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Mittwoch, 12.09.2018

Neumarkt-Umbau geht in die nächste Runde

Aus der asphaltierten Parkfläche wird ein Platz für Märkte und Veranstaltungen. Die Idee ist so alt, wie Freital jung ist.

Von Annett Heyse

Uwe Stoll, Geschäftsführer des Bauunternehmens Arndt Brühl, Innenminister Roland Wöller und Bürgermeister Jörg-Peter Schautz machten am Dienstagnachmittag den symbolischen ersten Spatenstich.
Uwe Stoll, Geschäftsführer des Bauunternehmens Arndt Brühl, Innenminister Roland Wöller und Bürgermeister Jörg-Peter Schautz machten am Dienstagnachmittag den symbolischen ersten Spatenstich.

© Andreas Weihs

Freital. Als die Stadt Freital 1921 gegründet wurde, gab es einen Plan. In der Mitte der neuen Kommune sollte ein modernes Stadtzentrum mit zentralem Platz, Wohnhäusern und Schulen entstehen. Dafür wurde das Gelände um den heutigen Neumarkt auserkoren. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde daraus nichts. Nur wenige Gebäude, darunter das Ärztehaus Dresdner Straße 209, wurden gebaut. Nun, fast 100 Jahre später, fasst sich die Stadt Freital ein Herz und packt das Projekt Zentralplatz doch noch an – wenn auch mit anderen Plänen.

Der Neumarkt soll ein attraktiver Treffpunkt für die Freitaler werden. Eine Mischung aus Festgelände, Markt, Grünanlage und Parkplatz. Der erste Abschnitt – ein Fußweg mit Brunnen, Bushaltestelle und Hochbeeten an der Dresdner Straße – wurde bereits 2017 gestaltet. Nun folgt die nächste Etappe, für die am Dienstagnachmittag Spatenstich war. „Wir wollen den Neumarkt endlich als Ortszentrum entwickeln“, sagte Freitals Zweiter Bürgermeister Jörg-Peter Schautz.

Bis Ende Dezember wird die gesamte Asphaltfläche umgekrempelt. Vorgesehen ist eine neue Entwässerung, für die auch ein Abwasserkanal verlegt wird. Der bisher längliche Platz bekommt einen quadratischen Grundriss. Gebaut wird er multifunktional: Als Parkplatz bleibt der Neumarkt weiter in Betrieb, es kommen sogar noch Stellflächen hinzu. Bisher sind es 120, nach dem Ende der Bauarbeiten 141. Der Platz kann aber auch für Märkte, Feste und Veranstaltungen genutzt werden. Dafür werden drei Stromverteiler installiert und neue Straßenlampen aufgebaut.

Die Oberfläche des neuen Platzes wird nicht mehr asphaltiert. Stattdessen werden in dem Areal dieselben Platten verlegt, wie schon im Bereich des Fußweges. Auch die Zufahrt wird völlig umgestaltet. „Der Platz soll ein markanter Baustein in unserer Stadt werden“, sagte Schautz.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU), der in Freital wohnt, pflichtet dem bei. „Es fehlt an einer richtigen Stadtmitte, deshalb ist das so ein wichtiges Projekt.“ Der Freistaat unterstützt das 2,2 Millionen Euro teure Vorhaben mit Mitteln aus der Städtebauförderung. Der zweite Bauabschnitt schlägt mit 530 000 Euro zu Buche.

Darin enthalten ist auch die Anlage von Baumreihen und weiteren Hochbeeten, wie schon im vorderen Abschnitt am Fußweg. Zudem wird der Grünzug entlang des Hüttengrundbaches weitergeführt. Und es folgt noch ein dritter Abschnitt, allerdings erst im kommenden Jahr.

Geplant ist dann, den Umbau des Neumarktes mit dem Übergang zum Windbergpark in Richtung Weißeritz abzuschließen. Dort soll eine große, etwas höhergelegene Pergola mit Begrünung, Wegen und Sitzbänken angelegt werden.

In den nächsten Wochen müssen sich die Freitaler auf zahlreiche Behinderungen am Neumarkt einstellen. Zwar kann der Wochenmarkt ohne Einschränkungen stattfinden, als Parkfläche steht das Gelände aber nur teilweise zur Verfügung. „Während der Bauphase werden wechselnde Bereiche des Neumarktes gesperrt und Stellflächen müssen entfallen“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Auch die Zufahrt könne sich operativ ändern. Derzeit ist die Ausfahrt auf die Dresdner Straße gesperrt, Nutzer müssen über die Leßkestraße fahren. Ein Ende der Bauarbeiten ist für den 21. Dezember vorgesehen.