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Samstag, 30.06.2018

Neue Ehre für Merkels Mann

Während der Posten seiner Frau wackelt, wird Joachim Sauer Ehrendoktor in Senftenberg.

Von Heinrich Maria Löbbers

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Ein schlauer Brandenburger: Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Sauer.
Ein schlauer Brandenburger: Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Sauer.

© picture alliance / Britta Peders

Wie auch immer der Streit mit Seehofer und den Seinen ausgeht, Angela Merkel wird am Montag kaum Zeit haben, nach Senftenberg zu kommen. Dabei könnte dort mal sie einer Zeremonie beiwohnen, in der es um ihren Gatten geht.

Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Sauer bekommt nämlich einen weiteren „Dr. h. c.“. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ernennt den Quantenchemiker zum Ehrendoktor – „für seine herausragende Arbeit insbesondere der Beschreibung chemischer Reaktionen an Grenzflächen von Festkörpern“.

Der international renommierte Wissenschaftler mit weltweit bekannter Frau ist Senftenberg besonders verbunden. Der Sohn eines Konditors wurde 1949 in der nahen Gemeinde Hosena geboren, besuchte die Polytechnische Oberschule „Walther Rathenau“ in Senftenberg und absolvierte im Braunkohlenkombinat Lauchhammer eine Berufsausbildung mit Abitur zum Chemielaboranten. Später studierte er Chemie und ging an die Humboldt-Universität Berlin. Dort lernte er Angela Merkel kennen, die sich als Physikerin mit theoretischer Chemie beschäftigte. Seit Dezember 1998 ist er mit ihr verheiratet, meidet aber die Öffentlichkeit und nimmt nur selten Termine als Kanzlergatte wahr.

Im vergangenen Oktober hielt Professor Sauer seine Abschiedsvorlesung an der Humboldt-Uni. Er ist aber weiter als sogenannter Senior Researcher wissenschaftlich tätig. Die brandenburgische Auszeichnung ist seine zweite Ehrendoktorwürde, nachdem er 2013 Ehrendoktor des University College in London wurde, zudem ist er Gastprofessor in Berkeley/USA.

Manchmal munkeln Experten, der Chemiker Sauer könne irgendwann gar den Nobelpreis gewinnen. Möglicherweise sind seine Chancen größer als die seiner Frau. Aber wie sagte er in einem seiner seltenen Interviews: „Nobelpreise sind zwar schön, taugen aber nicht als alleiniges Maß für die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Roba

    Die Tatsache, dass bis 15.45 Uhr noch Niemand die Person und das Wirken des Herrn Prof. Dr. Sauer in der sz kommentiert bzw. gewürdigt hat, spricht für geringes intellektuelles Niveau der "üblichen" Tastatur-Trakteure und Trakteurinnen. Schade für den Ruf Dresdens.

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