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Samstag, 14.07.2018

Nicht ohne „meine“ KuFa

Von Silke Richter

Katharina Elle mag nicht nur die Kulturfabrik. Die 44-Jährige ist auch kreativ tätig. Einmal wöchentlich trifft sie sich mit einer Frauengruppe in Spohla, wo auch dieser Kunstbauwagen steht. Foto: Silke Richter
Katharina Elle mag nicht nur die Kulturfabrik. Die 44-Jährige ist auch kreativ tätig. Einmal wöchentlich trifft sie sich mit einer Frauengruppe in Spohla, wo auch dieser Kunstbauwagen steht. Foto: Silke Richter

Neschwitz/Hoyerswerda. Es gibt Leute, die nicht in Hoyerswerda wohnen, aber tatsächlich regelmäßig zu Besuch herkommen, um danach ein bisschen glücklicher und auch zufriedener wieder nach Hause fahren zu können. Der Grund: Sie finden hier einzigartige Dinge, die ihren Alltag nachhaltig bereichern.

Einer dieser Menschen ist Katharina Elle. Die 44-jährige wohnt in Neschwitz, 30 Kilometer entfernt. Das ist nicht viel. Aber dennoch könnte Katharina Elle auch regelmäßig in das nur fünfzehn Kilometer entfernte Bautzen fahren und würde damit sogar noch Zeit, Aufwand und Spritgeld sparen. „Es ist aber tatsächlich so, dass ich lieber nach Hoyerswerda als nach Bautzen fahre. Ich liebe diese Stadt. Die Leute sind ein besonders freundlicher, angenehmer und durchaus auch streitbarer Menschenschlag. Das mag ich. Und ich liebe die KulturFabrik. Außerdem, und auch das finde ich sehr vorteilhaft, bekommt man im Stadtgebiet fast immer einen Parkplatz.“

Die Liebe zu „ihrer“ KuFa kommt nicht von ungefähr. Bis vor ein paar Jahren hat Katharina Elle dort einen Großteil ihres Berufsalltages mit der Kinder- und Jugendprojektarbeit verbracht, bis sie ihren Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Die anspruchsvolle Arbeit sei sehr bereichernd für sie gewesen und habe sehr viel Spaß gemacht. Aus den dort gesammelten Erfahrungen profitiert sie heute noch sehr, wie sie sagt.

Den Kontakt zur Kulturfabrik hat sie bis heute nicht verloren. Das ist ihr nach wie vor sehr wichtig. Und auch die wechselhafte Geschichte des umgebauten Bürgerzentrums kennt Katharina Elle gut. Gern denkt sie aber auch an die ehemalige „Zwischenbelegung“ der KuFa zurück, die sich bis vor drei Jahren im ehemaligen Kinder- und Jugendheim in der alten Berliner Straße befand, unweit der einstigen 6. POS „Juri Gagarin“. „Es gab damals hinter der Zwischenbelegung einen für mich „geheimen, verwunschenen“ Ort. Dort befand sich ein verwilderter Spielplatz. Das hatte schon etwas Mystisches an sich. Da ließen sich auch wunderbar die angesiedelten Weinbergschnecken beobachten“, erinnert sie sich an jenen Platz zurück, auf dem jetzt Einfamilienhäuser gebaut werden. Das Projekt von der Grundschule „Am Park“, bei dem sich Schüler seit einigen Jahren für die Umsiedlung der bedrohten Schneckenart an den Gondelteich engagieren, findet Katharina Elle großartig. Der Umzug in das Bürgerzentrum im Herbst 2015 sei für die KuFa ein guter und wichtiger Schritt gewesen. Denn schließlich lebe das Haus in erster Linie von den Menschen, die sich mit ihren Ideen einbringen und von den Besuchern, die das Haus „Braugasse“ täglich mit Leben füllen. „Jedes Mal, wenn ich in der KuFa bin, staune ich über die großartigen Visionen, die dort entstehen. Das gibt mir neue Kraft und Energie für meinen Alltag. Das ist es, was mich reich macht“, meint die promovierte Literaturwissenschaftlerin, ausgebildete Trauer- und Sterbebegleiterin sowie Gästeführerin, die auch regelmäßig die Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“ besucht, um „stapelweise Bücher in mein Heimatdorf zu tragen“. Katharina Elle mag aber auch die Umgebung. So ist sie mindestens einmal wöchentlich in Spohla, um mit Gleichgesinnten ihre künstlerische Kreativität ausleben zu können.