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Freitag, 25.05.2018

Nießbrauch mindert den Wert der Immobilie

In einem vorm Landgericht Kiel verhandelten Fall räumte der Erblasser seiner Lebensgefährtin ein lebenslanges hälftiges Nießbrauchsrecht an seinem Grundstück ein. Nach der Hochzeit setzte er die Frau testamentarisch zu seiner Alleinerbin ein. Nach seinem Tod machte sein Sohn aus erster Ehe Pflichtteilsrechte gegenüber der Stiefmutter geltend. Dabei setzte er den Wert des Grundstückes so an, als wäre es nicht mit einem Nießbrauchsrecht belastet.

Zu Unrecht, urteilten die Richter: Bei der Berechnung des für den Pflichtteil maßgeblichen Nachlasswerts ist das Nießbrauchsrecht wertmindernd zu berücksichtigen, auch wenn die Beklagte als Alleinerbin Nießbrauchsberechtigte ist. Der objektive Verkehrswert des Nachlassgrundstücks ist durch das Nießbrauchsrecht drastisch herabgesetzt.

(dpa)

Aktenzeichen: 12 O 82/17