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Donnerstag, 04.01.2018

Neue Flutschutzpläne für Dresden

Das gefährlichste Weißeritzstück wird derzeit ausgebaut. Die Übigauer Insel soll künftig auch geschützt werden.

Von Peter Hilbert

Baumaschinen prägen das Bild am Weißeritzknick neben der Nossener Brücke. Schwere Technik wird aber auch wieder am Elbufer anrollen.
Baumaschinen prägen das Bild am Weißeritzknick neben der Nossener Brücke. Schwere Technik wird aber auch wieder am Elbufer anrollen.

© Rene Meinig

Rund zwölf Kilometer des Dresdner Elbufers sind vor großen Hochwassern geschützt. Ein Maßnahmekonzept enthält die wesentlichen Schritte dafür. Rund 160 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren für den Flutschutz investiert worden. Eine Hälfte hat das Land gezahlt, die andere die Stadt. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) ist für den Flutschutz an der Elbe, der Weißeritz und dem Lockwitzbach zuständig. Bis Ende 2017 leitete Eckehard Bielitz den LTV-Betrieb Oberes Elbtal, seit diesem Monat hat Birgit Lange diese Funktion. Die Flutschutzfachleute erläuterten der SZ, wie weit sie gekommen sind und was geplant ist.

Der Elbufer-Schutz: Das Zentrum und auch Cossebaude sind sicher

Drei Großprojekte sind in Dresden bereits umgesetzt, erklärt Bielitz. Im Zentrum wurden bis 2011 auf 3,6 Kilometern Länge zwischen Hasenberg und dem Alberthafen Hochwasserschutzmauern und Böschungen errichtet. Installiert wurden dabei auch drei Flutschutztore am Kongresszentrum und zwei mobile Wände für Durchgänge am Terrassenufer.

Geschützt ist auch die Nordseite der Kaditzer Flutrinne. Seit 2013 gibt es zwischen dem Ballhaus Watzke und Altkaditz einen rund vier Kilometer langen Hochwasserschutz aus Wänden und Deichen.

Letztlich sind bis August 2017 für den Schutz von Gohlis, Stetzsch und Cossebaude ein Deich und eine Wand entstanden, die fünf Kilometer lang sind.

Der Elbe-Plan 1: Wand an Südseite von Flutrinne soll Grundwasser bremsen

Derzeit geplant wird ein Hochwasserschutz auf der Südseite der Kaditzer Flutrinne. Dort soll auf dem 1,3 Kilometer langen Hochufer zwischen Autobahnbrücke und Böcklinstraße der Deich erhöht werden. Außerdem ist geplant, eine Dichtwand im Untergrund zu errichten. Sie soll verhindern, dass Grundwasser bei einer Flut die Übigauer Insel überschwemmt.

Der Elbe-Plan 2: Kläranlage Kaditz bekommt ordentlichen Flutschutz

Genau auf der anderen Seite der Insel ist ein besserer Flutschutz zwischen Autobahn- und Flügelwegbrücke vorgesehen. Dadurch wird auch das Klärwerk sicherer. Deshalb hat die LTV eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadtentwässerung. Das Land finanziert einen Schutz für eine hundertjährliche Flut. Die Stadtentwässerung beteiligt sich an den Kosten für einen höheren Deich, der einem 200-jährlichen Hochwasser standhält. 2018 sollen die Pläne für dieses Projekt und die Flutrinnen-Südseite zur Genehmigung eingereicht werden. Das Verfahren könne bis zu fünf Jahre dauern. Erst dann kann gebaut werden.

Der Elbe-Plan 3: Mauern oder mobile Wände für Altmickten und Altübigau

Stärker geschützt werden sollen auch Altmickten und Altübigau, jeweils auf einer Länge von 200 Metern. Möglich sind Flutschutzmauern oder mobile Wände. Allerdings sind dafür noch die Stellungnahmen der Stadt nötig, welche Variante favorisiert wird. In diesem Jahr sei es möglich, die Planungen fortzusetzen.

Der Weißeritz-Ausbau: Gefährlicher Knick wird derzeit entschärft

Weit vorangekommen ist der Hochwasserschutz an Dresdens gefährlichstem Fluss. Auf einer Länge von 4,5 Kilometern will die LTV die Weißeritz in Dresden ausbauen. Auf rund zwei Dritteln ist dies schon geschehen, so in Plauen, Löbtau und der Friedrichstadt. Der Fluss soll ein 500-jährliches Hochwasser wie 2002 sicher ableiten können. Nun wird der besonders gefährliche, fast rechtwinklige Weißeritzknick zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße ausgebaut. Dort verlässt der Fluss ein altes Bett in Richtung Cotta. 2002 war hier die Weißeritz über die Ufer getreten und hatte die Innenstadt überschwemmt. Der Knick wird beim Ausbau entschärft, sodass der Fluss künftig nur noch eine leichte Kurve schlägt. Derzeit werden auf der rechten Flussseite oberhalb des Gründerzentrums Bohrpfähle in den Untergrund getrieben, auf die die Hochwasserschutzwand aus Stahlbeton kommt. Ende 2021 soll der Knick ausgebaut sein.

Der Lockwitzbach: Grundlegende Lösung erst mit Rückhaltebecken

Die Ufer des Lockwitzbachs können mittelfristig nur vor einem 25-jährlichen Hochwasser geschützt werden. Für einen besseren Abfluss wurden die Brücken Billroth- und Hermann-Conradi-Straße erneuert. „Außerdem wurden und werden kleine Maßnahmen umgesetzt“, sagt Bielitz. „Eine grundlegende Lösung wäre aber nur mit einem Hochwasser-Rückhaltebecken bei Lungkwitz möglich.“ Aber das ist bisher noch nicht in Sicht.

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