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Samstag, 18.08.2018

Neue Ideen in der Dresdner Altmarkt-Galerie

Es gibt jetzt nicht nur Shoppingberater, E-Zigaretten und Thai-Massagen, sondern endlich auch mehr Sitzgelegenheiten.

Von Kay Haufe

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Hat ihr Haus wieder komplett vermietet: Centermanagerin Nadine Strauß.
Hat ihr Haus wieder komplett vermietet: Centermanagerin Nadine Strauß.

© Rene Meinig

Mode, Mode, Mode. Davon kann ein Einkaufszentrum nie genug im Sortiment haben, weiß Nadine Strauß. Vor allem von Anbietern, die in Dresden noch nicht ansässig sind. Gleich mehreren davon hat die Centermanagerin jetzt in der Altmarktgalerie Läden vermietet. Der Laden der italienischen Dessousmarke Intimissimi hat bereits geöffnet. Ebenso Walbusch, das Mode für Damen und Herren im besten Alter bereithält. Blue Tomato, das sich selbst als Anbieter mit Leidenschaft für Snowboard, Freeski, Skate und Surf beschreibt, will ab Herbst seine Kollektionen in Dresden verkaufen. „Ich bin sehr froh, dass wir diese Marken gewinnen konnten. Damit ziehen wir auch viele Kunden aus dem Umland zu uns, die gezielt deswegen kommen“, sagt die Centermanagerin.

Und es gibt weitere Veränderungen in ihrem Haus. Mustang ist zurück mit einem Geschäft, und mit dem Nagelstudio Hey Day Nails, in dem auch Thai-Massagen angeboten werden, ist im Obergeschoss eine Branche dazugekommen, die es bisher nicht gab. Der Anbieter der E-Zigarette Icos, bisher auf dem Gang zu finden, verkauft jetzt auf der einstigen Ladenfläche des insolventen Modeanbieters Biba. In den nächsten Tagen eröffnet Blume 2000 ein Geschäft im Untergeschoss. „Wir haben in den vergangenen Wochen viele Umbauten durchgeführt, weitgehend unbemerkt von den Kunden, weil die Glasflächen abgeklebt sind. Ein weiterer steht direkt bevor“, sagt Strauß. Die Schuhmarke Tamaris zieht vom Ober- ins Erdgeschoss. Auf ihre Fläche sowie den benachbarten Bereich, wo einst Mode von Marc Aurel zu haben war, zieht nun die Damenmodemarke Laurel ein. Im September öffnen beide Läden. Außerdem gibt es bald ein neues Angebot im Untergeschoss. Auf der einstigen Froodster-Fläche, wo es gesunde Snacks und Säfte gab, werden ab Herbst bei Fritz Pommes Frites und alles dazugehörige verkauft. „Dann haben wir das gesamte Haus komplett vermietet“, sagt die Centermanagerin.

Einkauf als Freizeitvergnügen

Unabhängig davon plant Strauß weitere Veränderungen. „Einkaufen wird immer mehr zum Freizeitvergnügen, deshalb sollen sich die Kunden auch im Center länger aufhalten können, ohne ein gastronomisches Angebot nutzen zu müssen“, sagt Strauß. Im Ober- und Untergeschoss sollen dafür Loungebereiche mit komfortablen Möbeln und Handylademöglichkeiten aufgebaut werden. „Neben Sesseln und Sofas gibt es ein spezielles Beleuchtungskonzept.“ Im Erdgeschoss sei es aus Brandschutzgründen nicht möglich, Sitzmöglichkeiten aufzustellen. Ansehnlicher sollen auch die Zugänge zu den Toiletten mit Tapeten gestaltet werden. Jetzt wirkten sie sehr dunkel, sagt Strauß. Auch eine weitere Kinderspielfläche kommt im Frühjahr 2019 dazu. Sie entsteht im Obergeschoss bei den gastronomischen Anbietern.

