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Mittwoch, 16.05.2018

Möbelkontrolle in den Kitas

Ein Einjähriger wurde bei einem Unfall schwer verletzt. Die städtischen Kitas müssen nun alle unsicheren Möbel befestigen oder entfernen.

Von Juliane Richter

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Voll beladene Möbel gehören zum Alltag in Kitas und Horten. Vor einigen Monaten ist jedoch ein Wagen für Gummistiefel in einer städtischen Kita umgekippt. Ein Kind wurde dabei verletzt.
Voll beladene Möbel gehören zum Alltag in Kitas und Horten. Vor einigen Monaten ist jedoch ein Wagen für Gummistiefel in einer städtischen Kita umgekippt. Ein Kind wurde dabei verletzt.

© Sven Ellger

In den städtischen Krippen und Kitas mussten die Hausmeister in den vergangenen Wochen sämtliche Möbelstücke auf ihre Kippsicherheit prüfen. Möbel, die leicht umfallen, mussten entweder an den Wänden festgeschraubt oder ganz aus den Räumen entfernt werden.

Anlass ist ein Unfall, der sich bereits im vergangenen August in einer städtischen Einrichtung ereignet hat. Im Krippenbereich drückten und schoben mehrere Kinder gleichzeitig einen mobilen Stiefelwagen, der dadurch aus dem Gleichgewicht geriet. Der Wagen fiel auf ein damals einjähriges Kind, welches schwer am Kopf verletzt wurde. Marco Fiedler, Sprecher des Kita-Eigenbetriebs, erklärt dazu: „Dass nicht fixierte Möbelstücke ein Sicherheitsrisiko darstellen, ist dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen absolut bewusst.“

Aus diesem Grund werde schon von jeher großer Wert darauf gelegt, dass alle Möbel in Kitas und Horten entsprechend stand- und kippsicher aufgestellt werden. Der mobile Stiefelwagen, der damals umgefallen ist, wurde vom Hersteller als mobiles Gerät für Kitas verkauft. Er ist am Boden mit Rollen versehen, um ihn je nach Bedarf in der Kita umherschieben zu können. Der Eigenbetrieb habe nach dem Unfall sofort reagiert und alle städtischen Kitas aufgefordert, diesen speziellen Stiefelwagen sowie baugleiche Möbel entweder zu entfernen oder „unverzüglich kippsicher ohne Rollen an der Wand zu befestigen“, wie Marco Fiedler sagt.

Bis Ende März mussten zudem alle Einrichtungen eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, in der dokumentiert werden sollte, welche Möbel wie geeignet sind. Rückmeldungen aus den Kitas kamen demnach vor allem zu weiteren mobilen Möbeln wie Servierwagen, Info-Aufstellern oder auch Stehlampen. Die Hinweise wurden unter anderem zusammen mit einem Sicherheitsingenieur aufgearbeitet.

Außerdem hat das Amt für Kindertagesbetreuung auch die freien Träger von Kitas über die Gefahren informiert, die von dem Stiefelwagen ausgehen können. Darüber hinaus hat die Unfallkasse Sachsen in ihrem Mitteilungsblatt auf die Gefahren des Stiefelwagens hingewiesen. Über den Gesundheitszustand des damals verletzten Kindes darf der Kita-Eigenbetrieb keine Auskunft erteilen. Klar ist aber, dass es die städtische Einrichtung wieder besucht.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Dresdner Bürger

    Gute Idee die "Gefährdungsbeurteilung"! Soll, ja muss man auch für das Umfeld im öffentlichen Verkehrsraum von Kitas machen!!! Bitte da in der Vetschauer Strasse beginnen - da wo Gehwegparker fussläufig gebrachte Kids, Schulkinder, Senioren usw. animieren die Strasse als Gehweg zu benutzen - Helikoptereltern, Handwerker und egoistische Anwohner... Zur Not da den Gehweg abpollern; ein paar Schritte laufen schadet keinem, ein auf der Strasse totgekarrtes Kind ist viel schlimmer! Dienstleister werden schnell erkennen, das man die entsprechenden Adressen ggf. auch von der Rückseite der Häuser erreichen kann ohne in der schmalen Einbahnstraße den Gehweg zu zu parken. Um bewegungseingeschränkte Mieter der Anwohner abzusetzen reicht es vor dem Ziel auf der Strasse zu HALTEN und bei echten NOTfällen wird jeder verstehen, wenn die Straße dann mal eine gewisse Zeit dicht ist.

  2. Felix

    Für mich stellen sich hier andere Fragen als gleich mit Verboten und Vorschriften zu kommen. Es gibt nun mal Risiken im Leben. Man kann nicht alle entfernen - es wäre wichtiger zu lernen, wie man mit den Risiken umgeht. Hier ist doch eher die Frage: Wo waren die Erzieher, als dies passierte? Ist es sinnvoll, Kleinstkinder und Kindergartenkinder in gleichen Räumen zu betreuen? Ich vermute mal, dass die Kinder, die den Stiefelwagen schoben, deutlich älter waren als das verletzte Kind.

  3. Any

    Ein tragischer Unfall jedoch ist die Schlußfolgerung daraus völlig falsch, nicht die Möbel müssen verbannt werden sondern es Bedarf mehr Personal die, die Kinder immer im Blick haben. Ein 1 jähiger muß 24h beaufsichtigt werden. Gleichzeitig stellt sich mir die Frage welche Rabeneltern ein 1 jähriges Kind in Fremdetreuung geben. Meine 5 Kinder blieben und bleiben alle bis zum 3. Geburtstag zu Hause, erst danach gehen sie für einige Stunden in die Kita.

  4. @any

    @Any sie müssen anscheinend nicht arbeiten wenn sie insgesamt 9Jahre zu Hause sein konnten. Alle als Rabeneltern zu verunglimpfen zeugt von ihrer geistigen Armut und ihre Kinder tun mir einfach nur leid mit so einer ignoranten Mutter aufgewachsen zu sein.

  5. Eine Mutter

    @Any Glückwunsch zu dem Privileg das du deine Kinder solang selber betreuen kannst aber vergiss nich das es "Rabeneltern" gibt die Arbeiten müssen um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren . Und deshalb ihre Kinder schon mit 1 Jahr abgeben müssen und froh sind das es da schon eine gute Betreuung für die kleinen Mäuse gibt .

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