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Freitag, 15.06.2018

Nach Flucht in Tschechien gefasst

Zwei Ladendiebe wurden nun als Teil einer organisierten Bande empfindlich hart verurteilt.

Von Alexander Schneider

Eva N. habe mit ihrer beeindruckenden Statur die Sicht versperrt, während K. und B. die Beute einpackten.
Eva N. habe mit ihrer beeindruckenden Statur die Sicht versperrt, während K. und B. die Beute einpackten.

© dpa

Im August 2016 haben Polizeibeamte aus Berggießhübel drei Ladendiebe auf der Flucht bis nach Tschechien verfolgt. Die Täter hatten in Dresdner Netto-Märkten Spültisch-Amaturen im Wert von 140 Euro, Werkzeug und Lebensmittel entwendet. Auch im Heidenauer Real-Markt hatten sie Schuhe und Kleidung für 280 Euro mitgehen lassen, ehe sie nachmittags in einem blauen Skoda Octavia die Heimreise antraten.

Doch die Diebe waren aufgefallen, weswegen die Beamten am Grenzübergang Bad Gottleuba auf den blauen Skoda warteten. Es dauerte nur zehn Minuten, dann kamen die Täter. Doch sie gaben nun Gas und fuhren Schlangenlinien, damit die Polizisten den Skoda nicht überholen konnten. Die Verfolgung ging bis nach Usti, wo sich der Skoda in einem Kreisverkehr „festgefahren“ habe, wie es nun einer der Uniformierten als Zeuge schilderte. Einer rannte weg, zwei wurden gestellt.

Diese Woche fand der Prozess gegen zwei Angeklagte statt. Der einschlägig vorbestrafte Dachdecker Jaromir K. (26) und Hausfrau Eva N. (48). Ihnen wurden noch weitere Ladendiebstähle vorgeworfen. Zusammen mit Petr B., dem Eigentümer des Skoda, haben sie laut Anklage gewerbsmäßig Ladendiebstähle begangen. In einer Konsum-Filiale etwa fuhren sie einen Einkaufswagen mit Lebensmitteln für 260 Euro aus dem Laden. Der Modus Operandi war stets gleich: Eva N. habe mit ihrer beeindruckenden Statur die Sicht versperrt, während K. und B. die Beute einpackten.

Die Angeklagten haben in dem Prozess am Amtsgericht Dresden die Vorwürfe wie angeklagt gestanden – ohne allerdings viele Worte zu verlieren oder gar Angaben zu dem Dritten im Bunde – B. sitzt in Tschechien in Haft – zu machen. K. habe Geld für Drogen gebraucht. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, die er absitzen muss. Eva N. erhielt eine Bewährungsstrafe von 16 Monaten.