erweiterte Suche
Montag, 11.06.2018

Ohne Schmerzen und ohne Sieg

Kira Walkenhorst feiert nach zwei Operationen ihr Comeback. Mit neuer Partnerin kassiert die Olympiasiegerin Niederlagen.

Von Kirsten Opitz

Die rechte Schulter ist zwar weiterhin getapt, schmerzt aber nicht mehr so wie vor der Operation, versichert Kira Walkenhorst. Die Hamburgerin baggerte nach zehn Monaten Pause erstmals wieder bei einem Turnier.
Die rechte Schulter ist zwar weiterhin getapt, schmerzt aber nicht mehr so wie vor der Operation, versichert Kira Walkenhorst. Die Hamburgerin baggerte nach zehn Monaten Pause erstmals wieder bei einem Turnier.

© nordphoto/Kurth

Kira Walkenhorst hielt sich nicht lange mit der Enttäuschung auf. „Ich bin sehr froh, wieder spielen zu können. Es hat wirklich viel Spaß gemacht“, sagte die Beachvolleyball-Olympiasiegerin nach ihrem Comeback bei der Beach-Tour in Münster. Beim Debüt mit ihrer neuen Partnerin Leonie Körtzinger musste die 27-Jährige zwei Niederlagen hinnehmen, der erste Turniereinsatz nach zehnmonatiger verletzungsbedingter Abstinenz war damit bereits schnell wieder vorbei.

„Die Hüfte ist komplett schmerzfrei. Die Schulter merke ich bei großer Belastung noch leicht, aber das ist überhaupt kein Vergleich zum vergangenen Jahr“, sagte Walkenhorst, die sich zwei Operationen unterzogen hatte und erst vor sechs Wochen ins Training zurückgekehrt war. Da Walkenhorsts Partnerin Laura Ludwig eine Babypause einlegt und wohl noch im Juni Mutter eines Sohnes wird, tritt Walkenhorst in dieser Saison mit der sechs Jahre jüngeren Körtzinger an.

Die ist mit 1,89 Metern noch fünf Zentimeter größer als Walkenhorst, also wechselte die Hamburgerin vom Block in die Abwehr. Die neue Rolle sei „noch etwas ungewohnt“, so Walkenhorst: „Manchmal zucke ich immer, um nach vorne ans Netz zu laufen. Aber das stelle ich auch noch ab. Das wird in zwei Wochen in Düsseldorf hoffentlich kein Thema mehr sein.“

Walkenhorst gilt als eine der besten Blockspielerinnen der Welt, nun überlässt sie Nachwuchshoffnung Körtzinger das Netz. Die Psychologiestudentin aus Kiel soll langsam an die Weltspitze herangeführt werden, sie trainiert bereits seit zwei Jahren am Olympiastützpunkt in Hamburg und gehört zum Perspektivteam des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). „Mit Leonie Körtzinger hat sie eine junge und aus unserer Sicht sehr perspektivreiche Spielerin an ihrer Seite, die behutsam als mögliche Nachfolgerin mit Blick auf 2024 und 2028 aufgebaut werden soll“, hatte Niclas Hildebrand, Beachvolleyball-Sportdirektor des DVV bei der Vorstellung von Körtzinger gesagt.

Für Walkenhorst, die im Juli 2019 gemeinsam mit Ludwig (32) am Hamburger Rothenbaum ihren Weltmeistertitel verteidigen und bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 ihren Gold-Coup wiederholen will, ist der Wechsel in die Abwehr auch der Gesundheit geschuldet. Die Position ist gelenkschonender, da Walkenhorst weniger springen muss.

Im Terminplan des neuen Teams stehen die meisten Turniere der deutschen Serie, am kommenden Wochenende macht diese auf dem Dresdner Altmarkt Station. Ziel des neuen Duos ist die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand Ende August. Um sich dafür zu qualifizieren, muss es in den nächsten Wochen aber deutlich besser laufen als in Münster. (sid)