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Montag, 11.06.2018

Nachfolger gesucht

Die Übergabe eines Unternehmens geht nicht von heute auf morgen. Doch viele Inhaber in Sachsen haben dafür noch keinen Plan. Dabei geht es um Tausende von Arbeitsplätzen.

Zum Auftakt der Aktionstage wird auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erwartet.
Zum Auftakt der Aktionstage wird auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erwartet.

© dpa/Monika Skolimowska

Leipzig. In Sachsen stehen bis zum Jahr 2022 rund 6200 Unternehmen zur altersbedingten Übergabe an neue Inhaber. Dies geht aus einer im Februar dieses Jahres veröffentlichten Studie des Institutes für Mittelstandsforschung (IfM/Bonn) hervor. Im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern nimmt Sachsen damit einen Spitzenplatz ein. Es folgen Thüringen (3100 Unternehmen), Sachsen-Anhalt (3000) und Mecklenburg/Vorpommern (2600). Demnach sind allein in Sachsen im Zeitraum von 2018 bis 2022 etwa 87 000 Arbeitsplätze davon berührt, ob ein Nachfolger gefunden werden kann.

Doch die Zeichen sind alarmierend. Knapp drei Viertel der sächsischen Firmen haben bisher noch keine konkrete Regelung für eine Übergabe getroffen, wie aus einer Umfrage 2016/2017 der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und des Landesverbandes der freien Berufe Sachsens hervorgeht. Mit am Montag in Leipzig beginnenden Aktionstagen will das Wirtschaftsministerium Anregungen und Hilfen für eine Übernahme geben.

Zum Auftakt, zu dem auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erwartet wird, soll es vor allem um Fragen der Finanzierung gehen, wie sein Ministerium mitteilte. Vertreter der Sächsischen Aufbaubank stehen mit Rat und Tat zur Seite. Bis zum 22. Juni gibt es weitere Veranstaltungen in den Regionen Chemnitz, Dresden und Leipzig. Dabei geht es unter anderem um rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte sowie Möglichkeiten der finanziellen Förderung.

Während der Aktionstage soll auch der „Sächsische Meilenstein 2018“ - der Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge - ausgelobt werden. Er wird in drei Kategorien vergeben: familieninterne, unternehmensinterne und unternehmensexterne Nachfolge.

Wie aus der Umfrage der sächsischen Kammern weiter hervorgeht, gibt es vor allem im Handwerk, im Handel und im Dienstleistungssektor große Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Das sei überall dort der Fall, wo schwere körperliche Arbeit ansteht. (dpa)

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