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Montag, 22.02.2010

Neubau der Schwimmarena droht das Aus

Bis 2012 fehlen der Stadt200 Millionen Euro. Der Bau einer neuen 50-Meter-Halle und die Sanierung der alten Halle an der Freiberger Straße rückt in weite Ferne.

Von Bettina Klemm

Der Ausbau von Dresdens großem Schwimmsportkomplex an der Freiberger Straße steht vor dem Aus. 2012 sollte eine neue 50-Meter-Schwimmhalle eröffnet und 2013 die alte Anlage saniert sein. Neubau und Sanierung sind schon beschlossen. Der Sieger des Architekturwettbewerbs steht fest, Details werden bereits geplant. Doch das Geld für das 19 Millionen Euro teure Projekt fehlt. Deshalb ist jetzt wieder ungewiss, ob die Pläne von Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) noch verwirklicht werden.

Für den nächsten Doppelhaushalt geht Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) von jeweils 100 Millionen Euro weniger Einnahmen aus. Deshalb hat Vorjohann angekündigt, dass Dresden sein Investitionsprogramm abbremsen muss. Alle Bürgermeister müssen bereits beschlossene, aber noch nicht begonnene Bauprojekte auflisten. Daraus entsteht die große Streichliste. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und ihr Finanzchef wollen diese am 5. März den Stadträten vorstellen.

Nach Angaben von Stadträten mehrerer Fraktionen, soll auch die Sanierung und Erweiterung der Schwimmhalle Freiberger Straße dem Rotstift zum Opfer fallen. „Doch das darf einfach nicht passieren“, sagt FDP-Stadträtin Barbara Lässig. Seit zehn Jahren werbe sie für die Erweiterung. 2007 bekam sie von SPD-Stadtrat Thomas Blümel indirekt Unterstützung. Er hatte im Sommer 2007 auf Einsturz- und Verletzungsgefahren hingewiesen. Thomas Blümel wurde damals von der Stadtverwaltung als Pessimist und Nestbeschmutzer beschimpft. Doch am Ende bestätigten sich seine Warnungen. Schließlich wurde der Bau der Schwimmhalle im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

Vom Sparkurs betroffen sind auch der Straßenbau und die Sanierung von Schulen. Hier ist Dresden auf Fördermittel vom Freistaat angewiesen. Und die sollen in den nächsten Jahren deutlich spärlicher fließen als bisher (SZ berichtetete). Auch die Sanierung der Volkshochschule wackelt erneut.