Augustusbrücke, das am Elbufer auf Grund lief, weil es einem entgegenkommenden Schubverband Platz machte.

Die Liste lässt sich fortsetzen: 2012 schlägt ein Tschechen-Güterschiff in Pirna leck, 2011 schrammte sich ein Schubverband den Kiel an der damaligen Baustelle Waldschlößchenbrücke auf. Meißen 2009, 2007 Königstein und wieder Dresden, dieses Mal läuft ein Hotelschiff an der Marienbrücke auf Grund. Alle paar Jahre wird eine Brücke zum unüberwindbaren Hindernis.

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Eine große Havarie ereignete sich 1978, im Oktober. Als der Schlepper eines tschechoslowakischen Verbandes einen Motorschaden erlitt und den Anker warf, verlor er die Kontrolle über seine zwei Frachtkähne. An der Marienbrücke kam es zur Kollision. Ein Frachter trieb quer zur Brücke. Für die Bergung musste auch damals schwere Technik herbeigeschafft werden.

Niedrigwasser war Schuld, dass 1934 der Schleppdampfer „Nassau“ zwischen Riesa und Meißen auseinanderbrach. Viele Schaulustige verfolgten damals die Bergung. Genau wie auf der Postkarte von 1906, als der Elbkahn „Alwine Auguste“ an der Augustusbrücke zerbrach.