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Dienstag, 24.07.2018

Neue Werkstatt für die Waldeisenbahn

Die Planungen für den Grünzug entlang der Teichstraße in Weißwasser müssen bis Jahresende abgeschlossen sein.

Von Christian Köhler

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Hier ist die sogenannte Pfahlgründung zu sehen, die auf dem Gelände der Waldeisenbahn Muskau zwischen Teichstraße und Jahnstraße in den Boden gerammt wurde. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass der Boden damit Stabilität erhalten soll, denn später soll hier eine Instandsetzungshalle errichtet werden. In dieser wiederum sollen Lokomotiven zerlegt und repariert werden, erklärt der Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau Heiko Lichnok den Zweck der Investition.
Hier ist die sogenannte Pfahlgründung zu sehen, die auf dem Gelände der Waldeisenbahn Muskau zwischen Teichstraße und Jahnstraße in den Boden gerammt wurde. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass der Boden damit Stabilität erhalten soll, denn später soll hier eine Instandsetzungshalle errichtet werden. In dieser wiederum sollen Lokomotiven zerlegt und repariert werden, erklärt der Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau Heiko Lichnok den Zweck der Investition.

© Joachim Rehle

  • Hier ist die sogenannte Pfahlgründung zu sehen, die auf dem Gelände der Waldeisenbahn Muskau zwischen Teichstraße und Jahnstraße in den Boden gerammt wurde. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass der Boden damit Stabilität erhalten soll, denn später soll hier eine Instandsetzungshalle errichtet werden. In dieser wiederum sollen Lokomotiven zerlegt und repariert werden, erklärt der Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau Heiko Lichnok den Zweck der Investition.
    Hier ist die sogenannte Pfahlgründung zu sehen, die auf dem Gelände der Waldeisenbahn Muskau zwischen Teichstraße und Jahnstraße in den Boden gerammt wurde. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass der Boden damit Stabilität erhalten soll, denn später soll hier eine Instandsetzungshalle errichtet werden. In dieser wiederum sollen Lokomotiven zerlegt und repariert werden, erklärt der Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau Heiko Lichnok den Zweck der Investition.
  • Das Areal hinter dem Bahnhof der Waldeisenbahn an der Teichstraße hin zur Jahnstraße wird zur Baustelle.
    Das Areal hinter dem Bahnhof der Waldeisenbahn an der Teichstraße hin zur Jahnstraße wird zur Baustelle.

Stetig bemüht, sich weiterzuentwickeln, ist die Waldeisenbahn Muskau (WEM). Während in den vergangenen Jahren nicht nur neue Strecken – wie etwa die zum Schweren Berg – in Betrieb genommen wurden, geht es zunehmend auch um die Erhaltung des Bestandes und der Technik. Allein die Erneuerung und Generalüberholung der Dampflokomotiven sind nicht nur zeitaufwendig, sondern vor allem eines: teuer. Damit die Arbeiten künftig noch effizienter und letztlich auch günstiger bewerkstelligt werden können, hat die WEM einen Fördermittelantrag beim Freistaat Sachsen gestellt, der nun bewilligt worden ist. „Wir wollen eine neue Instandhaltungswerkstatt bauen“, erklärt WEM-Geschäftsführer Heiko Lichnok. Zu 75 Prozent beteiligt sich das Land Sachsen an dem Bau.

Aus Richtung Jahnstraße entlang des Schienenstrangs in Richtung Bahnhof Teichstraße hatte es deshalb in den vergangenen Wochen ohrenbetäubenden Lärm gegeben. Mithilfe eines Bohrers wurden Fundamentsäulen in den Boden gesetzt. „Das ist nötig, weil der Untergrund nicht der allerbeste ist“, ist Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) sicher. Damit die Stabilität der neuen Halle gewährleistet werden kann, mussten also Säulen tief in die Erde gerammt werden. Die sogenannte Pfahlgründung ist bereits fertiggestellt. Mit dem Aufbau der Halle kann nun begonnen werden.

Die Instandhaltungswerkstatt selbst, so führte Heiko Lichnok weiter aus, ist ein Projekt der WEM und soll dazu dienen, dass Dampf- und Dieselloks dort zerlegt werden können, sodass die Einzelteile vor Ort begutachtet und gegebenenfalls zur Reparatur verschickt werden können. Bislang wurden beispielsweise Dampflokomotiven in Gänze nach Tschechien gebracht, um dort zerlegt und generalüberholt zu werden. Erst Anfang Juni wurde die Dampflok 99 3312, besser bekannt als „Diana“, aus dem tschechischen Zamberk wieder nach Weißwasser gebracht. In Zamberk wurde sie komplett zerlegt, alle Einzelteile wurden gründlich überprüft und bei Bedarf instand gesetzt. Nun könnte die Zerlegung bereits in Weißwasser erledigt werden und nicht mehr die komplette Lok müsste nach Tschechien gebracht werden. Das spart Zeit und besonders Geld, sind sich die Verantwortlichen sicher.

