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Dienstag, 12.06.2018

Neuer Platz für Häuslebauer

Im Dresdner Westen entsteht ein Wohngebiet. Die Zeit drängt, denn Alternativen auf den Dörfern gibt es kaum noch.

Von Annechristin Bonß

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Auf dem dreieckigen Areal am Osterberg in Cossebaude ist Platz für 15neue Eigenheime. Die sollen zwischen der bestehenden Bebauung entstehen.
Auf dem dreieckigen Areal am Osterberg in Cossebaude ist Platz für 15 neue Eigenheime. Die sollen zwischen der bestehenden Bebauung entstehen.

© Rene Meinig

Ein Platz im sonnigen Westen – diesen Wunsch würden die Cossebauder gern vielen erfüllen. Doch seit Jahren fehlt es an freien Bauflächen in den Ortschaften im Dresdner Westen. Die Nachfrage ist da. Regelmäßig melden sich Interessenten, die gern bauen würden, bei den Ortsvorstehern. Doch die können derzeit meist nur mit den Schultern zucken. Nun kommt Bewegung in den Markt. Am Osterberg sollen 15 neue Baufelder ausgewiesen werden. Derzeit bereitet die Stadt den Bebauungsplan dafür vor.

Denn nach wie vor gibt es eine stabile Nachfrage nach freien Grundstücken. Allein im Jahr 2017 wurden 152 Grundstücke für den Eigenheimbau sowie 440 bereits bestehende Häuser verkauft. Und der Bedarf scheint noch größer zu sein. So möchten pro Jahr um die 600 Haushalte in Dresden ein Grundstück erwerben, um ein Eigenheim zu errichten, teilt Anke Hoffmann aus dem Presseamt der Stadt mit. Diese Zahl hält sich seit Jahren stabil. Sie geht aus Schätzungen von Branchenexperten hervor. Tatsächlich umsetzen können aber nur rund zwei Drittel diesen Wunsch. 2016 entstanden zum Beispiel nur 377 neue Eigenheime, 2011 erreichte die Statistik mit 458 Neubau-Häusern ihre Spitze.

Für das neue Baugebiet in Cossebaude könnten sich also schnell Interessenten finden. Die Planungen gehen weit zurück. Seit über 20 Jahren wird darüber diskutiert, ob an dieser Stelle überhaupt Eigenheime entstehen könnten. Ursprünglich sollte eine doppelt so große Fläche ausgewiesen werden. Die hätte zum Teil auch auf Oberwarthaer Flur gelegen. Auch dort gibt es viele Anfragen für freie Grundstücke. Doch bei einer Artenschutzprüfung 2009 wurden speziell auf der Oberwarthaer Fläche Schlingnattern und Zauneidechsen festgestellt. Ein Wohngebiet an dieser Stelle war damit kaum mehr möglich.



Nun soll zumindest der östliche Teil der Flächen zum Verkauf angeboten werden. Zwischen Dorotheenstraße, Am Osterberg und Liebknechtstraße gibt es derzeit einzelne Gebäude, verwilderte Gärten und Bungalows. Der Schwarze Weg, eine Baumallee samt Spazierweg, durchzieht die Fläche. Sie soll erhalten bleiben. Autos dürfen hier auch künftig keine fahren. In den Lücken wäre Platz für 15 Eigenheime. Die sollen höchstens zweigeschossig sein und sich in das Umfeld eingliedern, so zum Beispiel Sattel- oder Walmdächer haben.

Neue Flächen für geschützte Arten

Für die zweite Hälfte des Baugebiets wird es diese positive Entwicklung kaum geben. Zwar wurde versucht, die geschützten Tiere an einer Stelle im Areal anzusiedeln. Ob das funktioniert hat, müsste ein erneutes Gutachten belegen. Dafür fehlt der Stadt derzeit das Geld, sagt Ines Garbe vom Stadtplanungsamt. Die Behörde hält dennoch daran fest, dass zumindest an den Seiten der Fläche, also entlang der Dorotheenstraße, gebaut werden darf. Einen Bebauungsplan gibt es dafür aber noch nicht.

So müssen angehende Häuslebauer auf andere Flächen ausweichen. Wie viele freie Grundstücke es derzeit in der Stadt insgesamt gibt, darüber führt die Stadt keine allgemeine Statistik. Auch weil der Verkauf hauptsächlich über private Investoren läuft. Oftmals werde zudem auch in bestehenden Lücken oder in zweiter Reihe gebaut, sagt Anke Hoffmann. Einen extra Bebauungsplan gibt es dafür nicht. Dafür sind derzeit sieben größere Wohnbaustandorte geplant. Die befinden sich in Wilschdorf, Pappritz, Bühlau, Großluga, Leubnitz, Strehlen und Trachau.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. R.B.

    Der Angriff der Baumaffia auf die grünen Elbhänge wird immer penetranter!

  2. Manfred Hengst

    Haben sie es endlich geschafft eine Streuobstwiese zu Bauland umzuwidmen ! Wieder Mal wird eine Frischluftschneise zugebaut Wer nun fragt wo soll den sonst gebaut werden. Ja auch in Cosebaude / Gohlis, nach den Fertigstellung des Hochwasserschutzesn ist am Grünen Weg (ehemals GPG) viel Platz

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