erweiterte Suche
Mittwoch, 16.05.2018

Pixel-Pfad durch Radeberg

Drei Enthusiasten machen die Geschichte der Stadt lebendig. Das geschieht auf ganz moderne Art.

Von Thomas Drendel

Bild 1 von 2

Vorsichtig bringt Klaus Schönfuß einen QR-Code am Radeberger Markt an. Interessenten können jetzt das Handy auf das Pixel-Quadrat halten, schon werden Angaben zur Geschichte der Stadt heruntergeladen. Klaus Schönfuß hatte gemeinsam mit seiner Frau Renate Schönfuß-Krause und dem Radeberger Wanderwegewart Herbert Müller die Idee zu dem Projekt.
Vorsichtig bringt Klaus Schönfuß einen QR-Code am Radeberger Markt an. Interessenten können jetzt das Handy auf das Pixel-Quadrat halten, schon werden Angaben zur Geschichte der Stadt heruntergeladen. Klaus Schönfuß hatte gemeinsam mit seiner Frau Renate Schönfuß-Krause und dem Radeberger Wanderwegewart Herbert Müller die Idee zu dem Projekt.

© Thorsten Eckert

  • Vorsichtig bringt Klaus Schönfuß einen QR-Code am Radeberger Markt an. Interessenten können jetzt das Handy auf das Pixel-Quadrat halten, schon werden Angaben zur Geschichte der Stadt heruntergeladen. Klaus Schönfuß hatte gemeinsam mit seiner Frau Renate Schönfuß-Krause und dem Radeberger Wanderwegewart Herbert Müller die Idee zu dem Projekt.
    Vorsichtig bringt Klaus Schönfuß einen QR-Code am Radeberger Markt an. Interessenten können jetzt das Handy auf das Pixel-Quadrat halten, schon werden Angaben zur Geschichte der Stadt heruntergeladen. Klaus Schönfuß hatte gemeinsam mit seiner Frau Renate Schönfuß-Krause und dem Radeberger Wanderwegewart Herbert Müller die Idee zu dem Projekt.

Radeberg. Wer war noch einmal Dr. Rudolf Friedrichs, wann wurde eigentlich Schloss Klippenstein erbaut, und was hat es mit der „Toten Frau“ im Hüttertal auf sich? Bei Spaziergängen hat sich wohl jeder schon diese oder ähnliche Fragen gestellt und sie nie beantwortet bekommen. Das lässt sich ändern, sagten sich Ende vergangenen Jahres Klaus Schönfuß, Herbert Müller und Renate Schönfuß-Krause.

Die drei Radeberger kennen sich mit der Stadtgeschichte bestens aus und Klaus Schönfuß ist außerdem ein Computerfreak, wie er selber sagt. Ihm kam auch die Idee, wie man dieses Wissen an den Mann oder die Frau bringen kann. „Die meisten haben immer ihr Handy dabei. Warum also nicht die gewünschten Angaben einfach bequem und unkompliziert auf das kleine Ding laden“, sagt er. Die Technik ist vorhanden. Es gibt die sogenannten QR-Codes. Das sind kleine Quadrate mit schwarz-weißen Pixeln. Auf die muss man nur das Handy draufhalten und schon werden die Angaben über das Internet aufs Smartphone geladen. Kleine Voraussetzung: Zuvor muss man einen QR-Scanner heruntergeladen haben. Den gibt es kostenlos im Internet. Verwendet wird die Technik schon vielerorts, bei Verkehrsbetrieben, in der Werbung, in Museen. „Das können wir auch für Radeberg nutzen, so unsere Idee“, sagt Klaus Schönfuß.

Auf besondere Klebefolie gedruckt

Bei der Stadtverwaltung Radeberg stießen die drei auf Zustimmung und so machten sie sich an die Arbeit. „Zunächst war es wichtig, die Orte herauszusuchen, an denen die QR-Codes angebracht werden können, also wo es interessante Geschichten gab oder wo historische Daten vorlagen“, sagt Herbert Müller. Er ist auch Wanderwegewart von Radeberg. Das Hüttertal mit der Schlossmühle, der Knochenstampe oder auch dem Felsvorsprung „Tote Frau“ war da geeignet.

Die Angaben zu den Orten finden sich in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia oder auch auf der Homepage des Hüttertal-Vereins. „Die jeweiligen Internetadressen mussten wir dann gewissermaßen in QR-Codes übersetzen. Das funktioniert mit sogenannten QR-Generatoren“, erzählt Klaus Schönfuß. Nächster Schritt war dann, die entsprechenden Aufkleber herzustellen. „Mittels Laserdrucker haben wir die Codes auf besondere Klebefolien gedruckt und auch spezielle Folien gekauft, die über die QR-Codes kommen, damit sie nicht von der Sonne ausgeblichen werden.

Hüttertal ist erst der Anfang

Die kleinen Pixelquadrate brachten die drei zunächst auf schon vorhandenen Informationstafeln im Hüttertal an. „Schon am ersten Tag Ende April zückten zahlreiche Spaziergänger ihre Handys und waren erstaunt, wie gut das funktioniert“, sagt Klaus Schönfuß. Das Hüttertal ist für die drei Enthusiasten aber erst der Anfang. „Wir planen jetzt, die vorhandenen Tafeln des Bierstadt-Pfades mit den Pixel-Quadraten zu ergänzen. So bekommen Radeberg-Besucher zusätzliche Informationen.“ Aber auch an Straßenschildern mit den Namen berühmter Personen sollen die QR-Codes angebracht werden. Denkbar ist das an der Dr.-Albert-Dietze- oder der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße. „Handy draufhalten, sofort hat man den kompletten Lebenslauf der Personen auf dem Display.“

Auch an historischen Gebäuden in der Stadt ist das denkbar oder an Häusern, in denen sich einst bekannte Gasthöfe befanden, beispielsweise der Dresdner Hof oder der Sachsenhof. „Natürlich ist da immer die Zustimmung der Eigentümer Voraussetzung.“ Eine weitere Anwendungsmöglichkeit besteht auf den Radeberger Friedhöfen. „Dort sind einst berühmte Personen begraben. Mit einem Klick weiß man beispielsweise, wer Theodor Arlt war. Diese Art der Stadterkundung ist dann vielleicht auch für Schulklassen interessant.“