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Freitag, 10.08.2018

Neue Balken für riesigen Dachstuhl

Das Dach des ehemaligen Kuhstalls im Kloster Buch ist seit Mitte Januar großflächig mit Planen abgedeckt. Unter denen passiert inzwischen etwas.

Von Sylvia Jentzsch

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Christopher Benedix bei Reparaturarbeiten am Dachstuhl des Kuhstalls im Kloster Buch. Die Balken haben teilweise sogenannte Einregenschäden oder sind vom Holzwurm befallen. Deshalb müssen sie ausgetauscht werden.
Christopher Benedix bei Reparaturarbeiten am Dachstuhl des Kuhstalls im Kloster Buch. Die Balken haben teilweise sogenannte Einregenschäden oder sind vom Holzwurm befallen. Deshalb müssen sie ausgetauscht werden.

© André Braun

  • Christopher Benedix bei Reparaturarbeiten am Dachstuhl des Kuhstalls im Kloster Buch. Die Balken haben teilweise sogenannte Einregenschäden oder sind vom Holzwurm befallen. Deshalb müssen sie ausgetauscht werden.
    Christopher Benedix bei Reparaturarbeiten am Dachstuhl des Kuhstalls im Kloster Buch. Die Balken haben teilweise sogenannte Einregenschäden oder sind vom Holzwurm befallen. Deshalb müssen sie ausgetauscht werden.
  • Ein Blick auf die Baustelle im Kloster Buch.
    Ein Blick auf die Baustelle im Kloster Buch.

Leisnig. Orkan „Friederike“ hat im Januar auf beiden Seiten des Kuhstalls im Kloster Buch größere Löcher in das Dach gerissen. Nur mit Reparaturen ist es nicht getan. Die Hälfte des Daches – immerhin 30 Meter lang – muss erneuert werden. Doch das ist längst nicht alles.

Bevor die Firma Benedix Bedachung das Dach mit Strangfalzziegeln decken kann, wird es noch etwas dauern, obwohl die Arbeiten begonnen haben. Zunächst müssen eine Vielzahl von Balken wegen massiver Holzschäden ausgetauscht und der Dachstuhl um zehn Zentimeter angehoben werden.

„Wir haben bei den Balken massive Schäden festgestellt. Dabei handelt es sich um sogenannte Einregenstellen. In manchen ist auch der Holzwurm drin. Damit ist die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet“, so Christopher Benedix, Inhaber und Geschäftsführer des Leisniger Dachdeckerunternehmens. Doch die Holzbalken, wie sie benötigt werden, können nicht einfach so bestellt werden. Das Nadelholz wurde entsprechend zugeschnitten und musste erst einmal getrocknet werden.

Deshalb können die Arbeiten auch jetzt erst beginnen. „Außerdem haben wir festgestellt, dass sich der Dachstuhl durch frühere Umbaumaßnahmen um zehn Zentimeter gesenkt hat. Nun müssen wir alles wieder hochdrücken, sonst gibt es statische Probleme, die Wände könnten durch die Last nach außen kippen“, sagte Christopher Benedix. Dafür werde ein Druckgerät für zehn Tonnen eingesetzt, das die Säulen Stück für Stück nach oben drückt. Pro Säule muss dafür mindestens ein Tag eingeplant werden – etwa 20 gibt es von ihnen. Der Dachstuhl ist immerhin 15 Meter hoch und so groß, dass fünf Eigenheime Platz hätten. Während der Laie staunt, ist das für das Team um Christopher Benedix nichts Besonders. „Wir sind auf solche Sachen spezialisiert“, so der Dachdeckermeister.

Stimmt dann die Länge der Säulen, müssen die Fachleute die Balken an die neue Höhe anpassen, die Holzteile, die kaputt sind, austauschen und die Lattung aufbringen. Erst dann kann das Dach – dann für jeden sichtbar – mit Strangfalzziegeln eingedeckt werden, die sich in der Form an die historischen Ziegel anlehnen.

„Für die Hälfte des Kuhstalldaches, die wir erneuen lassen, müssen wir einen Kredit in Höhe von 40 000 Euro aufnehmen“, sagte der Vereinschef Heiner Stephan bereits im Februar dieses Jahres. Dem Vorstand sei die Entscheidung dafür nicht leicht gefallen. Immerhin lastet mit der Tilgung dann eine weitere finanzielle Last auf dem Verein, der nur mit den Mitgliedsbeiträgen sicher planen kann. Mehrere Hunderttausend Euro hatte erst die Neueindeckung des Abthauses gekostet. Zwar gab es dafür auch breite Unterstützung. Ein Eigenanteil ist aber geblieben.

Dass als nächstes das Dach des Kuhstalles zu erneuern ist, war den Mitgliedern längst klar. Nicht zuletzt deshalb haben die Verantwortlichen schon seit längerem Möglichkeiten untersucht, über welches Förderprogramm Zuschüsse beantragt werden könnten. Dass es dann so schnell gehen musste, hatte keiner vermutet.

Nach ersten Kalkulationen geht der Förderverein von Gesamtkosten in Höhe von 64 000 Euro aus. Rund 25 000 Euro zahlt die Versicherung. Den Rest muss der Verein stemmen.