erweiterte Suche
Dienstag, 27.02.2018

Name als Stimmungskiller

Gesellschaftskomödie entlarvt peinliche Lebenslügen und lächerliche Klischees

Von Christian Ruf

Die Schauspielerin Franka Anne Kahl wuchs im Erzgebirge auf. Foto (PR): Eckardt Mildner
Die Schauspielerin Franka Anne Kahl wuchs im Erzgebirge auf. Foto (PR): Eckardt Mildner

Werdende Eltern haben eine schwere Aufgabe, schon lange vor der Geburt: Sie müssen einen Namen für ihr Kind finden. Und erkennen an den unsäglichen Vorschlägen des anderen: Wir passen doch nicht so gut zusammen wie gedacht. Denn eines ist Fakt: Das Kind wird mit dem Namen, den es nach der Geburt verpasst bekommt, zurechtkommen müssen. Ein Leben lang. Nicht nur für Kevins eine alles andere als leichte Aufgabe.

Was unter den Tisch gekehrt wurde, tritt nun offen zu Tage

In der französischen Boulevardkomödie „Der Vorname“ liebäugeln die werdenden Eltern mit dem Namen „Adolphe“ – als sie das bei einem geselligen Beisammensein mit Freunden verlautbaren lassen, kippt die Stimmung umgehend. Adolphe? Das klingt ja wie Adolf! Es kommt zu einem Schlagabtausch, der von den Jugendfreunden zunehmend bissiger wird und weit über Sinn und Unsinn von absurden, lächerlichen und verbotenen Vornamen hinaus geht. Nach und nach mischen sich alle ein in die Streiterei. Erst einmal richtig in den Strudel geraten, kommen kleine, große und vor allem bisher unterdrückte Ärgernisse über „Macken“, Ansichten und Verhalten an die Oberfläche, die sich über viele Jahre angesammelt haben und im Namen der Freundschaft und Liebe unter den Tisch gekehrt wurden. Thomas Roth inszenierte für das Mittelsächsische Theater in der Ausstattung von Nadir Nasser, die eine idyllische Dachterrasse über den Dächern von Paris auf die Bühne gebaut hat.

Service

Was: „Der Vorname“

Wann: 3.3., 19.30 Uhr / 13.3., 14.30 Uhr

Wo: Theater Döbeln / Theater Freiberg

Tickets: ab 8 Euro (Premiere ab 15 Euro)

Hotline: 03431 715265 / 03731 358235

Internet: www.mittelsaechsisches-theater.de