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Dienstag, 10.07.2018

Nicht nur Muck ist klein

Tote Hose in den Sommerferien? Im Sonnenhäusel wird der Gegenbeweis angetreten.

Von Christian Ruf

Szene aus der Inszenierung „Aufruhr im Gemüsebeet“. Foto: PR
Szene aus der Inszenierung „Aufruhr im Gemüsebeet“. Foto: PR

Bestehen und Nichtbestehen von Sachverhalten ist die Wirklichkeit, ließ der Philosoph Ludwig Wittgenstein anno 1921 in seinem „Tractatus logico-philosophicus“ seine Mitwelt wissen.

Und so, wie es mancher für nötig erachtete, die Lehre von der geschichtlichen Wirkung des Geistes vom Kopf auf die Füße zu stellen, so hat der schwedische Autor Sven Nord-qvist in seinen Büchern mit den Abenteuern von Pettersson und Findus versucht, Wittgensteins Weltsicht nach Kräften ad absurdum zu führen – und zwar durch die Mucklas.

Premiere für die Adaption eines Defa-Märchenfilms

Das sind Erdgeister, Wesen, die zugleich bestehen und nicht bestehen: Pettersson nimmt sie nicht wahr. Er kann sie vermutlich auch gar nicht wahrnehmen. Und wenn andere Menschen, der Bauer Gustavsson aus der Nachbarschaft zum Beispiel, auf den Hof kommen, erscheinen die Mucklas nicht mal auf dem Bild. Für den Kater Findus aber gehören sie zum vertrauten Umgang, erst recht würden es die Mucklas mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, wenn jemand anzweifelt, dass es sie gibt. Auf die strenge Stimme der Vernunft darf ruhig mal gepfiffen werden. Man darf gespannt sein, ob einem Mucklas in dem Stück „Aufruhr im Gemüsebeet“ begegnen, mit dem am Mitte August der Reigen an Inszenierungen im Sonnenhäusel im Großen Garten zu Ende geht. Auf alle Fälle zu sehen sind in der Figurentheater-Adaption Jörg Bretschneiders der liebenswerte, kauzige Zausel, Subsistenzbauer und Erfinder Pettersson und der kleine, vorlaute Kater Findus.

Von eher kleiner Statur ist auch der kleine Muck, der mit einem Buckel zur Welt gekommen ist und wegen seiner krummen Gestalt von allen verspottet wird.

Zum Glück gelangt er in den Besitz von Zauberpantoffeln, mit denen er schneller als alle Menschen rennen kann, schneller gar als zuletzt Usain Bolt, sowie einem Stab, der geheime Schätze aufstöbert. Damit ausgerüstet, erlebt der pfiffige Junge sein erstes Abenteuer, in dem ein Schatz, aber auch Eselsohren eine Rolle spielen. Zudem wird Jörg Bretschneider im Sonnenhäusel seine Inszenierung „Die Kuh Liselotte“ vorstellen.

Auch eine Premiere gibt es: Am 17. Juli, 10 Uhr, hebt sich erstmals der Vorhang für die Adaption des Defa-Märchenfilms „Das singende, klingende Bäumchen“ – zu sehen als Inszenierung der Theatermanufaktur Bianka Heuser.

Die Moral dieser Geschichte ist eindeutig: Vor Augen geführt wird die Veränderung der Prinzessin. Eine, für die man wohlwollend ins Feld führen muss, dass sie von ihrem alleinerziehenden, königlichen und offenbar überforderten Vater völlig verzogen worden ist. Eine, die im Verlaufe der Handlung auf nicht gerade leichte Art lernt, dass es wichtigere Dinge gibt als Aussehen und schnöden Besitz. Nämlich: Nähe, Gefühle, Freundschaft, Liebe. Auch der Kasper gibt sich die Ehre. In der Handpuppen-Inszenierung „Kasper, König, Räuber Hinz“ des Puppentheaters Volkmar Funke sorgt der bekennende Zipfelmützenträger auf seine ganz eigene Art und Weise dafür, dass alles ein gutes Ende nimmt.

Service

Was: „Puppentheatervorstellungen“

Wann: noch bis 12. August

Wo: Sonnenhäusel im Gr. Garten, DD

Tickets: Kinder 4, Erwachsene 5 Euro

Hotline: 0152 29580777

Internet: www.theatermanufaktur.de

Verlosung

Wir vergeben zweimal zwei Freikarten – für den 21. Juli, 16 Uhr im Internet über www.augusto-online.de/verlosung, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.