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Montag, 25.01.2010

Nazi-Übergriffe in Limbach: Kritik an OB ,Wegschauer‘

LIMBACH-OBERFROHNA - In Limbach-Oberfrohna schaut das Rathaus bei rechtsradikalen Übergriffen weg: Seit über einem Jahr häufen sich die Anschläge auf einen alternativen Jugendclub. Eltern und Stadträte wollen gemeinsam mit Kirche und Rathaus einen „runden Tisch gegen Gewalt“ gründen - doch OB Hans-Christian Rickauer (59, CDU) ignoriert seine besorgten Einwohner.

Von Norbert Fleischer

Am Wochenende kochte die Wut der Eltern dann über: Schon wieder hielt die NPD in einem Limbacher Gasthaus einen Parteitag ab - rund 100 Einwohner demonstrierten gegen die Rechten. Schon am Vortag hatte die Polizei geschmierte Nazi-Parolen in der Innenstadt registrieren müssen.

Mutter Ina Grobe (48) weiß ein Lied von den Ängsten ihrer Tochter Elisa (18) zu singen: „Seit Anfang 2008 werden immer wieder Jugendliche auf dem Heimweg aus dem Club angegriffen - aber der Stadt ist das egal.“ Im Stadtrat hatte sie OB Rickauer sogar persönlich um Stellungnahme gebeten - doch der antwortete mit keiner Silbe. Moritz Thielicke (21), Chef des Jugendclubs, beklagt: „Die Stadt wirft uns Knüppel zwischen die Beine. Erst sollten wir eine Wand im Clubhaus abstützen, dann hieß es auf einmal, der Brandschutz sei unzureichend. Wir werden schikaniert.“

Der von ihm und den Eltern geforderte „runde Tisch“ lässt indes weiter auf sich warten - auch zum Ärger der Fraktionen. Frank Loebel (61, SPD): „Das Vorhaben wird von Rickauer massiv blockiert.“ FDP-Fraktions-Chef Konrad Felber (56): „Wir wollen Rickauer jetzt im Ältestenrat fragen, wie er die Kuh vom Eis holen will.“ Zu einer Stellungnahme war der OB gestern nicht zu erreichen.