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Dienstag, 12.06.2018

Nur Ausgeburten wilder Fantasie?

Meeresmonster, Affenmenschen, Einhörner –mit diesen und anderen Ungeheuern befasst sich eine Sonderausstellung im Japanischen Palais.

Von Christian Ruf

Sindbad und ein Flugtaxi der besonderen Art: ein Roch, an dessen Bein geklammert Sindbad laut einem Märchen aus 1001 Nacht von einer Insel fliehen kann.Foto: PR
Sindbad und ein Flugtaxi der besonderen Art: ein Roch, an dessen Bein geklammert Sindbad laut einem Märchen aus 1001 Nacht von einer Insel fliehen kann.Foto: PR

Viele Kinder wollen bekanntlich abends nicht schlafen gehen, weil sie befürchten, dass sich unter dem Bett ein hungriges Krokodil, ein hässlicher Drache oder ein sonst wie geartetes Monster versteckt hat. Es gibt natürlich auch nette Monster, bekannt sind etwa Krümelmonster aus der Sesamstraße, aber in der Regel wissen Kinder, dass man solche Ungetüme besser meidet. In Einzelfällen kommt es aber auch vor, dass man morgens aufwacht und feststellt, dass man das Monster geheiratet hat.

Die Legende vom „Wilden Mann“findet sich in vielen Kulturen

Nun ermöglicht die Sonderausstellung „Monster und Mythen – Seeungeheuer, Einhorn und Co.“ der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden zum einen die Begegnung mit entsprechenden (Monster-)Wesen, vermittelt zum anderen aber auch, was wissenschaftlich gesehen dahintersteckt. So wird versucht zu klären, wer oder was mit dem riesigen Vogel Roch gemeint sein könnte, an dessen Bein sich Sindbad in einem der Märchen aus 1001 Nacht klammert, um von einer einsamen Insel zu entkommen. Ein fliegendes Spaghettimonster war wohl eher nicht im Spiel. Es könnte der madegassische Elefantenvogel gewesen sein. Drei Meter hoch, 400 Kilogramm schwer, längst ausgestorben. Und wer oder was verbirgt sich hinter Zyklopen, wie dem einäugigen Polyphem, dem Odysseus in Homers gleichnamigen Epos begegnet?

Insbesondere in unzugänglichen Regionen der Erde wie wilden Gebirgslandschaften oder dichten Wäldern tummeln sich seltsame Wesen. So findet sich – älter werden heißt ja oft lediglich, dass die Monster vom Kinderzimmer in den Kopf ziehen – in verschiedensten Kulturen die Legende vom „Wilden Mann“, die Schlesier haben ihren Rübezahl, die Amerikaner ihren Bigfoot. Auch der Mär vom Einhorn wird auf den Grund gegangen. Und auch die geheimnisvollen Tiefen der Meere und Ozeane reg(t)en die Fantasie der Menschen an, was Geschichten von gefährlichen Geschöpfen angeht. Seeleute berichteten einst von fürchterlichen Ungeheuern, mit denen sie Naturerscheinungen und Gefahren erklärten. So bildet die berühmte „Carta Marina“ des Olaus Magnus von 1539 auch Seeschlangen und Riesenkraken ab. Dahinter verbergen sich Riemenfisch und Riesenkalmar – neben Nessie, Mosasaurus, Japanischer Riesenkrabbe und Riesenmaulhai nur zwei der lebensgroßen Nachbildungen von Kreaturen der Tiefsee mit Hautgröße XXXXL, die in der Ausstellung bestaunt werden können.

Bis heute nehmen sich Literatur und Kino der Mythen und Sagen von Bestien und Ungetümen gern an. Monster stehen für mögliche Gefahren in unbekannten Gebieten (King Kong) oder aus dem All (Aliens). Kreaturen vom Golem bis hin zum Terminator, aber auch die Saurier in den „Jurassic Park“-Filmen zeigen, dass es nicht immer die beste aller Ideen ist, die Grenzen der Wissenschaft partout überschreiten zu wollen.

Service

Was: „Monster und Mythen“

Wann: bis 3. März 2019,Di bis So 10 bis 18 Uhr

Wo: Japanisches Palais, DD

Tickets: 4 Euro (ermäßigt 2 Euro), Familienkarte 10 Euro

Hotline: 0351 810 853 04

Internet: www.senckenberg.de

Rahmenprogramm

Zur Ausstellung gibt es ein breites, museumspädagogisches Angebot für Kinder aller Altersklassen und Führungen für Erwachsene. Vorträge und Themenabende runden das Begleitprogramm ab.