erweiterte Suche
Mittwoch, 18.06.2008

Neue Stasi-Ausstellung erinnert: IM Schubert zurück in Chemnitz

Er zog vor Gericht, um die Nennung seines Namens zu verhindern - und verlor. Jetzt wird die Ausstellung „Christliches Handeln in der DDR“, die sich auch mit dem Wirken des IM Schubert befasst, in Chemnitz gezeigt. Auch hier hatte sich Holm S. als Spitzel in kirchliche Kreise eingeschlichen. Auch hier warten Spitzelopfer noch immer, dass er Verantwortung übernimmt.

Grünen-Stadtrat Volkmar Zschocke (39) und der Chef des Chemnitzer Umweltzentrums Manfred Hastedt (51) hatten vor Wochen einen offenen Brief an den Mann geschrieben, den sie einst als Mitstreiter wahrnahmen - und den sie nach der Wende in ihren Stasi-Akten als IM wiederfanden (Morgenpost berichtete). „Das ist uns nicht leicht gefallen, und es sind auch nicht alle bereit zu reden“, sagt Hastedt. Zschocke ergänzt: „Ein Gespräch wäre die Grundlage für eine Aufarbeitung, um die Dinge zu verstehen. Persönlich und geschichtlich.“

Hastedt war Mitglied eines Öko-Kreises, Zschocke engagierte sich bei der Stadtmission für Jugendarbeit. Eine Reaktion des früheren IM bekamen sie nicht. „Das Risiko, in dem wir uns befanden, wurde mir erst jetzt richtig bewusst“, so Zschocke. „Mit 19 Jahren hat man das nicht so wahrgenommen.“ Dass bald die Wende kam, war wohl sein Glück. Die Ausstellung in der Jagdschänkenstraße 52 geht bis 15. Juli. dkl