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Donnerstag, 08.03.2018

Neues Wohnen am Promenadenring

Die Fläche zwischen den einstigen Bastionen der Stadtbefestigung wird bis 2020 weitgehend bebaut.

Der geplante Boulevard „Am Wall“.
Der geplante Boulevard „Am Wall“.

© Visualisierung: CTR Immo Dresden

Dresden. Schräg gegenüber vom Zwinger drehen sich Baukräne, rollen nach der Kältewelle wieder Betontransporter an. Direkt am Postplatz werden zwischen Wall- und Marienstraße vier Komplexe mit 417 Wohnungen, Gaststätten und Geschäften gebaut. Sie stehen künftig neben dem grünen Promenadenring um die Altstadt. Der Bau des westlichen Abschnitts auf der Wiese zwischen der langen Wohnzeile und der Marienstraße beginnt diesen Monat. Noch dieses Jahr soll das erste Stück der Promenade fertig sein. Im vierten und letzten Teil der Serie zum Promenadenring stellt die SZ die benachbarten Neubauten vor.

1. Der Postplatz-Nachbar: Große Baugrube an einstiger Bastion Saturn
Cunar Meyer freut sich, dass die ganz kalten Tage vorbei sind. Für die Mannheimer Firma Fay Projects leitet er den Bau des Hauses Postplatz. „In den vergangenen Tagen konnten wir bei Kälte nicht betonieren“, sagt er. Jetzt brummt die gewaltige Betonpumpe, bringen die Transportbetonfahrzeuge wieder Nachschub.

Der Investor errichtet ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude direkt am Postplatz. Es ist der erste Komplex der Zeile von vier Neubauten, die sich bis zum Antonsplatz erstrecken. Der untere Teil des Hauses Postplatz ist für Handel, Gastronomie und Fitness vorgesehen. Im dritten bis fünften Obergeschoss entstehen 68 Wohnungen, die das Unternehmen künftig selbst vermieten wird.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Bau begonnen. Bis zu zehn Meter tief erstreckt sich die Grube, die mit Stahlträgern und Holzbohlen gesichert ist. Hier wird eine sogenannte weiße Wanne für den Neubau errichtet. Dabei handelt es sich um einen Stahlbetontrog mit Bodenplatte und Seitenwänden, der völlig wasserdicht ist. Das ist in dem Gebiet unweit der Elbe auch nötig. Schließlich wird die Außenseite künftig etwa ab einer Tiefe von 6,50 Metern von Grundwasser umspült.

Die Reste der einstigen Festungsbastion Saturn im Untergrund bleiben erhalten. „Wir bauen darum herum“, erklärt Meyer. Während auf einer Seite der Baugrube noch die letzten Flächen der Bodenplatte betoniert werden, hat daneben schon das Untergeschoss der Tiefgarage Konturen angenommen. Etwa 50 Bauleute sind derzeit auf der Großbaustelle aktiv, vom Eisenflechter über den Betonbauer bis hin zum Bauüberwacher. „Bisher läuft alles gut“, resümiert Projektleiter Meyer. Anfang Mai sollen die Arbeiten so weit sein, dass der Rohbau im Untergrund fertig ist. Geplant ist, dass das Haus Postplatz im Sommer nächsten Jahres übergeben wird.



2. Das wachsende Haus: Nächsten Monat wird Richtfest gefeiert

Die Reihe der Neubauten entlang der Wallstraße wird sich künftig über rund 250 Meter bis zum Antonsplatz erstrecken. Der Rohbau des Achtgeschossers hinter dem Haus Postplatz hat bald seine volle Höhe erreicht. Er wie auch die beiden weiteren Komplexe in dem neuen Viertel werden von der Dresdner Baywobau und der tschechischen CTR-Gruppe errichtet.

Benannt wird der wachsende Neubau nach dem einstigen Wall der Stadtbefestigung. Geplant sind im Komplex „Boulevard Am Wall I“ 117 Ein- bis Fünfraumwohnungen und vier Läden. Ende März rücken dann bereits die ersten Handwerker an, die den Komplex innen ausbauen, teilt CTR-Manager Jan Horvath mit. Am 6. April soll das Richtfest gefeiert werden. Geplant ist, das Haus Ende dieses Jahres fertigzustellen.

3. Die Grabungsfläche: Vorm Bau sind Archäologen auf Ex-Parkplatz aktiv

Mit dem Richtfest wird auf dem Nachbargrundstück die Grundsteinlegung für das Wohn- und Geschäftshaus „Boulevard Am Wall II“ gefeiert. Das entsteht auf der Fläche, die bis vor Kurzem als Parkplatz genutzt wurde. Ende Februar war eine Reihe Platanen gefällt worden. Auf der Fläche sind jetzt Mauern der früheren Bebauung freigelegt. Archäologen sind Horvath zufolge jetzt dabei, das Gelände zu untersuchen. Sind sie damit fertig, wird begonnen, die Baugrube auszuheben. In dem Achtgeschosser entstehen 170 Ein- bis Vierraumwohnungen und ein großer Supermarkt.

4. Der Vorreiter: Haus neben der früheren Bastion Merkur zuerst fertig

Ein Haus hatten die CTR und Baywobau Anfang 2017 fertiggestellt. Vorreiter war der Siebengeschosser am Abschluss der Häuserzeile mit 62 Wohnungen und der Postbank-Filiale. Dahinter war einst die Bastion Merkur. Der Spielplatz mit dem riesigen Klettergerüst nimmt deren Konturen auf.