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Mittwoch, 25.04.2018

Nicht jeder Blutdrucksenker ist für jeden geeignet

Die Stiftung Warentest hat die häufigsten Mittel gegen Bluthochdruck untersucht und bewertet.

Hat der Blutdrucksenker gewirkt?
Hat der Blutdrucksenker gewirkt?

© dpa/H.-Christian Dittrich

ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker: Wer unter schwerem Bluthochdruck leidet, kennt diese Begriffe. Sie bezeichnen Gruppen von Medikamenten, die die Blutgefäße weiten und so den Blutdruck senken. Doch warum gibt es so viele verschiedene Mittel – und welche wirken am besten?

Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest haben die gängigsten Blutdrucksenker untersucht und kommen zu einem erfreulichen Ergebnis. Die meisten Mittel sind wirkungsvoll, der Nutzen überwiegt das Risiko deutlich. Und: Sie können ein Leben lang genommen werden. Allerdings muss das Medikament immer genau zum Patienten passen. Denn die Ursachen für die Krankheit sind vielfältig. Häufig ist sie Folge eines ungesunden Lebensstils. Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen führen dazu, dass sich die Gefäße verengen und das Herz mehr Kraft fürs Pumpen aufwenden muss. Aber auch Stress, andere Medikamente wie Ibuprofen oder ein organisches Leiden können zu erhöhtem Blutdruck führen. Bei Frauen steigt das Risiko durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren.

Die verschiedenen Gruppen von Blutdrucksenkern wirken auf unterschiedliche Organe, die an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt sind. Auch das Alter und die Begleiterkrankungen spielen bei der Auswahl eine Rolle. Jüngere können beispielsweise von Betablockern wie Atenolol und Bisoprolol profitieren, während für Ältere eher andere Gruppen verordnet werden. Sartane wie Losartan sind sinnvoll für Patienten, die ACE-Hemmer schlecht vertragen. Bei den Kalziumantagonisten schützen die Wirkstoffe Amlodipin und Nitrendipin am besten vor Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest raten, bis zu mittelschwerem Blutdruck zunächst eine Einzelsubstanz auszuprobieren. Reicht das nicht, sollte ein weiteres Mittel dazukommen. Die meisten Patienten brauchen langfristig mindestens zwei Wirkstoffe.

In jedem Fall sollten Patienten keine Selbstversuche machen und die Therapie mit ihrem Arzt absprechen, raten die Experten. Gut zu wissen: Körperliche Aktivität und salzarme Ernährung wirken ebenfalls hohem Blutdruck entgegen und können bei leichtem und mittelschwerem Blutdruck Medikamente häufig sogar ersetzen. (rnw/sk)

Alle Ergebnisse und noch mehr Tipps lesen Sie in der heute erscheinenden Zeitschrift Test, Ausgabe 5/2018.