Planung für Efre-Mittel

Auf Grund der schlechten Haushaltslage in Weißwasser hat die Stadt nach Beschluss des Stadtrates Ende Juni nun Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (Efre) wieder zurückgeben müssen. „Uns fehlen einfach die Eigenmittel, um bestimmte Projekte umsetzen zu können“, begründete Weißwassers Oberbürgermeister diese Misslichkeit mit Blick auf den Haushalt für dieses Jahr. Damit gibt Weißwasser bereits das zweite Mal in seiner Geschichte Fördermittel wieder zurück. Anfang Juli waren deshalb Vertreter des sächsischen Finanzministeriums in Weißwasser, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. „Wir waren darauf sehr gut vorbereitet“, so Pötzsch.

Denn es geht um viel: Obwohl einige Projekte gestrichen oder in die fernere Zukunft verschoben werden, bleiben einige Vorhaben bestehen. Auch will Weißwasser schließlich nicht bei den nächsten Anträgen einfach hinten runterfallen und für neue Förderanträge berücksichtig werden. Derzeit in Planung ist aber weiterhin der Grünzug zwischen dem Jahnbad und der Waldeisenbahn an der Teichstraße. „An der Planung wird weiter gearbeitet“, versichert Torsten Pötzsch. Bis Ende dieses Jahres muss die Entwurfsplanung vorliegen. Zudem will die Stadt – die auch Gesellschafter der WEM ist – mit den Waldeisenbahnern ins Gespräch kommen. Denn mithilfe von Efre-Mitteln soll auch die ehemalige Zeche aus dem Jahr 1880, die sich am WEM-Bahnhof in Weißwasser befindet, saniert werden. „Dazu müssen wir noch einiges klären“, blickt der Oberbürgermeister voraus, denn es sei noch längst nicht alles in dem Topf, in dem es gekocht werde.

Grünzug an der Teichstraße

Grundsätzlich gehe es bei dem Grünzug „um die Verbesserung in dem Stadtgebiet zwischen dem Parkplatz am Turnerheim an der Muskauer Straße über den Bahnhof der Waldeisenbahn bis hin zum Tierpark“, stellt Torsten Pötzsch klar. Der Stadtrat hatte zudem festgelegt, das Gebiet mit in die Förderkulisse „Lebendige Mitte“ aufzunehmen. Die Ausschreibung des Konzeptes dafür wurde bereits Anfang des Jahres vorgenommen. Diese sah vor – speziell am Jahnbad und dem Tierpark –, dass dort einerseits gemeinsam genutzte Toilettenanlagen entstehen sollen und andererseits der Parkplatz an der Teichstraße auch als Wohnmobilstellplatz in Anspruch genommen werden kann. „Im vergangenen Sommer haben dort bis zu vier Wohnmobile am Tag gestanden“, erklärt Torsten Pötzsch. Das habe sich auch bislang in diesem Jahr so gezeigt. Neben der Toilettennutzung sollen für die maximal fünf Wohnmobile auch Stromsäulen errichtet werden. Geplant ist ferner, am Parkplatz mehrsprachige Tafeln aufzustellen, die Informationen zur Stadt, dem Jahnbad und zum Tierpark liefern sollen. Besonderes Augenmerk soll bei der geplanten Investition von etwa 400 000 Euro aber auf den Grünflächen im gesamten Gebiet liegen: Sie sollen attraktiv gestaltet werden.

Damit all dies umgesetzt werden kann, hatte Torsten Pötzsch zusätzlich mit der Partnerstadt Zary in Polen Kontakt aufgenommen. Es bedarf nämlich eines Spiegelprojektes auf polnischer Seite. Und in Zary ist der Oberbürgermeister fündig geworden: Ist doch in der polnischen 40 000-Einwohner-Stadt geplant, dort gleichfalls einen Camping-Platz anzulegen. Beide Kommunen wollen dabei eng zusammenarbeiten, um von Fördermitteln der Europäischen Union zu profitieren.

Knackpunkt Jahnbad

Ein Problem bleibt: Wie geht es mit dem Jahnbad weiter? Der Betreiber, das Soziokulturelle Zentrum, hatte erklärt, im kommenden Jahr das Freibad nicht mehr bewirtschaften zu wollen. Das wiederum hat Auswirkung auf die Parkplatz-Gestaltung. Denn wenn Toiletten gebaut werden, steht die Frage, ob diese sowohl für das Bad als auch für die Camper da sein sollen.

„Mit der diesjährigen Saison sind wir sehr zufrieden“, schätzt Sebastian Krüger vom Betreiberverein ein, „aber wie es weitergeht, kann ich nicht sagen.“