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Donnerstag, 14.06.2018

Möbel-Manufaktur hat große Pläne für alte Kaufhalle

Die Firma Ricon fertigt in Cunewalde Tische, Grills und mehr. Sie hat neue Räume eröffnet und plant schon mehr.

Von Katja Schäfer

Einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Angebot zeigt die Firma Ricon jetzt in ihren neuen Ausstellungsräumen. Matthias Ringel (l.) und Marcel Konetzky haben dafür in den zurückliegenden Monaten ein ehemaliges Wohnhaus umgebaut.
Einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Angebot zeigt die Firma Ricon jetzt in ihren neuen Ausstellungsräumen. Matthias Ringel (l.) und Marcel Konetzky haben dafür in den zurückliegenden Monaten ein ehemaliges Wohnhaus umgebaut.

© Uwe Soeder

Aus wie vielen verschiedenen Holzarten man Möbel machen kann! Nicht nur solche gängigen Sorten wie Buche und Eiche sind dafür geeignet. Sondern auch Akazie, Wenge, Elsbeere, Zebrano und und und. 40 unterschiedliche Massivholz-Musterstücke stehen in den neuen Ausstellungsräumen der Cunewalder Firma Ricon auf langen Regalen. Auch einige daraus gefertigte Möbel sind zu sehen. Bei den Steinsorten, die im Nachbarraum präsentiert werden, ist die Auswahl nicht geringer.

„Unsere Kunden haben jetzt die Chance, sich die Materialien nicht nur im Internet anzusehen. Hier können sie sie auch anfassen“, begründet Matthias Ringel (42), warum er und sein Geschäftspartner Marcel Konetzky (41) in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Geld investiert haben, um ein ehemaliges Wohnhaus auf dem Firmengelände an der Cunewalder Neudorfstraße zu einem modernen Ausstellungsgebäude umzubauen.

Die Firma Ricon stellt Grills aller Größen, Kamine, Feuerschalen und zunehmend auch Möbel – von Regalen über Sideboards bis hin zu Betten – her. Das Besondere dabei ist, dass die Käufer auf der Internetseite der Firma alles nach ihren eigenen Vorstellungen konfigurieren können. Beim Esstisch namens Halifax Amadeus haben sie zum Beispiel die Wahl zwischen zig verschiedenen Granitarten und Bearbeitungsvarianten für die Platte und können außerdem entscheiden, ob das Metallgestell weiß lackiert, Edelstahl gebürstet, verkupfert oder wie auch immer sein soll. Die Maße sind ebenfalls individuell wählbar. Bei der Entscheidung für eine der schier unendlichen Möglichkeiten helfen jetzt die großen Ausstellungsflächen. Vorher stand dafür nur ein winziger Bereich in der Produktionshalle zur Verfügung. In den neuen Räumen ist neben Materialmustern und einigen Möbeln zudem eine kleine Auswahl an Grills und Feuerschalen aufgebaut. „Alles wird zu 100 Prozent bei uns hier in Cunewalde gefertigt“, betont Matthias Ringel. Dass sich die Kunden von den hohen Qualitätsansprüchen der Firmenchefs mit eigenen Augen überzeugen können, bevor sie etwas in der Manufaktur bestellen, auch dazu dient die neue Ausstellung.

Kaum ist sie fertig, denken die beiden Geschäftsführer, die vor 14 Jahren zu zweit in einer Garage mit dem Bau von Feuerschalen begannen und jetzt rund 30 Leute beschäftigen, schon über die nächsten Investitionen nach. Kürzlich haben sie die ehemalige Kaufhalle am Rande der Albert-Schweitzer-Siedlung in Weigsdorf-Kölbitz gekauft, in der sich bis zur Schließung vor zwei Jahren ein BHG-Raiffeisen-Markt befand. Sie soll zur Erweiterung des Unternehmens genutzt werden. Denn auf dem Gelände an der Neudorfstraße ist die Kapazität ausgeschöpft.

Obwohl in der dortigen Halle erst im zurückliegenden Jahr Lager- in Produktionsfläche umgebaut wurde, ist der Platz schon wieder knapp. „Wir sind am Limit“, sagt Marcel Konetzky. Doch die Angebotspalette des Unternehmens wächst ständig. Seit kurzem gehören Bänke und Stühle, die mit Leder oder Stoff gepolstert sind, zum Sortiment. Und künftig wird die Manufaktur Tischplatten und Tischgestelle auch einzeln anbieten.

Dieses Jahr wollen die Unternehmer beobachten, wie sich der Umsatz entwickelt – sie erwarten drei Millionen Euro – und welche Produkte bei den Käufern besonders gefragt sind. In Abhängigkeit davon werden sie entscheiden, wie viel Platz in der ehemaligen Wohngebiets-Kaufhalle jeweils für die Metallbearbeitung, für die Holzbearbeitung und als Lagerfläche benötigt wird. Dementsprechend erfolgen dann Umbau und Einrichtung; voraussichtlich im kommenden Jahr.

Sind die Arbeiten abgeschlossen, werden auch mehr Beschäftigte benötigt. Die beiden Geschäftsführer, die die hochwertigen und dementsprechend vergleichsweise teuren Produkte ihres Unternehmens nicht von Speditionen, sondern eigenen Mitarbeitern ausliefern lassen, rechnen mit ungefähr zehn neuen Arbeitsplätzen. Zugleich stellen sie sich darauf ein, dass es nicht leicht wird, Fachkräfte wie Möbeltischler, Konstruktionsmechaniker und Schweißer zu finden. Schon jetzt suchen sie händeringend nach guten Tischlern.

Wie Marcel Konetzky berichtet, kommt der größte Teil der Ricon-Kunden aus den alten Bundesländern. Aber auch nach Österreich, in die Niederlande und in dieSchweiz wird geliefert. Sogar nach Amerika wurde Ware aus der Cunewalder Manufaktur schon geschickt. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mehr Kunden von hier gewinnen könnten“, sagt Ringel. Er und sein Geschäftspartner hoffen, dass die neuen Ausstellungsräume auch dazu beitragen, dass Leute aus der Gegend sich mal ansehen, was Ricon alles anbietet.