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Donnerstag, 04.05.2017

Neue Heizanlage fürs Krankenhaus

Die Radebeuler Elblandklinik bekommt ein hochmodernes Blockheizkraftwerk. Das kostet erst mal, wird dann aber preiswerter und gesünder.

Von Peter Redlich

Hier wird gebaut: Nicht nur Hof und Garten der Elblandkliniken Radebeul werden umgestaltet, drunter sind neue Heizrohre verlegt. Und das Heizwerk im Hintergrund bekommt in den nächsten Monaten ein neues Inneres.
Hier wird gebaut: Nicht nur Hof und Garten der Elblandkliniken Radebeul werden umgestaltet, drunter sind neue Heizrohre verlegt. Und das Heizwerk im Hintergrund bekommt in den nächsten Monaten ein neues Inneres.

© Norbert Millauer

Radebeul. Von wo das Radebeuler Krankenhaus beheizt wird, ist deutlich zu sehen. Die zwei großen Schornsteine an dem Gebäude aus Beton und Glas ragen unübersehbar in den Himmel. Seit 1993 kommt aus der Halle am Westrand des Geländes die Wärme für die Zimmer der Elblandklinik mit den 315 Betten, die zu 85 Prozent übers Jahr auch belegt sind.

24 Jahre her – jetzt ist die Zeit, die Heizzentrale umzurüsten auf modernere Technik, die mit weniger Aufwand, was weniger Kosten heißt, heizt und obendrein weniger schädliche Gase ausstößt. Den Vertrag haben die Kliniken letztlich mit den Stadtwerken Elbtal geschlossen. Im Juni soll Baustart sein. Am 30. November dieses Jahres will Annett Müller-Bühren, Geschäftsführerin der Stadtwerke Elbtal, die Schlüssel fürs Heizwerk an Verwaltungsdirektor Michael Schmidt übergeben.

Das Krankenhaus soll ein Blockheizkraftwerk (BHKW) bekommen. Das Besondere an solchen BHKWs, wie die Fachleute kurz sagen, ist, dass sie Wärme und Strom zugleich liefern. Fast zwei Drittel des Strombedarfs des Krankenhauses kommen dann ab Jahresende aus dem eigenen Kraftwerk. Schon hier wird richtig Geld gespart, weil für diese Kilowattstunden keine Umlage auf erneuerbare Energien gezahlt werden muss, sagt Annett Müller-Bühren.

Besser und günstiger wird die neue Anlage für die Nutzer freilich auch allein deshalb, weil sie mit modernster Technik und Steuerung agiert. Das Blockheizkraftwerk wird die Firma MTU, ein Ableger von Rolls Royce, aufbauen. Derzeit einer der Weltmarktführer für solche Anlagen. Kathrin Götze, Projektleiterin für die Stadtwerke: „Auch die Rohrleitungen in die Krankenhausgebäude wurden und werden gerade erneuert und neu isoliert.“ Bisher kommt die Wärme aus dem Heizwerk, geregelt wird dann in einer Zentrale im Krankenhaus. Mit der neuen Steuerung werden beide Systeme klug miteinander verbunden, sodass es auch Rückmeldungen über Verbrauch und mögliche Einsparungen in den einzelnen Krankenhausbereichen geben wird.

Verwalter Michael Schmidt sagt, dass man sich bei der Investition für die Stadtwerke Elbtal entschieden habe, sei zum einen der Einigung beim Preis geschuldet, zum anderen aber dem Umstand, dass der Service direkt vor Ort geleistet werden kann. Olaf Terno als technischer Geschäftsführer der Stadtwerke ist direkt in Radebeul mit seiner Mannschaft vor Ort.

Zwei Drittel des bisherigen Hallengebäudes mit dem alten Heizwerk werden dann auch für das neue BHKW gebraucht. Das eine Drittel Platzfreiheit nützt den Installateuren jetzt, um bei laufendem Betrieb die neue Anlage schon einzubauen und Stück für die alte abzubauen. Rund eine Dreiviertelmillion Euro wird das neue Heizwerk kosten. Die Kapazität von 1,6 Megawatt entspricht bei der Heizung rund 160 Einfamilienhäusern, bei der Stromversorgung etwa 600 Einfamilienhaushalten. Im Vergleich zur bisherigen Anlage werden rund 600 Tonnen Kohlendioxid im Jahr weniger ausgestoßen. Das hilft auch der Radebeuler Umweltbilanz, so Müller-Bühren.

Derzeit werden die Arbeiten für den Einbau der Anlage ausgeschrieben. Ende Mai soll alles vergeben sein, so Projektleiterin Kathrin Götze von den Stadtwerken Elbtal.