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Freitag, 09.11.2018

Neugersdorf ohne sechs im Oberlausitzderby

Von Frank Thümmler

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  • Jonas Krautschick (rechts, Bautzen) und Karl Petrick spielten auch schon gemeinsam für Neugersdorf – am Sonntag wieder gegeneinander. Foto: Torsten Zettl
    Jonas Krautschick (rechts, Bautzen) und Karl Petrick spielten auch schon gemeinsam für Neugersdorf – am Sonntag wieder gegeneinander. Foto: Torsten Zettl

Regionalliga Nordost

FSV Budissa Bautzen (14.) – FC Oberlausitz Neugersdorf (11.) So.,13.30

Immer, wenn Budissa Bautzen zu Hause gewonnen hat, prangt das Resultat des letzten Spiels bis zur nächsten Heimpartie an der Anzeigetafel. Die, die im gut belegten Bürogebäude gegenüber der Müllerwiese dem FCO die Daumen drücken, durchlebten deshalb im letzten Winter eine harte Zeit. Tapferkeit war bei den täglichen Treppengängen gefordert, denn zwei Monate lang stand dort das 3:0, mit dem die Bautzener den Neugersdorfern das Weihnachtsfest verhagelten. Nun treffen sich beide wieder zum Derby. Ob und für wen der 11.11. ein närrischer Tag wird, das beantworten die Mannschaften ab 13:30 Uhr auf der Bautzener Müllerwiese.

Bautzen und Neugersdorf mussten am vergangenen Wochenende deutliche Niederlagen hinnehmen, Budissa beim Bundesliga-Anschlußkader von Hertha BSC mit 0:3, der FCO verlor gegen den Berliner AK sogar 0:4. Wie schon in der Vorwoche, als es beim Spitzenreiter Chemnitz nach noch nicht einmal einer Minute im Neugersdorfer Kasten klingelte, begann auch die Begegnung gegen den BAK mit einem Schockmoment. Jan Šisler erlitt nach zwei Minuten eine Sprunggelenksverletzung und wurde ausgewechselt. Später sah auch noch Jaroslav Dittrich die Rote Karte. So war die Partie gegen die Berliner also auf mehreren Ebenen verlustreich. Beide Leistungsträger werden in Bautzen fehlen. Auch Josef Marek (Knöchel-OP), Robert Koch (Bandscheibe), Sabri Vaizov (Schulter) und Jordi van Kerkhof (Knie-OP) stehen Karsten Hutwelker nicht zur Verfügung. „Wir sind momentan absolut am Limit. Trotzdem, Bangemachen gilt nicht, schließlich fahren wir zu einem Derby. In Bautzen werden wir alles in die Waagschale werfen. Wir wollen gewinnen“, gibt sich Hutwelker kämpferisch. Seinen Optimismus zieht er auch aus der Tatsache, dass seine Mannschaft unmittelbar vor dem zweiten und dritten BAK-Treffer selbst beste Möglichkeiten hatte, im Gegenzug aber jeweils gnadenlos ausgekontert wurde.

Betrachtet man die Tabelle, kann man ein Duell auf Augenhöhe erwarten. Zwar liegt der FCO drei Plätze vor den Budissen, der Vorsprung beträgt aber nur ein einziges Pünktchen. Oberflächlich betrachtet fällt die Offensivschwäche der Bautzener ins Auge, zehn Treffer in 15 Spielen sind nicht gerade viel. Aber Budissa hat zu Hause eben auch die beste Verteidigung der Liga, nur viermal musste Maik Ebersbach auf der Müllerwiese hinter sich greifen. Selbst der Chemnitzer FC hat daheim mehr Gegentreffer geschluckt. Das wird also eine harte Nuss, die die Neugersdorfer zu knacken haben, zumal sie selbst fast fünf Stunden ohne eigenen Treffer sind. Den letzten erzielte Robert Koch in Auerbach. Für defensive Stabilität bei den Bautzenern sorgten in dieser Saison neben Ebersbach auch Denny Krahl, Jonas Krautschick, Hannes Mietzelfeld und Sepp Kunze. Das sind alles Akteure, die Regionalligaspiele für Neugersdorf auf dem Buckel haben. Auf der anderen Seite stehen mit Ronald Wolf und Karl Petrick Ex-Bautzener im Kader.

