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Freitag, 17.04.2009

Pharmakonzern investiert mehr als 100 Millionen in neues Dresdner Serumwerk

In der Innenstadt sollen ab 2012 ein neues Labor und eine Fabrik entstehen.

Von Denni Klein

Erstmals sind Pläne für die geplante Erweiterung des Serumwerks präsentiert worden. Gegenüber dem aktuellen Standort an der Pillnitzer Straße will der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline ab 2012 eine weitere Produktionsstätte bauen. Dort soll die nächste Generation von Grippe-Impfstoffen hergestellt werden. Die Stadt muss die alten Bebauungspläne jetzt ändern. Diese wurden nun vorgestellt und sollen demnächst ausliegen.

Erster Schritt: Stadt klärt Regeln für Fabrikbau

Die Stadt legt die Hürden für die Erweiterung hoch: Es gibt Lärmgrenzen, die Gerichtsstraße soll Lkw-freie Tempo-30-Zone bleiben, und das Werk muss hochwassersicher sein. Im Erdgeschoss der neuen Fabrik darf deshalb nicht produziert werden. Es wird als flutbare Tiefgarage und Anlieferzone des Werks genutzt. Viele Anwohner fürchten dennoch um die Wohnqualität und zweifeln die Sicherheit der Fabrik an. „Es ist ein biochemisches Unternehmen. So etwas hat nichts in einer Innenstadt zu suchen“, warnt Anwohner Lutz Werner.

Zweiter Schritt: Neubau eines Versorgungszentrums

Das Areal zwischen Pillnitzer-, Gerichts-, Ziegel- und Steinstraße wird für die neue Fabrik komplett umgestaltet. Zunächst sollen die alte Schwimmhalle, das Ärztehaus und der Netto-Markt abgerissen werden. In einem neuen Versorgungszentrum sollen wieder ein Supermarkt, sowie Büro- und Praxisräume untergebracht werden. Der Bauherr – die TLG Immobilien – ist wegen der langwierigen Planung der Stadt in Verzug. Ob der Komplex bis Jahresende fertig ist, bleibt weiter unklar.

Dritter Schritt: Bau des Büro- und Laborgebäudes

Ab 2012 soll dann die eigentliche Erweiterung des Serumwerks beginnen. Zunächst wird dafür an der Pillnitzer Straße ein Büro- und Laborgebäude errichtet. Die Werksgebäude dürfen genauso hoch werden wie die bestehende Fabrik. Die Steinstraße wird an die Häuser verlegt. An der Pillnitzer werden Flächen für die geplante Straßenbahn nach Plauen freigehalten.

Vierter Schritt: Bau der neuen Serumfabrik

Erst danach soll schließlich die eigentliche Produktionsstätte entstehen. „Es wird auch künftig keine Forschung an unserem Standort geben, und wir beabsichtigen, weiterhin ausschließlich Grippe-Impfstoff herzustellen, lediglich auf der Basis neuartiger Verfahren“, erklärt der Werkschef, Peter Schu. Über 100 Millionen Euro kostet der Bau, und 100 neue Jobs sollen entstehen.