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Montag, 13.11.2017

Neustadt-Enthusiast Mirko Sennewald gestorben

Die Neustadt war das Viertel des 43-Jährigen, der den Verein Kultur aktiv leitete und sich für den BRN-Lustgarten einsetzte.

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Mirko Sennewald in einem seiner Herzensprojekte, dem Lustgarten der BRN. Seine Idee war es, ihn auf dem Russensportplatz fortzuführen.
Mirko Sennewald in einem seiner Herzensprojekte, dem Lustgarten der BRN. Seine Idee war es, ihn auf dem Russensportplatz fortzuführen.

© Archiv: Sven Ellger

Dresden. Die Neustädter kannten ihn. Der schlaksige Typ mit den langen dunklen Haaren und dem Stirnband war in vielen Projekten des Viertels engagiert. Vor allem für den Lustgarten der BRN hat er gekämpft. In der Nacht zum Sonntag ist Mirko Sennewald nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 43 Jahre alt.

„Das Äußere des dürren Kerls zu beschreiben, fällt leicht. Seine jahrelange Arbeit für Kultur, Kunst, die Freiheit und nicht zuletzt die Bunte Republik Neustadt angemessen zu würdigen, bedürfte eines dicken Buches“, schreibt Jan Frintert in seinem Internet-Blog Neustadt-Geflüster. Er erinnert sich an ein Schlagloch vor Sennewalds Haus auf der Louisenstraße. „Da hat Mirko einen orangefarbenen Zwerg reingestellt. Gesellschaftskritik versah er gern mit einer Prise Humor“, sagt Frintert.

Sennewald, nicht als großer Autofreund bekannt, hatte jedoch als FDP-Mitglied ein großes Herz für Autofahrer und setzte sich für mehr Parkplätze in der Neustadt ein. Jahrelang war er Vorsitzender des Vereins „Kultur Aktiv“, wo er den künstlerischen Austausch mit Osteuropa beförderte. Den BRN-Gedanken hat er stets hochgehalten, und sich mit anderen Mikronationen ausgetauscht, weiß Frintert..

Ulla Wacker, die seit über 20 Jahren in der Neustadt lebt, kennt Mirko Sennewald aus zahlreichen gemeinsamen Projekten. „Er hat mich 2010 angesprochen, als er der 20 Jahre alten BRN ein wunderbares Geschenk vorbereitete“, sagt sie. „Er hatte Vertreter verschiedener Mikronationen eingeladen Botschaften zu eröffnen. Dafür suchte er Orte und vermittelte uns den Major der Orangenen Alternative. Für BRN-Anwohner, Feiernde und Besucher hatte er Pässe neu aufgelegt und in diesem konnte man sich Visas der Botschafter einholen! Sehr schöne Aktion und genau das, was die BRN damals brauchte“, sagt Ulla Wacker sichtlich bewegt vom Tod ihres Freundes. Er hat ihr und der Neustädter Schwafelrunde Kontakte nach Uzupis in Vilnius vermittelt, wo Wacker 2013 Botschafterin für die BRN wurde. „Ich bin Mirko für so vieles dankbar. Er war ein Visionär und hatte für jeden ein offenes Ohr! Seine Leidenschaft und die Kraft zu kämpfen war großartig.“

Die Neustadt-FDP schreibt auf Facebook: „Ruhe in Frieden, lieber Mirko. Wir sind unglaublich traurig, aber dankbar für all die wunderbaren Stunden mit Dir.“ FDP-Mitglied Johannes Lohmeyer erinnert sich an seinen ersten Dresdner Kommunalwahlkampf 2004, den er mit Mirko Sennewald bestritt. „Seitdem schätze er ihn als engagierten, kreativen und ungemein liebenswürdigen Zeitgenossen.“ (SZ/kh)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Berg

    Mein persönlicher Nachruf: ich lernte Mirko kennen, als er vor ca 10 Jahren die CDs Dresden Barockt mit Dresden-Liedern herausbrachte, auf der ich mit vertreten bin. Unvergessen die Live-Werbeauftritt der beteiligten Bands in der Neuen Mensa, der die Lautstärke allerdings nicht bekommen war. Mirko konnte unmöglich Scheinendes realisieren. - Besonders schätze ich seine beharrlichen wie ruhigen Aktivitäten, unsere Jugend mit der Jugend im Osten zusammen zu bringen - allem Westdrall zum Trotz.

  2. Uwe Schlegel

    Lieber Mirko, auch wenn es dich nicht mehr persönlich erreicht, bin ich doch sehr froh, Dich kennengelernt zu haben, in einer Zeit, als du noch bei der Julia geschlafen hast und ich noch nicht wusste, dass es die Jungliberale Aktion war. Mit deiner unkonventionellen Art hast du viel bewegt. Gern erinnere ich mich an unsere Gespräche vor einigen Jahren und bin tatsächlich etwas stolz darauf, dass du mit deinem alten Lehrer ein Weinchen trinken wolltest. Dafür bleibst du auch mit ein paar Zeitungsartikeln an meiner Pinnwand in der Berufsschule präsent, den Lehrlingen ein Beispiel, wie ein aktiver junger Mensch sich wirksam ins öffentliche Leben einbrinen kann. Auch deine Krankheit konnte dich nicht unterkriegen. Wir werden dann auf dich ein Glas Watzke Bier trinken, auch wenn dir der Rotwein besser geschmeckt hat. Mögest du deine verdiente Ruhe finden. Marion und Uwe

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