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Dienstag, 09.10.2018

Neustart mit Abstiegssorgen

Die Fußballerinnen von Fortuna haben einen neuen Trainer. Damit sind jedoch die Probleme noch lange nicht gelöst.

Von Alexander Hiller

Steve Maschik hat die Weixdorfer Männer in der Landesklasse betreut. Jetzt macht der 33-Jährige erste Erfahrungen als Trainer bei den Frauen.
Steve Maschik hat die Weixdorfer Männer in der Landesklasse betreut. Jetzt macht der 33-Jährige erste Erfahrungen als Trainer bei den Frauen.

© Kerstin Pravemann

Die Hängepartie hat ein Ende. Seit April war die Trainerfrage bei den Fußballerinnen des Regionalligisten 1. FFC Fortuna Dresden de facto offen. Zwar amtierte offiziell Andreas Pach als Chefcoach. Der Fußballlehrer mit der DFB-Trainerlizenz stand berufsbedingt seit April 2018 jedoch nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Deshalb leiteten Fortuna-Vorsitzender Roland Hönisch und Co-Trainer Andreas Richter das Training und saßen bei den Spielen als Duo auf der Bank. Doch jetzt hat sich der Verein für einen kompletten Neuanfang entschieden.

Seit Sonntag hat ein neuer Mann sportlich das Sagen: Steve Maschik. „Die junge Mannschaft braucht Führung und klare Struktur, bislang konnten wir das nur begrenzt bieten. Weil nicht klar ist, wann und ob uns Andreas Pach wieder zur Verfügung steht, haben wir uns entschlossen, neue Impulse zu setzen“, erklärte Hönisch. „Wir bedanken uns bei ihm für die fünfjährige erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Im Sommer hat der 1. FFC eine Neuausrichtung seines Regionalliga-Teams vollzogen – aus der Not heraus. In den vergangenen beiden Jahren hat der Verein eine komplette Elf an Leistungsträgerinnen aus verschiedenen Gründen verloren. Zuletzt meldeten sich im Sommer sieben Spielerinnen ab, ein erheblicher Qualitätsverlust. „Wir haben versucht, die Spitze der Regionalliga anzugreifen und dafür Spielerinnen unter  anderem aus Leipzig verpflichtet. Wir konnten mit diesem Konzept drei Sachsenpokalsiege feiern, es ist uns aber nicht gelungen, das Team in der Spitze zu etablieren. Dabei sind unser Nachwuchs und das Klima in der Mannschaft auf der Strecke geblieben“, gesteht Hönisch Fehler ein.

Übungsleiter in Weixdorf

Seit Dienstag leitet der 33 Jahre alte Maschik das Training. Er ist seit 16 Jahren Übungsleiter, war unter anderem im Nachwuchs bei der SG Weixdorf tätig und betreute von 2012 bis 2015 das Männerteam in der Landesklasse Ost, zunächst als Assistenz-, später als Cheftrainer. Im Frauenfußball hat er bisher keine Erfahrungen. „Ich war in dieser Saison bei einigen Spielen als Zuschauer und konnte sehen, dass in vielen Mädels enorm viel fußballerisches Potenzial steckt“, sagt Maschik, der mit Fortunas Mittelfeldspielerin Laura Beck liiert ist.

„Es war aber auch sichtbar, dass die Luft nach oben noch groß, der Kader für diese Spielklasse zu klein ist und Alternativen fehlen“, betont er. „So sehe ich es als meine Aufgabe, den jungen Spielerinnen zu helfen, sich weiterzuentwickeln, Spielerinnen für das Team zu begeistern und den Regionalliga-Standort Dresden zu sichern.“

Seit Sonntag steht genau das jedoch mehr infrage als je zuvor. Fortuna unterlag zu Hause im Kellerduell gegen das bis dato ebenfalls noch sieglose Team von Erzgebirge Aue etwas unglücklich mit 1:2. Damit sind die Dresdnerinnen die einzige Mannschaft, die nach dem sechsten Spieltag noch ohne Punkte dasteht. Der Neuanfang beginnt also mit dem Kampf um den Klassenerhalt, ein Abstieg in die Landesliga droht. „Das ist sportlich eine der schwierigsten Situationen, seit ich bei Fortuna bin“, sagt Hönisch. Er will nun gemeinsam mit Maschik „den Kader aus verschiedenen Richtungen verstärken“. Zum Beispiel aus Usti nad Labem. Mit dem tschechischen Zweitligisten soll es am 31. Oktober ein weiteres gemeinsames Training geben. Hönisch erhofft sich von der Kooperation, dass sich drei, vier interessante Spielerinnen im Winter der Fortuna anschließen.