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Freitag, 02.03.2018

Niederlage im Kühlschrank

Dynamo verliert gegen Darmstadt 0:2 und damit auch den Anschluss an die obere Tabellenhälfte.

Von Daniel Klein und Cornelius de Haas

18 Bilder vom Spiel Das Dynamo-Zeugnis: Entscheidende Aussetzer

Der Anfang einer Heimniederlage: Dynamos Niklas Kreuzer (r.) kann das Tor zum 0:1 durch Darmstadts Joevin Jones nicht verhindern.
Der Anfang einer Heimniederlage: Dynamos Niklas Kreuzer (r.) kann das Tor zum 0:1 durch Darmstadts Joevin Jones nicht verhindern.

© Robert Michael

Dresden. Der Blick geht wieder nach unten. Die ganz zarten Aufstiegshoffnungen, die nach den eigenen Erfolgen und den Patzern der Konkurrenten zuletzt aufgekommen waren, sind nun wohl endgültig verflogen. Nach der 0:2-Niederlage gegen Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 könnte der Abstand zur Abstiegsregion wieder gefährlich gering werden.

Bilder vom Spiel

Mit einem Sieg hätte Dynamo zumindest für einen Tag in der Tabelle einen gewaltigen Sprung nach oben machen können. Doch danach sah es am Freitagabend beim ersten Gastspiel der Darmstädter in Dresden überhaupt nur die erste knappe halbe Stunde aus.

Neuhaus bietet die gleiche Startelf wie beim Sieg in Bielefeld auf, und auch das Spiel beginnt ähnlich. Dynamo ist die bessere Mannschaft, kombiniert sicher und schnell über die Flügel, kommt zu dabei auch zu Chancen. Bei der ersten fehlen allerdings einige Meter. Manuel Konrad, der beim 3:3 im Hinspiel alle drei Dresdner Tore erzielt hatte, drischt den Ball aus gut 30 Metern in den K-Block. Die beste Möglichkeit vor der Pause hat Moussa Koné. Nach einem Freistoß von Philip Heise und einer Kopfballablage von Marcel Franke scheitert der Senegalese mit einem spektakulären Seitenfallzieher an Darmstadts Torhüter Daniel Heuer Fernandes.

Das Dynamo-Zeugnis: Entscheidende Aussetzer

1 von 14

Markus Schubert: 3

Zeigt sich mit seinen 19 Jahren wieder erstaunlich abgeklärt. Bei den Gegentoren wird er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Philip Heise: 5

Findet überhaupt nicht ins Spiel. Ungewohnt fahrig. Kein Wunder, dass das 0 1 über seine Seite fällt, als er den Ball gegen Platte verliert.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Florian Ballas: 4

Liefert eigentlich eine abgeklärte Vorstellung ab, doch als er vor dem 0:1 klären könnte, übermannt ihn die Angst vor einem Eigentor.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Marcel Franke: 3

Mal wieder der Turm in der Abwehr. Klärt, was zu klären ist und macht kurz vor dem Halbzeitpfiff per Kopf fast den Ausgleich.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Niklas Kreuzer: 4

Auf seiner Seite brennt lange nichts an, doch der Einwurf vor dem 0:2 überrumpelt ihn. Seine Flanken und Standards kommen kaum an.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Manuel Konrad: 3

Ist mit vollem Einsatz bei der Sache und versucht mehrfach, seinen Toren aus dem Hinspiel weitere hinzuzufügen.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Erich Berko: 4

Wechselt mit Horvath regelmäßig die Seite. Sorgt links wie rechts für Schwung, doch wirklich gefährlich wird es nicht.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Niklas Hauptmann: 3

Trotz der Kälte schnell auf Betriebstemperatur. Wieselflink und ballsicher, vergibt die Chance zum Anschluss (62.).