Zuvor aber wird vor allem in der Tiefgarage gearbeitet, wo Fußwege und Zebrastreifen markiert sowie Frauen- und Familienparkplätze besser gekennzeichnet werden. Auch die Anzahl der freien Plätze soll durch grüne und rote Lämpchen schneller erkennbar sein. Bessere Orientierung steht auch im Center weiter im Fokus, immerhin kommen an einem durchschnittliche Tag rund 46 500 Kunden ins Haus, in der Weihnachtszeit die doppelte Anzahl. „Wir haben immer mehr ausländische Gäste und haben unser digitales Wegeleitsystem neben Deutsch, Englisch und Russisch jetzt um Polnisch, Tschechisch und Chinesisch erweitert“, sagt Strauß. Wer möchte, kann sich beim Hereinkommen nicht nur in diesen Sprachen begrüßen lassen, sondern auch einen QR-Code mit dem Smartphone scannen und sich damit zum Lieblingsladen führen lassen. Zwei weitere Leitsysteme sollen im Herbst dazukommen, weil sie extrem gut von den Besuchern genutzt würden, erzählt die Managerin. Schlangen bilden sich in der jetzigen Urlaubszeit vor dem Stand von Global Blue, wo sich Kunden, die nicht aus EU-Ländern kommen, die Mehrwertsteuer in Bar erstatten lassen können. „Wir sind sehr froh, diese Kooperation anbieten zu können“, sagt Strauß.

Ein Service hat sich inzwischen rumgesprochen. Eine Shoppingberaterin hilft bei der Kleidungsauswahl, auf Wunsch kommen Visagistin und Friseurin dazu. Außerdem gibt es Umstyling-Angebote, für das sich immerhin jeweils bis zu 120 Frauen und Männer bewerben. Mit Vorher-Nachher-Fotos wird auch in sozialen Netzwerken dokumentiert, wie es gelaufen ist. „Diese Angebote kommen sehr gut an und sparen vielen Kunden enorm Zeit, da unsere Mitarbeiterin alle Kollektionen der Läden im Haus kennt“, sagt Strauß. Neben zusätzlichen Angeboten wie einer Ausstellung zum „ Traum vom Fliegen“, dem Late Night Shopping oder Weihnachtsaktionen sei das ein Weg, Verlusten durch den Onlinehandel zu trotzen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. ICH

    Ich bin 61, also im besten Alter. Wahlbusch bleibt für mich trotzdem kein Thema.

  2. Hugo

    Mag ja sein, dass manche Leute zu viel Zeit und Geld haben und Einkaufen daher als Freizeitbeschäftigung oder Hobby ansehen. Ich persönlich habe die Zeit nicht und finde es ermüdend, wenn ich erst durch 20 verschiedene Geschäfte rennen muss, die alle das Gleiche verkaufen, nur mit einem anderen Label dran. Da geh ich doch lieber ins Kaufhaus. Noch sind dort alle thematisch passenden Dinge recht gut konzentriert und das Personal kann mich dann auch mal zu einer besser passenden Marke lotsen. Leider hält diese Gruppierung nach Marken dort auch immer mehr Einzug. Wenn ich mich sowieso auf eine Marke eingeschossen habe, dann brauche ich keine Shopping-Mall mehr, dann bestell ich gleich beim Hersteller.

  3. Dr. Raphael Päng

    Das einzig Wichtige und am meisten Drängende ist leider "vergessen" worden, bleibt aber in alle Zukunft virulent: Die Fassade zur Wilsdruffer Straße MUSS stadtbildtauglich werden. Das bedeutet Ansehnlichkeit und Wertigkeit, zum Beispiel als Fortinterpretation der Altmarktbebauung, wenigstens für die davon östliche Fassadenhälfte. Ein richtungsoffener Wettbewerb wäre denkbar. Also bitte bei der Kombinatsleitung Druck machen, denn so kann ES NICHT BLEIBEN ! Das ist auch fürs Center eine Schmach, für die Kernstadt Dresdens eine Beleidigung 1. Kajüte sowie (und das ist gesicherte Analyse) No-Go-Area für alle noch Restsensibilitäten und Kulturbedürftigen der Bürgerschaft. Letztere sind in der Landeshauptstadt glücklicherweise nicht wenige, trotz sonstiger zunehmend umgreifender Vernullungstrends in Geschmack, Geist etc.pp, eine verschenkte Kundenklientel in Größenordnungen, welche diese Altmarktzone meidet. Wenn jemand Potenz zur Fassadenkorrektur hat, dann diese Renditejauchz-Galerie.

  4. Drittetreppelinks

    Ad 3: Vielen Dank.

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