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Donnerstag, 08.11.2018

Planer sollen freie Hand haben

Die Stadt möchte beim Schwimmbad so wenig Vorgaben wie möglich machen, um anschließend eine breite Auswahl zu haben.

Von Peter Anderson

Seit 2002 verrottet das Freibad in Bohnitzsch vor sich hin. Die Anlagen sind nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt wird komplett neu über das Gelände nachgedacht.
Seit 2002 verrottet das Freibad in Bohnitzsch vor sich hin. Die Anlagen sind nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt wird komplett neu über das Gelände nachgedacht.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Der jetzt gestartete Ideenwettbewerb für das Areal rund um das Wellenspiel sowie das frühere Freibad in Bohnitzsch hat bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Meißner Stadtrates zu Nachfragen geführt. Das geht aus einem Mitschnitt von Meißen Fernsehen hervor.

So meldete sich in der zu Anfang der Sitzungen neu eingeführten Bürgerrunde Ulrike Janta-Schulze zu Wort. Sie begrüße es sehr, dass dieses Projekt dem Ausschuss jetzt einen Tagesordnungspunkt wert sei und es nun endlich einen Schritt weitergehe. Schließlich sei eine Menge Zeit ohne größere Fortschritte vergangen, seit Bad-Enthusiasten 2009 den Unterstützerverein gründeten. Ulrike Janta-Schulze vermutet, dass möglicherweise der heiße Sommer oder auch der intensive Oberbürgermeisterwahlkampf Schwung in die Angelegenheit gebracht hätten.

In einer ersten Frage erkundigte sich die Bürgerin danach, wie die vier Firmen für den nun beabsichtigten Variantenvergleich durch die Verwaltung beziehungsweise den Stadtrat ausgewählt worden seien. Könnten diese bestimmte Referenzobjekte vorweisen? Zudem verwies die Meißnerin darauf, dass in der Ausschreibung keine konkreten ökologischen Ziele vorgegeben seien, was etwa die Wasseraufbereitung anbelange. Es falle lediglich der sehr dehnbare Begriff von Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist ihrer Ansicht nach nicht klar genug definiert, ob ein angedachtes Feriendorf beziehungsweise Hotel in das Badgelände mit einbezogen oder auch von diesem komplett abgegrenzt werden sollte.

In ihrem Schluss-Plädoyer sprach sich Ulrike Janta-Schulze dafür aus, den Bürgern bei einem Beschluss über die Siegervariante eine starke Stimme zu geben. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Frank Buchholz von der Bürgerinitiative „Meißen kann mehr“ geäußert. Er regte an, die Planspiele zu Bohnitzsch in die Diskussion um das sogenannte Integrierte Stadtentwicklungskonzept einzubeziehen. Bei dieser Gelegenheit könnten die Planer direkt Impulse von den Bürgern aufnehmen. Eine nächste Runde wurde laut Bauverwaltungsamtsleiterin Inga Skambraks auf den 3. Dezember im Saal der Sopro gelegt. Der genaue Ablauf solle jedoch noch im Stadtrat besprochen werden.

In seiner Antwort auf die Bürgerfragen betonte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos), dass es in dem kürzlich angestoßenen Wettbewerb nicht darum gehe, Nägel mit Köpfen zu machen und detailliert festzulegen, was mit dem Gelände geschehen solle. „Wir wollen so wenig wie möglich Vorgaben machen, um den Firmen die Freiheit zu geben, ihre Ideen sprudeln zu lassen“, so Raschke. So solle darüber nachgedacht werden, welche ganzjährigen Nutzungsmöglichkeiten für das Areal rund um Wellenspiel und früheres Freibad vorstellbar seien. Im Durchschnitt müsse von 21 guten Badetagen pro Jahr ausgegangen werden, so der Rathauschef.

Der vergangene Sommer sei eine Ausnahme gewesen und sollte nicht als Maßstab gelten. Für den Winter sei beispielsweise denkbar, mit einer Spritzeisbahn einen weiteren Anziehungspunkt zu schaffen. „ Wir möchten eine möglichst große Auswahl erhalten“, so Raschke. Vorgestellt werden sollte diese Anfang nächsten Jahres. Erst im Anschluss würden Musterlösungen erarbeitet, diskutiert und schließlich beschlossen. Einer Idee von ULM-Fraktionschef Wolfgang Tücks folgend, seien die Gymnasiasten des Franziskaneums angefragt, sich eigenständig einen Kopf über ihre Vision für einen Bohnitzscher Freizeitpark zu machen.