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Mittwoch, 11.07.2018

Nicht jeder muss das Abi machen

SZ-Redakteur Frank-Uwe Michel.
SZ-Redakteur Frank-Uwe Michel.

© André Schulze

Kreishandwerksmeister Knut Scheibe hat mit seiner Meinung völlig recht: Das Handwerk braucht in der Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert. Nicht jeder, der es mit Ach und Krach aufs Gymi schafft, muss auch dorthin. Selbst wenn der allgemeine Tenor schon seit Jahren dahin geht, dass nur derjenige etwas aus seinem Leben machen kann, der das Abitur in der Tasche hat. Trugschluss! Auch wer „nur“ die Oberschule beendet, hat die Chance durchzustarten. Im Handwerk. Und das nicht nur in einigen wenigen exotischen Branchen, sondern in denen, die schon immer das Rückgrat in diesem Wirtschaftszweig bildeten: Tischler, Metallbauer, Klempner, Maler, Fliesenleger, Dachdecker. Auch hier ist die Zukunft längst angekommen, gehört moderne Technik zu den Arbeitsabläufen fest dazu. Nur haben das junge Leute, deren Eltern, aber auch Politiker noch zu wenig wahrgenommen. Das Image des Handwerks braucht einen Schub nach vorn. Mädchen und Jungen sollten wieder stolz darauf sein, einen Handwerksberuf zu lernen. Denn Fachkräfte werden in allen Branchen dringend gebraucht. Nichts stimmt aktuell mehr als die Aussage, dass Handwerk goldenen Boden hat. Die Auftragsbücher sind voll. Nur abgearbeitet müssen sie werden. Deshalb: Es ist nicht ehrenrührig, kein Abitur gemacht zu haben, sondern Maler, Tischler oder Dachdecker geworden zu sein.

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