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Montag, 28.05.2018

Motiviert von Drehorgel und Oma

Beim Rennsteiglauf rennen zwei Frauen der Konkurrenz davon. Auch ein Dresdner überzeugt.

Marc Schulze läuft, um zu genießen – und gewann 2018 dennoch den Oberelbe-Marathon.
Marc Schulze läuft, um zu genießen – und gewann 2018 dennoch den Oberelbe-Marathon.

© Ronald Bonß

Da hatten die meisten Läuferinnen das Nachsehen: Beim 46. GutsMuths-Rennsteiglauf sind zwei Sportlerinnen ihren Kontrahentinnen förmlich enteilt. Daniela Oemus vom SV Blau-Weiß Bürgel siegte beim Supermarathon über 73,9 Kilometer mit gut 32 Minuten Vorsprung. Die Scharzwälderin Nora Kusterer aus Oberkollbach lief bei ihrem dritten Marathon-Erfolg auf dem Thüringer Höhenweg fast 25 Minuten vor der Konkurrenz ins Ziel.

Oemus verbesserte bei ihrem zweiten Tagessieg den eigenen Streckenrekord von 2016 um 5:14 Minuten auf 5:50:23 Stunden. Dabei fühlte sie sich ab Kilometer 30 nicht mehr frisch. „Ich wurde langsamer und dachte mehrfach ans Aufhören. Doch mein Freund und der Gedanke daran, dass meine Mutter und die Oma im Ziel auf mich warteten, trieb mich weiter“, erzählte Oemus. Im Ziel hatte sie einen Vorsprung von über 32 Minuten auf die zweitplatzierte Hamburgerin Annika Krull.

Auch Kusterer hatte ein Schlüsselerlebnis auf der Marathon-Distanz. „Meine Lieblingsstelle ist zwischen Kilometer 32 und 33. Da steht immer ein älterer Herr mit einer Drehorgel. Das ist so schön. Ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt“, sagte Kusterer. Ihren Streckenrekord verfehlte sie zwar um fast zweieinhalb Minuten, doch ihrer Freude tat das keinen Abbruch. „Ich habe mein Ziel erreicht, erneut unter drei Stunden zu laufen. Zum Glück brannte die Sonne im Wald nicht so.“

Lange sah es auch so aus, als würde der Dresdner Marc Schulze es Oemus bei den Männern gleichtun können. Nach einem Drittel der Strecke lag der Sieger des diesjährigen Oberelbe-Marathons fünf Minuten unter dem Streckenrekord. Doch die Hitze forderte ihren Tribut, weswegen der 33-Jährige gut zehn Kilometer vor dem Ziel eine achtminütige Pause einlegen musste. Die nutzte der Frankfurter Florian Neuschwandner, um vorbeizuziehen. Dennoch lief Schulze in Schmiedefeld mit einem Lächeln als Zweiter ins Ziel.

Dafür fehlte dem Erfurter Marcel Krieghoff die Kraft. Der Marathon-Favorit führte bei Halbzeit mit mehr als zwei Minuten Vorsprung. Doch das Anfangstempo war offenbar zu schnell, er rettete sich noch als Dritter ins Ziel – fast sieben Minuten nach dem Premierengewinner Sebastian Nitsche aus Leipzig.

Auf der Halbmarathon-Distanz wiederholte der für den SV Sömmerda startende Eriträer Samsom Hayalu Tesfazghi seinen Vorjahres-Erfolg. Bei den Frauen lag die Berlinerin Anne Barber vorn. (dpa)

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