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Mittwoch, 14.03.2018

Osterfeuer in Weißig darf nicht stattfinden

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© Symbolfoto: dpa

Traurig, entsetzt, enttäuscht. Die Reaktionen bei den Weißigern und auch bei den Vertretern der Kirchen gehen alle in eine Richtung. Keiner von ihnen kann verstehen, warum das Osterfeuer in Weißig in diesem Jahr abgesagt wurde. Aus Brandschutzgründen: so lautete die Begründung von Ortschaftsvorsteherin Daniela Walter (CDU) in der Zeitschrift Hochland-Kurier. Veranstalter waren Feuerwehr Weißig und die Sportgemeinschaft Weißig.

Joachim Brockpähler, der Initiator des Feuers und früherer Gönnsdorfer, ist sauer: „Es darf doch nicht wahr sein, dass so eine schöne Tradition mit einer zweifelhaften Beschlusslage zunichte gemacht wird.“ Das Osterfeuer hatte seit 2006 zwölfmal in Folge stattgefunden. Immer am Abend des Ostersonntags, immer am Sportplatz in Weißig. „Für die Menschen war es nach dem Winter oft das erste Ereignis, wo sie sich draußen in einer schönen Gemeinschaft wieder begegnet sind“, so Joachim Brockpähler. Jedes Jahr gab es dabei eine ökumenische Feierstunde mit dem evangelischen Pfarrer Wilfried Fritzsch und Pater Willi Lambert vom Jesuitenorden. Auch Willi Lambert ist enttäuscht. „Mir hat es immer viel Freude bereitet, mit den rund 300 Leuten den Frühling zu begrüßen und uns auszutauschen“, sagt er. Ortvorsteherin Daniela Walter verweist auf wiederholte Beschwerden. „In den letzten Jahren gab es wiederholt vehemente Beanstandungen des Sachgebietes Ordnung und Sicherheit bis hin zu Anzeigen beim Fachamt.“ Die Veranstalter des Osterfeuers hätten sich daher entschlossen, das Osterfeuer nicht mehr durchzuführen. „Ich bedaure diese Entscheidung sehr, glaube aber, dass sie zum Schutze der ehrenamtlichen Helfer vor weiteren Problemen notwendig war“, so Walter. Sie will nun prüfen, ob das Feuer 2019 wieder stattfinden kann. Die Feuerwehr will sich dazu nicht äußern, so Sprecher Ralf Schröder. (SZ/jv)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. waldemar siegert

    von der wiege bis zur bahre, formulare, formulare, formlare. in deutschland werden sie eher an der bürokratie ersticken ehe was vernünftiges entschieden wird. diese entscheidung dokmentiert, nur keine probleme, also weg damit. erbärmliche entscheidung des ortsvorstandes, oder der -vorsteherin???? aber bei cdu nix anderes zu erwarten. diese cdu ist in wahrheit sed 3.0, alles weg, was verbindet.

  2. MausW

    Der Artikel gibt zu ca. 75% die Meinungen (das Gejammer) der Veranstalter wieder, geht aber mit keinem Wort auf die Gründe ein, weshalb das Feuer "Brandschutzgründen" zuwiderläuft. Wie dann #1 die Bürokratie als Schuldige ausmacht, bleibt somit fragwürdig. #1 kann ja als Verantwortlicher auftreten und seine Unterschrift unter eine Genehmigung setzen. Aber nein, damit würde man ja eben jene Verantwortung übernehmen, die man als Bürokratie abtut.

  3. Zukunftsweißiger

    Man darf sich fragen, wieso das Osterfeuer 18 Mal zuvor keinen Brandschutzvorschriften zuwiderlief. Man darf die Frage stellen, ob die angeblich bemängelten Brandschutzgründe in anderen Gemeinden, die Osterfeuer organisieren, in vergleichbarem Maße vorliegen. Oder darf man nicht? Sind es vorgeschobene Gründe, und bestimmte Traditionen unserer Heimat abzuwürgen?

  4. Umweltfreund

    In Zeiten, in denen über das Verbot feinstaubbelasteter Fahrzeug laut nachgedacht wird und alten Ofenbesitzer verboten wird, das im Garten gemachte Feuerholz im Ofen zu verbrennen, müssen solch heidnische Bräuche wie Osterfeuer schon aus umweltschutztechnischen Gründen verboten werden. Nur weil eine Gruppe Menschen daran Freude hat, die Gegend mit Russpartikeln zu überziehen, muss das nicht zwangsläufig toll für den Rest der Menschen sein. Es gehört grundsätzlich verboten, es sei denn, der Veranstalter gewährleistet, dass keinerlei Russpartikel freigesetzt werden. Da dies technisch nicht möglich sein wird, Schluss mit diesen albernen Bräuchen! Nächstens werden noch Hexen verbrannt, nur weil es da auch alte Traditionen gibt...

  5. Der echte jk

    @4Umweltfreund: Linksgrün verdrehte würden Kühen auch das Furzen verbieten, wegen dabei freiwerdender Methangase. Und bei den Osterfeuern entsteht CO2: wertvolle Baumnahrung. Auch das begreifen sie nicht.

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