Das alles wird vergessen sein, wenn am Sonntag der Anpfiff ertönt. Beide Mannschaften brennen auf das Derby. Der FCO wird alles dafür geben, dass nach dem Spiel das Resultat von der Anzeigetafel gelöscht werden muss.

Landesliga

FSV 1990 Neusalza-Spremberg (9.) – FC Grimma (2.)So.,14.00

Der Tabellenzweite FC Grimma hat aktuell die beste Offensive (27 Saisontore) und die beste Defensive (7 Gegentore) in Sachsens höchster Spielklasse aufzubieten. Zudem stellt das Kunert-Team mit Christoph Jackisch (10 Saisontore) und Kevin Wiegner (8 Saisontore) die beiden Führenden der Torjägerliste. Zusammen haben die beiden Offensivkräfte zwei Saisontore mehr geschossen als die komplette Neusalzaer Mannschaft. Die Gastgeber wollen sich aber nicht verstecken und mutig auftreten gegen den haushohen Favoriten aus Grimma. FSV-Trainer André Kohlschütter kann bis auf Christoph Arlt (Urlaub) auf den kompletten Kader zurückgreifen. Auch Stoßstürmer Marius Riedel steht wieder zur Verfügung. Ob es aber gleich für ein Startelfeinsatz reicht, wird sich im Abschlusstraining am Freitagabend herausstellen. (gs)

Landesklasse Ost

Spitzenreiter Neustadt/Spree trifft am Sonnabend im Spitzenspiel auf den Dritten Dresden-Laubegast. Die mit dem Topteam punktgleiche Neugersdorfer FCO-Reserve weiß am Sonntag vor dem Spiel in Weixdorf also schon, ob es möglich ist, die Tabellenspitze zu übernehmen. Beim Tabellenfünften SG Weixdorf, der in seinem letzten Heimspiel Oderwitz mit 2:0 bezwungen hatte, wird es allerdings alles andere als leicht, zumal sowohl die Regionalligaelf (in Bautzen) als auch die A-Junioren parallel spielen. Der FSV Oderwitz, der seit vier Spielen nicht mehr gewonnen hat, will diese Serie beenden. Auch die Oderwitzer erwarten mit dem Tabellenvierten Dresden-Striesen einen ausgesprochen starken Gegner und müssen zudem auf den nach seiner Roten Karte in Zeißig gesperrten Wieckiewicz verzichten. (fth)

Kreisoberliga

Die Fußballfans in der Oberlausitz werden weiter verwöhnt. Auch am 12. Spieltag kommt es zu einem absoluten Spitzenspiel: Tabellenführer Rauschwalde gastiert beim SV Neueibau. Die Hausherren liegen drei Punkte und zwei Plätze hinter dem GFC und können mit einem Sieg am Konkurrenten vorbeiziehen. Ob es dann aber zur Tabellenführung reichen würde, sei dahingestellt. Der Zweitplatzierte VfB Zittau reist als klarer Favorit zum Derby nach Olbersdorf und kann bei einem Patzer von Rauschwalde die Tabellenführung übernehmen. Unterdessen sucht der LSV Friedersdorf den Anschluss an das Mittelfeld, könnte mit einem Sieg in Kemnitz bis auf einen Zähler an den FSV heranrücken. Gebelzig und die Oderwitzer Reserve müssen weiter Punkte im Abstiegskampf einfahren. Im direkten Duell werden sich beide Vertretungen am Sonnabend nichts schenken. Der SC Großschweidnitz-Löbau atmete zuletzt dank eines Sieges gegen Olbersdorf auf, muss jetzt aber zum schweren Auswärtsspiel in Rietschen antreten. Für Bad Muskau scheint der Zug in Richtung Klassenerhalt abgefahren, während Aufsteiger Bertsdorf mit 16 Punkten auf bestem Weg dahin ist und zu Hause gegen die Parkstädter nachlegen möchte. Bereits am Sonnabendmittag benötigt die Eintracht-Reserve im Heimspiel gegen Obercunnersdorf wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Am Sonntag ist Lok Schleife in Holtendorf zum Abschluss des Spieltages zu Gast. (stw)