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Montag, 20.08.2018

Neugersdorf hält mit verstärkten Hertha-Bubis nur gut eine Halbzeit mit

Von Jens Kölz und Frank Thümmler

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat sich der FC Oberlausitz bei den jungen Herthanern eine blutige Nase geholt. Nach dem bitteren 0:4 Anfang März verloren die Neugersdorfer diesmal mit 0:3.

Eigentlich sollte diese Partie die Fortsetzung des Aufwärtstrends werden und eigentlich sah das Spiel der Gäste in der ersten Halbzeit auch ganz gut aus. Sie spielten mutig mit und lieferten der Hertha ein Duell auf Augenhöhe. Es ergaben sich auch Möglichkeiten, wobei Bocar Djumo die beste hatte und Dennis Smarsch zu einer guten Reaktion zwang (10.). Zudem attackierten die Neugersdorfer die Gastgeber, die mit fünf Spielern aus dem Profikader (Esswein, Dilrosun, Baak, Covic und Kiprit) antraten, permanent, so dass sie die Bälle öfter ins Aus schlagen mussten, als ihnen lieb war. Trotz der Klasse, die die Berliner aufboten, war in dieser Zeit kaum ein Unterschied zwischen beiden Mannschaften wahrzunehmen, bis auf einen. Die Hertha-Bubis haben die erste Unaufmerksamkeit des Gegners zum Tor genutzt (7.). Bei einem harmlos aussehenden Gegenzug der Hausherren verließen sich drei Neugersdorfer jeweils auf die beiden anderen, Alexander Esswein schnappte sich die Kugel und Muhammed Kiprit hatte leichtes Spiel, Torhüter Vaizov zu überwinden.

In der zweiten Hälfte taten sich dann aber wieder fatale Parallelen zum Rathenow-Spiel auf. Eine Eingabe von Tony Fuchs kam über Umwege zu Maurice Covic, der Sohn des Trainers erhöhte auf 2:0 (55.). Beim 3:0 hebelte ein Steilpass von Julius Kade die Neugersdorfer Hintermannschaft aus. Nikos Zografakis lief auf Vaizov zu, legte auf Esswein ab, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (68.). Wie auch in Rathenow hatten die Oberlausitzer die große Gelegenheit, auf 2:1 zu verkürzen. Bocar Djumo traf nach Moravec-Freistoß per Kopf den Pfosten (60.). Beim Abpraller, den Torwart Smarsch sehr spät zu fassen bekam, war weit und breit kein Neugersdorfer, um den Ball vielleicht mal über die Linie zu stochern. Hertha bestimmte das Spiel nach Belieben und hätte das Endergebnis noch weitaus höherschrauben können.

Die Neugersdorfer stehen nach drei Niederlagen und einem Sieg vor dem Spiel gegen Meuselwitz am kommenden Sonnabend auf dem 16. Tabellenplatz, obwohl der Spielplan die ganz großen Brocken erst später in der Saison bereithält. Die Alarmglocken schrillen bei Kapitän Karl Petrick aber noch nicht. „Das ist die jüngste Mannschaft, seitdem ich in Neugersdorf dabei bin. Wir wussten, was auf uns zukommt. Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Wir müssen den Abstiegskampf annehmen.“ Das war nur bei der ersten Partie in Rathenow nicht gelungen, bei der Niederlage gegen Nordhausen, beim Sieg über Altglienicke und auch am Freitag on Berlin war Trainer Karsten Hutwelker mit der Leistungsbereitschaft seiner Jungs zufrieden. „Wenn man die Mannschaft von Hertha letzte Woche in Meuselwitz sieht und mit dem vergleicht, was heute an Qualität auf dem Platz stand, dann können wir da über 90 Minuten nicht mithalten“, schätzt er ein.

Das sieht Petrick auch so: „Ab der 60. Minute waren dieses mit Bundesligaspielern verstärkte Team eine Nummer zu groß für uns.“ Dass auch diesmal wieder ein individueller Fehler das 0:1 ermöglicht, habe nichts mit Einstellung zu tun, sondern mit Erfahrung und Qualität. „Und einem 19-Jährigen muss man so einen Fehler eher zugestehen als einem 35-jährigen Tschechen“, sagt er. Wichtig sei es, aus den Fehlern zu lernen und als Team zusammenzuwachsen, „Wenn uns das gelingt und alle Spieler an ihrem Limit spielen, können wir gegen jedes Team dieser Liga auch punkten“, bleibt er optimistisch.

Neugersdorf: Vaizov – von Brezinski, Wolf (64. Koch), Träger, Rosa – Schmidt (71. van Kerkhof), Petrick – Merkel (62. Gerstmann), Moravec, Knechtel - Djumo.

Tore: 1:0 Kiprit (7.), 2:0 Covic (55.), 3:0 Esswein (68.), Gelbe Karten: Koch, Rosa, SR: Christian Allwardt (Kritzmow), Zu: 379