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Donnerstag, 12.07.2018

Pierburg lehrt am besten

Der Betrieb wurde als eine der besten Ausbildungsstätten in Sachsen ausgezeichnet. Dabei geht es auch um Marketing.

Von Eric Mittmann

Personalleiterin Ella Seel und Azubi Klaus Ritter vor der neuen Anlage der Pierburg Pumpentechnologie GmbH. Ritter durchläuft derzeit eine Ausbildung zum Mechatroniker in dem Betrieb. Die Steuerungssoftware der Maschine, die künftig Wasserumwälzpumpen für Audi produziert, könnte er dann bedienen, sagt Seel.
Personalleiterin Ella Seel und Azubi Klaus Ritter vor der neuen Anlage der Pierburg Pumpentechnologie GmbH. Ritter durchläuft derzeit eine Ausbildung zum Mechatroniker in dem Betrieb. Die Steuerungssoftware der Maschine, die künftig Wasserumwälzpumpen für Audi produziert, könnte er dann bedienen, sagt Seel.

© Dietmar Thomas

Hartha. Während Klaus Ritter über seine Ausbildung berichtet, wird hinter ihm eine neue Maschine eingerichtet. „Hier produzieren wir in Zukunft eines von vier Produkten, eine Wasserumwälzpumpe für Audi“, sagt Fertigungskoordinator Jens Görlitz und und Personalleiterin Ella Seel ergänzt: „Unsere Mechatroniker sind beispielsweise in der Lage, die Steuerungsprogramme der Maschine zu lesen und damit umzugehen.“ Einer dieser Mechatroniker könnte künftig Klaus Ritter sein. Vor etwa zwei Jahren entschied er sich, eine Ausbildung bei der Pierburg Pumpentechnologie GmbH in Hartha anzufangen. „Ich komme aus Geringswalde, da war das Unternehmen immer ein Begriff“, so der Auszubildende.

Vom Unternehmensverband Sachsenmetall wurde Pierburg nun als einer der besten Ausbildungsbetriebe des Freistaates ausgezeichnet. 20 Ausbildungsplätze stehen im Unternehmen zur Verfügung. Neben der Ausbildung zum Mechatroniker werden aktuell auch Zerspanungsmechaniker und Elektriker für Betriebstechnik angeboten. 19 Plätze sind laut Personalleiterin Seel derzeit besetzt. „Die meisten unserer Azubis werden auch übernommen. Von den knapp über 500 Mitarbeitern, die derzeit zu Pierburg gehören, haben viele bereits hier angefangen. Unsere Fluktuation liegt bei unter einem Prozent.“

Die Ausbildung selbst erfolge dabei im Verbund mit Partnern, zu denen unter anderem VW gehört. „Die Theorie lernen sie in der Berufsschule in Chemnitz. Die Praxis findet zum Teil bei unseren Partnern sowie hier im Betrieb statt, wobei wir sie bereits in den Produktionsablauf integrieren“, erklärt Seel. Klaus Ritter durchlief somit bereits drei von vier der sogenannten Minifactories der Pierburg GmbH. „Am Anfang war es ganz schön viel Theorie. Mittlerweile hat sich das allerdings relativiert und ich kenne mich bereits besser im Betrieb aus. Der Zusammenhalt ist sehr gut hier.“

Personalleiterin Seel sagt, sie versteht, dass die Auszubildenden lieber im Betrieb arbeiten wollen. „Die Verbundausbildung hat Vor- und Nachteile. Vor Ort hätten wir eine bessere Integration. So sind wir flexibler.“ Das Angebot an Ausbildungsberufen könne einfacher und schneller geändert werden, sagt Seel.

Gleichzeitig gibt die Personalleiterin zu bedenken, dass es für ein Unternehmen nicht nur zur Ausbildung gehört, einen Azubi durch die drei Lehrjahre zu bringen. „Es gehört auch Marketing dazu. Das haben wir vor allem im vergangenen Jahr sehr verstärkt und beispielsweise Verträge mit fünf regionalen Schulen geschlossen, darunter das Martin-Luther-Gymnasium und die Pestalozzi-Oberschule in Hartha sowie die Oberschule Waldheim.“

Die Suche nach Nachwuchs sei eine besondere Herausforderung innerhalb der Region, derer sich Pierburg in den letzten Jahren jedoch zunehmend besser gestellt habe. Das Unternehmen beteiligt sich an Informationsveranstaltungen, Schülern werden unter anderem Schnupperpraktika und Werksbesichtigungen angeboten. Auch im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Döbeln ist Pierburg engagiert. „Wir betreiben ein intensives Marketing und kommunizieren sehr viel. Dadurch ist unser Bekanntheitsgrad gestiegen“, sagt Ella Seel.