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Donnerstag, 14.06.2018

Neues Parkhaus soll an die Klosterstraße

Weil im Pirnaer Zentrum immer mehr Anwohnerparkplätze fehlen, müssen neue her. Sie sollen sich an einem Fleck konzentrieren.

Von Thomas Möckel

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Möglichst viele Stellplätze auf möglichst wenig Fläche: Pirna will ein zusätzliches Parkhaus am Rand der Altstadt bauen.
Möglichst viele Stellplätze auf möglichst wenig Fläche: Pirna will ein zusätzliches Parkhaus am Rand der Altstadt bauen.

© dpa

  • Möglichst viele Stellplätze auf möglichst wenig Fläche: Pirna will ein zusätzliches Parkhaus am Rand der Altstadt bauen.
    Möglichst viele Stellplätze auf möglichst wenig Fläche: Pirna will ein zusätzliches Parkhaus am Rand der Altstadt bauen.

Pirna. Um die angespannte Parkplatzsituation in Pirnas Innenstadt etwas zu lösen, setzt der schon vor Jahren beschlossene Verkehrsentwicklungsplan (VEP) auf zwei Strategien: Anwohner sollen künftig noch stärker getrennt von Stadtbesuchern ihre Autos abstellen, und die Stellflächen direkt an den öffentlichen Straßen sollen künftig noch stärker für Kurzzeit-Parker freigehalten werden. Doch damit geht ein gravierendes Problem einher.

Je mehr Parkplätze für Kunden und Besucher im öffentlichen Raum geschaffen werden, umso stärker schrumpft das Parkplatzangebot für die Anwohner. So könnten in nächster Zeit Anwohner-Stellplätze an der Lauterbachstraße und Rosa-Luxemburg-Straße entfallen. Ebenso drohen an der Straße Am Zwinger Stellflächen in Größenordnungen zu verschwinden, sollte dort einmal wie geplant die Elbe-Flutschutzmauer errichtet werden. Nach einer Hochrechnung des Rathauses könnten künftig bis zu 250 Anwohnerparkplätze im Zentrum fehlen. Wo aber sollen dann all die Autos hin?

Garagen müssten weichen

Die Idee der Stadt ist, das Anwohnerparken künftig an der Klosterstraße zu konzentrieren. Auf dem Areal zwischen Klosterstraße und Bahntrasse soll ein neues Parkhaus entstehen. Dafür muss allerdings einem Garagenverein gekündigt werden, der an der Klosterstraße jene Flächen gepachtet hat, auf denen einmal das Parkhaus stehen soll. Zu diesen Punkten soll der Stadtentwicklungssausschuss in seiner Sitzung am 14. Juni einen Grundsatzbeschluss fassen. Gelingt dieser Beschluss, will Pirna das Projekt vorantreiben.

Einen ähnlichen Vorstoß gab es schon im vergangenen Jahr. Aber damals waren die Pläne noch zu unausgereift, zudem standen noch viele innerstädtische Baustellen auf dem Plan, die es als zweckmäßig erscheinen ließen, das Projekt erst später anzugehen. Mögliche Standorte hatte das Rathaus aber schon analysiert. Die Stadt favorisierte zunächst das Grundstück der früheren Bücherei an der Klosterstraße, auf dem derzeit ein Interimsparkplatz eingerichtet ist. Doch die Fläche taugt vom Zuschnitt nicht für eine Großgarage. Daraufhin wollte die Stadt Privatleute, denen Gartenflächen neben dem Parkplatz Ecke Grohmannstraße/Klosterstraße gehören, überzeugen, ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen. Die Eigentümer lehnten ab. Und die Fläche des jetzigen Parkplatzes allein ist laut Stadt zu klein für ein Parkhaus. Lediglich 71 Stellplätze könnte man laut einer Untersuchung dort hineinpacken. Für eine geschätzte Bausumme von über 1,6 Millionen Euro ist das unwirtschaftlich, somit fiel auch dieses Projekt flach.

Auf dem Standort des derzeitigen Garagenhofes an der Klosterstraße kann laut Stadt ein Parkhaus mit wesentlich höherer Kapazität errichtet werden. Je nach Anzahl der Geschosse könnten darin zwischen 212 und 266 Autos Platz finden. Werde das Parkhaus wie vorgesehen in Modulbauweise gebaut, ließen sich die Seitenlängen problemlos an das vorhandene Gelände anpassen, heißt es in einer Vorlage der Bauverwaltung an den Stadtrat.

Allerdings funktioniert die Großgarage nur mithilfe eines Grundstückstauschs. Die Fläche des jetzigen Garagenhofs gehört zwar der Stadt, für das Parkhaus müssten zusätzlich aber zwei benachbarte Grundstücke vereinnahmt werden. Diese befinden sich in Privatbesitz, sie dienen einerseits als Lagerplatz, andererseits befinden sich darauf einige Stellplätze. Nach Auskunft des Rathauses laufen derzeit Verhandlungen mit dem Eigentümer, seine Flächen gegen das Grundstück der früheren Bücherei zu tauschen. Die Gespräche seien weit vorangeschritten und man gehe von einem positiven Ergebnis aus, sagt Pirnas Stadtsprecher Thomas Gockel.

Förderung möglich

Der Vorteil des Grundstückstauschs: Pirna besäße dann ein zusammenhängendes, über 3 700 Quadratmeter großes Grundstück, groß genug für ein vierstöckiges Parkhaus. Wer die Großgarage einmal baut und später betreibt, soll erst in einem späteren Planungsschritt erörtert und mit dem Stadtrat abgestimmt werden.

Für den Bau des Parkhauses können Städtebaufördermittel in Anspruch genommen werden, das Areal liegt im Fördergebiet „Alter Bahnhof“. Um diese Zuschüsse zu beantragen, muss die Planung allerdings bis zu einer gewissen Stufe vorangetrieben werden. Aber auch hierüber sollen Ausschuss und Stadtrat erst später entscheiden. Durch den jetzt gewünschten Grundsatzbeschluss entstehen zunächst keine Kosten. Pirna will dann versuchen, das Vorhaben im nächsten Doppelhaushalt für 2019/20 einzutakten.