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Sascha Horvath: 3

Gegen die größeren Gegenspieler selbstbewusst. Sein Torschuss ist aber zu unplatziert (21.). Muss nach dem 0:2 für Mlapa raus.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Lucas Röser: 4

Läuft viel und setzt auch verlorenen Bällen energisch und anfangs auch erfolgreich nach. Fällt in Halbzeit zwei aber kaum noch auf.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Moussa Koné: 3

Stellt die Darmstädter Verteidigung in Hälfte eins vor Probleme. Seine Großchance kann gerade so entschärft werden. Taucht dann ab.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Haris Duljevic: 4

Empfiehlt sich zunächst für weitere Einsätze, wird mit fortlaufender Spieldauer aber immer überhasteter.

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Peniel Mlapa: 3

Kommt als dritter Stürmer und verpasst per Kopf und Direktabnahme den Anschlusstreffer (73./81.).

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Nicht zu bewerten: Aias Aosman(SZ/cdh)

Als die Gäste zum ersten Mal gefährlich vors Dynamo-Tor kommen, steht es 0:1 – die Parallele zum Bielefeld-Spiel ist perfekt. Heise vertändelt den Ball an der Seitenlinie, Felix Platte schaltet schnell, Ex-Dynamo Tobias Kempe spielt flach nach innen, wo Joevin Jones nur noch seinen Fuß hinhalten muss. Eine etwas unglückliche Figur macht dabei auch Innenverteidiger Florian Ballas, der offenbar aus Angst vor einem Eigentor nicht eingreift.

Nach der überraschenden Führung werden die Hessen, die nur eine ihrer letzten 18 Zweitligapartien gewinnen konnten, mutiger und gefährlicher. Begünstigt wird dies durch die nun vielen Fehler, die sich ins Dresdner Aufbauspiel einschleichen. Eine Direktabnahme von Platte lenkt Dynamo-Schlussmann Marcus Schubert gerade noch um den Pfosten (34). Erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff kommen die Schwarz-Gelben wieder zu einer Möglichkeit. Nach einer Ecke rauscht Marcel Franke heran, doch sein Kopfball zischt knapp am Pfosten vorbei.

Kurz nach der Pause versucht es Konrad wieder aus ähnlicher Entfernung, das Ergebnis ist das gleiche. Es klappt halt nicht immer. Dann enden die Ähnlichkeiten zur vergangenen Partie, denn nicht Dynamo erzielt nach 55 Minuten den Ausgleich, sondern die Lilien das 2:0. Nach einer Flanke steht Kempe zwischen Franke und Heise allein, kann in aller Ruhe einköpfen.

„Es wird ein schweres Spiel, allein schon aufgrund der Erwartungshaltung“, hatte Neuhaus angekündigt. Daheim gegen den Tabellenletzten nach den beiden Siegen zuletzt – was soll da schon schiefgehen? „Darmstadt kann jeden Zweitligisten schlagen, die Lage ist für sie alles andere als aussichtslos“, warnte der Trainer vor dem Anpfiff. Nach dem 0:2 wehrt sich Dynamo gegen die drohende Niederlage, Neuhaus bringt mit Peniel Mlapa einen dritten Stürmer, offensiver geht es nicht. Doch der Anschlusstreffer will einfach nicht fallen, Niklas Hauptmann scheitert am SV-Keeper, ein Kopfball von Mlapa geht übers Tor.

Die Darmstädter bringen den Vorsprung – gemessen an ihrer prekären Lage – erstaunlich souverän über die Zeit, haben selbst noch Konterchancen, die größte vergibt Jan Rosenthal.


