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Nilgänse besetzen Storchenhorst

Die neue Nisthilfe am Rande von Klosterbuch lässt Weißstörche kalt. Das wird schamlos ausgenutzt, hat Siegfried Reimer beobachtet. Er sorgt sich.

18.05.2018
Von Heike Heisig

besetzen Storchenhorst
Nilgänse haben sich den Klosterbucher Storchenhorst angeschaut. Sie, aber auch einige Entenarten brüten in großer Höhe.

© Siegfried Reimer

Leisnig/Polditz. Seit gut einem Jahr gibt es am Ortsausgang von Klosterbuch in Richtung Bahnübergang an alter Stelle einen neuen Storchenhorst. Den haben Jugendliche der Umweltwerkstatt hergestellt und mit Unterstützung vom Landgut Westewitz angebracht. Doch ihre Hoffnung, dass ein Weißstorchpärchen auf das neue „Wohnungsangebot“ aufmerksam wird und einzieht, hat sich bislang nicht erfüllt. Dabei sind durchaus Vögel auf dem Horst zu beobachten – in dieser Woche sogar solche, die wie Störche ab und an auf einem Bein stehen.

„Zwei Nilgänse standen im Storchenhorst“, berichtet Naturschutzbeauftragter Siegfried Reimer. Wirklich gefreut hat ihn diese Entdeckung aber nicht. Er erklärt, weshalb: „Nilgänse sind eine sehr invasive Art. Sie breiten sich in Deutschland, auch in Sachsen als Brutvogel, sehr stark aus.“ Auch in der Döbelner Region beobachte er Nilgänse schon seit einigen Jahren, und zwar in Klosterbuch und am Stausee Baderitz. Das sorgt ihn. „Im ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig haben Nilgänse mehrfach Weißstorchpaare aus ihrem Horst vertrieben, diesen einfach für sich vereinnahmt“, schildert Siegfried Reimer. Diese Gefahr sieht er durchaus auch für den bewohnten Horst in Polditz. Ob es bereits erfolgreiche Nilgans-Bruten im Weißstorchenhorst gegeben hat, sei ihm bisher nicht bekannt.

Nach seiner Beobachtung hat sich Siegfried Reimer mit einem Experten verständigt. Der meine, dass es viel mehr von Helfern aufgestellte Nisthilfen als brutwillige Weißstörche gibt. Andere Vogelarten wie eben die Nilgänse nutzten das.