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Montag, 17.09.2018

Mit Skulpturen grenzenlos unterwegs

Von Katrin Demczenko

Ein Modell der Erde aus Weidenruten gestalteten (v.li.) Adriel, Lara, Anna Sophie, Künstlerin Muriel Cornejo und Anna.Foto: K. Demczenko
Ein Modell der Erde aus Weidenruten gestalteten (v. li.) Adriel, Lara, Anna Sophie, Künstlerin Muriel Cornejo und Anna. Foto: K. Demczenko

Ein chilenisches Künstlerpaar war am Wochenende in der KulturFabrik zu Gast. César Olhagaray und Muriel Cornejo führten mit Gymnasiasten der Klassenstufen 9 bis 11 ein Seminar zum Thema „Grenzenlos“ durch. Dieses ist ein Höhepunkt des Jahresprojektes „Demokratie erLeben“, das die KulturFabrik mit dem Lessing-Gymnasium Hoyerswerda gestaltet. Finanziell unterstützt wird die Kunstaktion von Openion im Auftrag der Gemeinnützigen Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH. Lehrerin Inge Bormann vom Lessing-Gymnasium wies auf das seit Jahren erfolgreich laufende Projekt „Kulturschule“ zwischen Gymnasium und KulturFabrik hin, das ebenfalls das demokratische Handeln der Schüler fördert.

Sechs Lessing-Gymnasiastinnen und Lara vom Foucault-Gymnasium machten sich mit den chilenischen Künstlern bekannt und diskutierten, wie sie den Begriff „Grenzenlos“ in zwei Skulpturen umsetzen könnten. Eine Skulptur wird später in der KulturFabrik stehen, die andere im LessingGymnasium, ließ Inge Bormann wissen. Arbeitsmaterialien waren Weidenruten für das Skelett der Figuren und Stoff, der darüber gespannt und bemalt wird, um ihnen Leben einzuhauchen, erklärte César Olhagaray. Nach ersten Übungen, um gemeinsam den Umgang mit Weidenruten zu erlernen, schufen die Mädchen Skizzen und Knetmodelle. Eine Gruppe gestaltete mit César Olhagaray den Vogel Kiwi aus Neuseeland, der auf einem Flugzeug sitzt und die Welt bereist. Das merkwürdige Bild stimmt, denn der Kiwi kann nicht fliegen und überwindet mithilfe des Flugzeuges seine persönliche Grenze, erklärte Nicoletta. Um diese komplizierte Skulptur zu bauen, war viel Vorarbeit auf Papier nötig. Die andere Gruppe formte nach eigenen Ideen mit der Künstlerin Muriel Cornejo einen Baum, der einen Rucksack trägt und in dessen Geäst die Erde ruht. „Sie bekommt noch einen Blumenkrone“, erzählte Anna Sophie und erklärte, dass jeder Mensch in Frieden in jedes Land reisen können soll. Eine fantasievolle Idee hatte sie mit Lara und Anna erdacht, und so bogen die Schülerinnen mit Muriel Cornejo und ihrem Enkel aus je zwei Weidenruten drei große Kreise. Viel Klebeband hält diese zusammen, und aus den Kreisen wurde das Grundgerüst der Erde. So ähnlich entstand der Baum mit seinen Ästen. Die beiden großen Objekte wurden danach mit Stoff bespannt und bemalt. „Insgesamt wird die Skulptur drei Meter hoch“, verkündete Lara. Sie konnte auch mit Muriel Cornejo Spanisch sprechen und deren Arbeitsanweisungen übersetzen, weil sie von 2017 bis 2018 im Schüleraustausch in Chile gewesen war. Die große Reise und der intensive Spracherwerb haben ihren Horizont erweitert, so das Mädchen. Sowohl für Lara als auch für Anna vom Lessing-Gymnasium war es die erste Teilnahme an einem Kunstprojekt. Sie haben also Neues ausprobiert und somit ihre persönlichen Grenzen erweitert.