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Freitag, 18.05.2018

Note 1 für Waldschlößchentunnel

Die regelmäßige Wartung und Pflege des 2013 eröffneten Waldschlößchentunnels zahlt sich aus. Nach den jüngsten Arbeiten hat der Prüfer den Zustand mit der Note „Sehr gut“ bewertet.

Von Peter Hilbert

3 Die Technik im Tunnel

Ein Blick in den Haupttunnel unter der Waldschlößchenstraße. Alle technischen Anlagen in dieser und den anderen Röhren werden automatisch gesteuert.
Ein Blick in den Haupttunnel unter der Waldschlößchenstraße. Alle technischen Anlagen in dieser und den anderen Röhren werden automatisch gesteuert.

© SZ/Peter Hilbert

Die regelmäßige Wartung und Pflege des 2013 eröffneten Waldschlößchentunnels zahlt sich aus. Nach den jüngsten Arbeiten hat der Prüfer den Zustand mit der Note „Sehr gut“ bewertet. Das teilt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz mit. Zweimal jährlich werden die Röhren mit ihrer Technik eine Woche lang überprüft und, wo nötig, auch gereinigt. Zudem werden ausgefallene oder beschädigte Teile instand gesetzt oder erneuert. Zuletzt geschah dies Mitte April.

Die Technik im Tunnel

Dabei mussten mehrere Mängel beseitigt werden. So wurde ein defektes Wechselverkehrszeichen am Südportal ausgetauscht, das die Geschwindigkeit anzeigt. Schließlich dürfen im Sommerhalbjahr statt der zulässigen 50 nachts nur 30 Stundenkilometer gefahren werden. Dafür müssen die Verkehrszeichen pünktlich umschalten, damit Kraftfahrer nicht in die Blitzerfalle geraten. Mit diesem Tempolimit soll die seltene Fledermausart Kleine Hufeisennase, genannt Hufi, geschützt werden – falls sie mal von der Flugroute unter der Brücke abkommt.

Außerdem erneuerten die Monteure bei der Tunnelwartung Vorschaltgeräte für die Fluchtwegleuchten und einige LED-Leuchten, die die Notgehbahn markieren. Darüber hinaus wechselten Techniker den Verstärker der Lautsprecheranlage und den Rechner der Video-Überwachungsanlage.

Die vier Röhren des Waldschlößchentunnels sind insgesamt 750 Meter lang. 33 Kameras mit Videodetektoren erfassen das Geschehen an jeder Ecke. Sie schwenken immer zu den Brennpunkten. So reagieren sie blitzschnell auf Fußgänger oder im Tunnel liegen gebliebene Autos. Die Überwacher sichten jedoch auch Tiere, so Füchse, Hasen oder freilaufende Hunde.

Beleuchtet wird der Tunnel hinter den Portalen zuerst mit Natriumdampflampen und dann mit LED-Leuchten. Diese werden von Sensoren je nach Helligkeit im Freien automatisch so reguliert, dass der Übergang bei der Einfahrt in den Tunnel für die Augen der Kraftfahrer nicht zu stark ist.

Mit dieser und weiterer Technik zählen die Röhren zu den am modernsten ausgestatteten Tunneln Europas. Das ist kein Zufall. Denn die EU hatte 2006 ihre Richtlinien verschärft. Konkreter Anlass war damals der Brand im Mont-Blanc-Tunnel zwischen Italien und Frankreich, bei dem 39 Menschen ums Leben gekommen waren. Dort erwiesen sich sowohl die technischen Systeme als auch die Überwachung als unzureichend. Deshalb muss der Waldschlößchentunnel auch rund um die Uhr von Spezialisten in der Reicker Betriebszentrale überwacht werden.

Im Tunnel hat es zwar schon mehrere Unfälle gegeben, größere jedoch noch nicht. So waren einige Kraftfahrer in der Kurve zu schnell, sodass es krachte, andere hatten beim Einordnen den Nachbarn übersehen. In den meisten Fällen gingen die Unfälle aber glimpflich mit einem Blechschaden aus.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. ole

    Ja, so einen schönen Tunnel muss man sich echt leisten können. Es wurde leider nicht im Artikel erwähnt, was der kostet. Denn die Tunnel machen den Unterhalt erst richtig wertig, da fallen in der Fläche schon mal ein paar Schlaglochreparaturen oder gar neue Fußwege weg. Aber für den weltschönsten Waldschlößchenbrückentunnel ist kein Opfer zu groß. Besonders gefallen mir die pünktlich umschaltenden Schilder, damit die Autos nicht in die Blitzerfalle geraten. Echt lieb gemacht. Schade, dass man das Tunnelfernsehen und die Lautsprecherdurchsagen nicht im Internet verfolgen kann. Vielleicht eine Idee für 1 mit Sternchen.

  2. Niederwäldler

    Na, lieber OLE, gab es da nicht vormals Brückengegner, die wollten einen Elbtunnel? Das hätte erst gekostet. So kommt man als Fußganger oder Radler wenigsten über die Elbe zum Biergarten.

  3. ole

    @2: Vormals gab es einiges. Aber auf keinen Fall nur schwarz und weiß.

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