Leser-Kommentare

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Insgesamt 18 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Ein bitter Enttäuschter

    Was war das denn? Schwarz-gelbe Unlust und Unfähigkeit wohin man blickt! Wofür bitte bekommen diese Herren solche Gehälter?! Niveau noch weit unterhalb vom Mindestlohn! Bitte gebt den 26000 gestern im Stadion die Eintrittsgelder zurück - diese Menschen müssen sich ihr Geld jeden Tag hart verdienen! Und das sollten die "Spieler" von ihren eigenen Gehältern zurückzahlen, nicht der Verein! Ich kann in der Firma auch nicht nur an einem Tag in der Woche eine gute Leistung bringen und die restlichen Tage verweigere ich die Arbeit! Vielleicht sollte das Stadion mal ein paar Spiele leer bleiben, damit die Herren auf dem Feld verstehen, wem sie Ihre Gehälter zu verdanken haben! Ich bin seit meiner Kindheit ein schwarz-gelber Fan.....aber jetzt nur noch bitter enttäuscht! Gute Nacht - DYNAMO!

  2. edelsachse

    @1 keine sorge, ihr stimmungspegel wird sich wieder in die andere richtung bewegen, wenn die nächsten 2 spiele gewonnen werden. dann wird wieder das wort aufstieg in den mund genommen, nur um dann wieder enttäuscht zu sein wenn das dritte spiel nicht nach den eigenen vorstellungen verläuft. bin auch seit kindheit fan dieses vereins, mich bringt dieses euphorie auf- und ab eigentlich nur noch zum schmunzeln.

  3. Lichtblick

    Das Ergebnis war 100% vorprogrammiert!Welch eine Motivation für die Spieler in den SZ-Beiträgen vom 01.03./02.03.18!!Was sollen schon "Leihgaben" und "Englandträumer" bewirken? Nicht's, aber auch gar nicht's! Kämpfer wie Lumpi oder Harti müssen her, die die lahmen Enten beflügeln!Den Spielern sollte man das Spiel der deutschen Eishockeymannschaft mit ihrem unbändigen Siegeswillen und der Leidenschaft auch in aussichtsloser Situation noch zu gewinnen,immer und immer wieder vorspielen.Zur gleichen Zeit entscheiden die Stadtväter über Millionenbeiträge für den Bau des Ostrageheges. Motivation?? Wie will man mit diesen "Kickern" in die BL? Wann spricht H. Minge ein Machtwort und rüttelt die Mannschaft endlich auf? Ich habe den Eindruck von den Spielern, wir gehen mal ein "Spielchen" machen,"bäbbeln" bißchen auf dem Hinterhof.Bisher war es immer so, wer schlecht arbeitet wird "normalerweise" schlecht bezahlt.Wie sieht es bei Dynamo aus? Auf zum nächsten Heimspiel! Ergebnis,na...klar!?

  4. Mal ne Anmerkung

    Auch ich war gestern ,als JK Besitzer ,wie immer im Stadion. Es war einfach eine Frechheit was die Herren da abgeliefert haben. 15 min ordentlicher Fußball und danach glich es wieder mal einer Arbeitsverweigerung! Haben denn die sehr gut bezahlten "Fußballer" immer noch nicht begriffen ,das der Klassenerhalt noch in weiter ferne liegt? Warum spielt ein Herr Hauptmann oft Fußball mit sich selbst(immer einen Haken zuviel)? Herr Heise stand vollkommen neben sich und war der Ausgangspunkt zum 0:1 und ließ seinen Gegenspieler beim 0:2 ungehindert aufs Tor köpfen. Wann erklärt jemand mal dem Sportfreund Duljevic ,das man bei dem Wetter nicht minutenlang nach einem Foul auf dem Rasen sitzt und ständig eine gelbe Karte fordert? Was sucht der Herr mit den glänzenden Schuhen,waren der einzige Glanz dieser Person ,Herr Mlapa auf dem Platz?Kann keinen Ball annehmen und ist immer ein Fremdkörper im Spiel. Der Rest ebenfalls unterirdisch. Kein Kampf keine Leidenschaft!

  5. Bernd

    Dynnamo hat verloren? Na klar, was denn sonst. Hauptsache der Stadtrat ist sich einig weitere zwei Millionen für diese Gurkentruppe auszugeben. Wozu braucht man diese Rasenkasperei eigentlich? Bringt es der Stadt etwas? Nö ...

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