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Montag, 06.08.2018

Neugersdorf verliert Heimspiel gegen Mitfavoriten

Von Jens Kölz

Der Nordhäuser Tobias Becker foult den Neugersdorfer Stürmer Bocar Djumo. Oft konnte sich der Portugiese in den Reihen des FCO aber nicht entscheidend durchsetzen. Foto: Florian Richter
Der Nordhäuser Tobias Becker foult den Neugersdorfer Stürmer Bocar Djumo. Oft konnte sich der Portugiese in den Reihen des FCO aber nicht entscheidend durchsetzen. Foto: Florian Richter

© Florian Richter 2018

Wacker Nordhausen ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat sich beim FC Oberlausitz knapp mit 1:0 durchgesetzt. Bis zur letzten Minute hing der Sieg jedoch am seidenen Faden, weil die Gäste mit ihren Chancen schluderten und die Hausherren bis zum Schluss aufopferungsvoll um den Ausgleich kämpften. Letztendlich entschied Marcell Sobottas Treffer nach rund einer halben Stunde die Partie.

Beide Mannschaften waren unbefriedigend in die Saison gestartet, beide hatten etwas gutzumachen. Während Volkan Uluc nur eine Änderung in seiner Startaufstellung vornahm (Felix Müller für Nils Pichinot), ließ Karsten Hutwelker mit Sabri Vaizov, Karl Petrick, Eric Träger, Jaroslav Dittrich und Colin von Brezinski gleich fünf neue Spieler gegenüber dem Rathenow-Spiel auflaufen, wobei von Brezinski ein gutes Debüt in der Männermannschaft gab. Nachdem Bocar Djumo für Neugersdorf (3.) und Carsten Kammlott (5.) für Wacker erstmals aufs Tor schossen, übernahmen die Thüringer immer mehr das Spielgeschehen, hatten viel Ballbesitz und durch Pierre Merkel auch die erste große Möglichkeit, die Vaizov per Fußabwehr zunichte machen konnte (13.).

Später standen sich beide Akteure nochmals Auge in Auge gegenüber und wieder konnte sich der Torhüter der Neugersdorfer gegen den Ex-Leipziger behaupten (33.). „Merkel muss bei diesen Kontersituationen ein bisschen lockerer bleiben. Ihm fehlte da ein Quäntchen Ruhe. Die Chancenverwertung ist ein Bereich, an dem wir noch arbeiten müssen“, erkannte Uluc Handlungsbedarf. Nordhausen bestimmte in der ersten Halbzeit die Partie, mühte sich um die Führung, war aber nicht zwingend genug. Dann hatte Maurice Pluntke einen genialen Moment: Sein Pass hebelte die Neugersdorfer Abwehr aus, Sobotta umkurvte Saizov und schob zum 0:1 ein. Die Oberlausitzer versuchten bis dahin, aus einer sicheren Abwehr heraus mit schnellen Gegenstößen für Gefahr zu sorgen, doch vorn fehlte die Konstruktivität, um die Wacker-Abwehr ernsthaft zu gefährden. Jan Glinker wurde in der ersten Hälfte gar nicht geprüft, erst nach 60 Minuten musste er bei einem Schuss von Jakub Moravec erstmals eingreifen. Bis dahin hätten die Gäste deutlich höher führen können. Doch Florian Esdorf (40) sowie Carsten Kamlott, der ebenfalls an Vaizov hängenblieb (57.), sündigten weiter mit ihren Möglichkeiten. Die Hoffnungen der Neugersdorfer wurden nun immer stärker. Sie zeigten Willen und profitierten auch davon, dass die Thüringer nicht mehr so zielstrebig agierten. „Wir haben einem Topfavoriten einen brillanten Kampf geliefert und mit unseren Möglichkeiten heute ein richtig tolles Spiel gemacht“, freute sich Karsten Hutwelker über die Steigerung seiner Mannschaft. Die kämpfte nun um den Ausgleich. Nach einer Ecke vergab Antonin Rosa aus Nahdistanz (72.). Glinker verhinderte per Fußabwehr gegen den starken Moravec den Ausgleich (76.), dem auch Ronald Wolf per Kopf ganz nahe war (77.). Weil Vaizov das dritte Eins-gegen-Eins-Duell, diesmal gegen Kamlott für sich entschied (81.), konnten die Gastgeber weiter auf einen Punktgewinn hoffen, auch, weil Nordhausen nun nur noch reagierte. „Ich hätte mich unheimlich gefreut, wenn sich die Mannschaft mit dem Ausgleich belohnt hätte.“ Hutwelker sah, wie seine Mannschaft bis zum Schluss kämpfte. Wolf, in dessen Schuss sich Genausch warf (84.) und Moravec (85.) waren dem 1:1 am nächsten, erzielt haben sie es aber nicht.

So jubelten am Ende die Gäste: „Entscheidend sind die drei Punkte, wir haben kein Gegentor zugelassen, ich bin zufrieden. Wenn wir das zweite Tor machen, wird es einfacher. Aber wenn Du das nicht machst, gibt sich der Gegner auch nicht auf“, fasste Uluc das Spiel zusammen. Auch Karsten Hutwelker konnte der Leistung seiner Mannschaft viel Positives abgewinnen: „Was meine Mannschaft gegen einen der Top-Favoriten auf den Staffelsieg abgeliefert hat, war beeindruckend. Es war eine bittere Niederlage für uns, aber auf dieser Leistung können wir definitiv aufbauen. Die Reaktion der Mannschaft von Beginn an hat Bände gesprochen, wir sind auf dem richtigen Weg.“

Neugersdorf: Vaizov – von Brezinski, van Kerkhof (85. Djahdou), Träger, Rosa – Petrick, Wolf – Dittrich, Moravec, Djumo – Blaser (61. Gnieser).

Tor: 0:1 Sobotta (31.)., Schiedsrichter: Daniel Köppen (Nichel).

Zuschauer: 331.