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Freitag, 14.09.2018

„Natürlich nervt uns das“

Wie die Zweitliga-Handballer des HC Elbflorenz sich gegen den Fehlstart stemmen.

Christian Pöhler führte in dieser Woche viele Einzel- und Gruppengespräche. Der 38-Jährige hofft auf eine Reaktion.
Christian Pöhler führte in dieser Woche viele Einzel- und Gruppengespräche. Der 38-Jährige hofft auf eine Reaktion.

© Robert Michael

Die Situation ist nicht gerade angenehm. Vor dem zweiten Heimspiel der Saison stehen die Zweitliga-Handballer des HC Elbflorenz mit 1:5 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Trainer Christian Pöhler erklärt, wie er damit umgeht und das Team auf das Duell am Sonntag um 17 Uhr gegen den Aufstiegsaspiranten Balingen-Weilstetten, der 2017 aus der Bundesliga abgestiegen ist, vorbereitet hat.

Herr Pöhler, wie haben Sie und die Mannschaft in dieser Woche auf die Situation reagiert?

Wir konnten zum wiederholten Mal unsere gute Heimleistung auswärts nicht nachweisen. Das betraf vor allem die Körpersprache. Da lassen wir uns zu schnell von unserem Weg abbringen. Das haben wir thematisiert, weil das einfach jetzt in der Phase auch sein muss. Ich glaube auch, dass wir den Kommunikationsgrad erhöhen müssen. Das sind kleine Instrumente, die wir für uns vereinbart haben. Die Mannschaft hat das sehr gut angenommen und Initiative gezeigt.

Inwiefern?

Wir haben die Mannschaft systematisch auch mal allein gelassen. Es ist wichtig, dass Dinge innerhalb des Teams klar angesprochen werden. Manchmal, auch wenn man sich noch so gut kennt, schleifen sich gewisse Sachen ein. Das ist ein ständiger Abgleich. Wir wollen noch mehr Arbeit investieren, und das beginnt bei der Mannschaft. Das haben die Jungs verstanden und in der Woche sehr ordentlich und geschlossen gearbeitet.

Am Sonntag wird dennoch vermutlich nicht alles klappen. Was erwarten Sie grundsätzlich von Ihrem Team?

Alle drei unserer bisherigen Kontrahenten stehen jetzt unter den Top sechs der Liga. Das hat schon mal eine gewisse Aussagekraft. Jetzt kommen mit Balingen und Hamm in der nächsten Woche zwei richtige Bretter. Da sind wir nicht in der unbedingten Punktepflicht. Dass wir gewinnen wollen, steht außer Frage. Balingen will aufsteigen, hat das klar formuliert, aber zuletzt auch verloren. Da erwarte ich von meiner Mannschaft, dass sie ihr Herz in beide Hände nimmt und nicht nur mit heißer Leidenschaft, sondern auch mit kühlem Kopf agiert. Dann ist alles möglich.

Ist das nun einfach nur ein schlechter Saisonbeginn, schon ein Fehlstart oder sogar eine Mini-Krise?

Von einer Krise sind wir sehr weit weg. Wir können uns den Spielplan ja nicht selbst gestalten. Wenn wir drei solche Hochkaräter bespielen, können wir eine Überraschung schaffen, klar. Das ist uns nicht gelungen. Wir tun aber gut daran, unsere Situation unabhängig von Punkten oder Positionen zu beleuchten. Wir haben zu Hause einen Punkt gegen Hagen verschenkt, aber unsere Spiele waren nicht durchweg grottenschlecht, sondern jeweils zehn bis 15 Minuten auf schwachem Niveau. Das haben die Gegner eiskalt ausgenutzt. Natürlich nervt uns das. Am Ende können wir die Antwort nur auf der Platte geben. Am Sonntag kommt ein Kontrahent, bei dem wir über uns hinauswachsen müssen.

Kann ein solcher misslungener Start eine negative Sogwirkung verursachen?

Klar, grundsätzlich ist immer alles möglich. Am Ende ist aber wichtig, wie man damit umgeht, wie ruhig man die Situation analysiert. Wir hatten im vergangenen Jahr 2:8 Punkte, haben die Phase aber gemeistert.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.